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«Tagesschau»: Berichterstattung über verhafteten Asylbewerber richtig

7. Dezember 2016

"Tagesschau"-Chef Kai Gniffke hat die Entscheidung seiner Redaktion erläutert, über die Verhaftung eines irakischen Asylbewerbers in Bochum zu berichten.

Hamburg, Bochum (epd). "Nun wird man uns vorhalten, wir hätten binnen 72 Stunden unsere Standards verschoben", schrieb der Chefredakteur in einem am Dienstagabend veröffentlichten Eintrag im "Tagesschau"-Blog. Es habe sich jedoch vielmehr die Realität verändert, betonte er. Die Nachrichtensendung hatte in der 20-Uhr-Hauptausgabe am Dienstag die Verhaftung eines Asylbewerbers in Bochum thematisiert, der zwei Frauen vergewaltigt haben soll.

Einordnung ermöglichen

Die Redaktion stand in der Kritik, weil sie sich am Samstag entschieden hatte, in der 20-Uhr-Ausgabe nicht über die Festnahme eines minderjährigen Flüchtlings zu berichten, der eine 19-jährige Studentin in Freiburg ermordet haben soll. Seitdem habe sich die Nachrichtenlage geändert und die Verhaftung in Bochum zu einem für die "Tagesschau" relevanten Thema gemacht, erklärte Gniffke: "Seit gestern gibt es eine intensive gesellschaftliche und politische Debatte, an der sich die Kanzlerin, der Vizekanzler, zahlreiche Bürger und verschiedene Organisationen beteiligen." Deshalb habe sich die Redaktion am Dienstag bemüht, den Zuschauern eine Einordnung zu ermöglichen und den Anteil von Zuwanderern an der Kriminalität darzustellen.

Gniffke bedankte sich bei den Zuschauern für ihre Rückmeldungen auf die redaktionelle Entscheidung im Freiburger Fall. "Manches hat uns bestärkt, manches war ziemlich hart, aber alles zusammen hat uns einmal mehr nachdenklich gemacht", schrieb der Chefredakteur. In den sozialen Netzwerken war die Redaktion scharf kritisiert worden. Bis zum Dienstagabend gab es nach NDR-Angaben fünf Programmbeschwerden.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 6. Dezember 2016, 10:08 Uhr


Dieses Theater spielt doch nur den Lügenpresse-Schreiern in die Hände! Freier Journalismus heißt doch, daß jedes Medium selber darüber entscheidet, was es bringt und was nicht. Die Linie der Tagesschau, nicht die Sensationslust zu füttern und eben deshalb nicht über jeden einzelnen Mordfall zu berichten, ist einer der Gründe, warum ich diese Sendung anderen Nachrichtensendern vorziehe.
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Atlantica, 6. Dezember 2016, 17:58 Uhr


Lieber Schallblech, zuerst gefiel mir dein Beitrag so gut, dass ich geneigt war, zu schreiben: Volle Zustimmung! Doch dann fiel mir etwas ein. Was du als "Theater" bezeichnest, kann ich einer Demokratie nicht vermieden werden. Auch wenn ich dir voll zustimme, dass die Tagesschau etwas anderes ist als BILD.

Dilemma:

sie berichten nicht darüber, dann heißt es "sie verschweigen etwas"

sie berichten darüber, dann heißt es "seht mal, die Ausländer"
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