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Papst: «Nie wieder Krieg»

3. November 2017

Papst Franziskus hat in einem eindringlichen Appell vor künftigen Kriegen gewarnt. Die Menschheit habe die Lehren aus den Kriegen der Vergangenheit nicht gelernt.

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Rom (epd). "Und sie will sie anscheinend nicht lernen", sagte das Kirchenoberhaupt am Donnerstagabend auf einem Friedhof für US-Soldaten in Nettuno südlich von Rom. Er feierte dort am katholischen Allerseelentag eine Messe für die Opfer von Kriegen. "Nie wieder Krieg, nie wieder dieses sinnlose Schlachten", rief er bei dem Gottesdienst auf dem Soldatenfriedhof mit knapp 7.900 Gräbern aus.

"Heute befindet sich die Welt wieder im Krieg, und bereitet sich darauf vor, noch intensiver Krieg zu führen", beklagte Franziskus. Bewaffnete Konflikte würden im Namen der Hoffnung auf Erneuerung geführt. Kriege brächten jedoch allein Zerstörung und Tod hervor. Auf dem Friedhof von Nettuno sind gefallene Soldaten bestattet, die bei den Landungen der Alliierten in Sizilien, Salerno und Anzio in der Nähe von Nettuno zwischen 1943 und 1944 in Italien ums Leben kamen.

Weiße Rosen auf die Gräber

Anschließend besuchte der Papst die Gedenkstätte für das NS-Massaker an den Ardeatinischen Höhlen in Rom. Dort verharrte er mehrere Minuten mit gesenktem Kopf in stillem Gebet. Gemeinsam mit dem römischen Oberrabbiner Riccardo Di Segni schritt er durch die Gänge der Gedenkstätte in den Höhlen, die nach der Massenerschießung in die Luft gesprengt wurden. Am 24. März 1944 waren dort als Vergeltungsmaßnahme für einen Partisanenanschlag 335 Zivilisten, darunter 75 Juden, erschossen worden.

Auf die Gräber mehrerer der in der Gedenkstätte beigesetzten Opfer des Massakers legte der Papst bei seinem Besuch weiße Rosen. Ebenso wie der römische Oberrabbiner sprach er in der Halle der Gräber ein Gebet. In das Gästebuch der Gedenkstätte schrieb Franziskus die Worte "Das sind die Früchte des Krieges: Hass, Tod, Rache".

Das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen wurde vom Kommandeur der deutschen Sicherheitspolizei in Rom, Herbert Kappler, angeordnet, nachdem am Vortag 33 Mitglieder des Regiments "Bozen" bei einem Bombenanschlag getötet worden waren. Der damalige SS-Hauptsturmführer Erich Priebke, der nach seiner Auslieferung aus Argentinien in Rom 1998 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde, starb als letzter noch lebenden Täter 1913 im Hausarrest in Rom.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 3. November 2017, 22:07 Uhr


Wenn die Christen im allgemeinen mehr in ihren Bibeln lesen und studieren würden , hätten sie schnell verstanden, daß der Papst mit seinem Apell nur "Peruhigungspillen "unters Volk gestreut hat, wie die berühmten Perlen u. d. Sä. werfen. So einfach wie gefordert wirds nicht mehr kommen, eher anders, siehe auch bei Mt. 24. oder leben wir schon in dieser Epoche ?
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