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Özoguz zweifelt an unbeschwertem Türkei-Urlaub

21. Juli 2017

Nach der Anpassung der Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei fragen sich viele Urlauber, ob sie noch in die Türkei reisen sollen. Die Auswirkungen auf die Buchungen in das Land sind laut dem Reiseverband noch nicht absehbar.

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Berlin (epd). Für deutsche Urlauber stellt sich derzeit die Frage, ob sie nach der Verschärfung der Sicherheits- und Reisehinweise noch in die Türkei reisen sollten. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), bezweifelt, dass ein unbeschwerter Urlaub in der Türkei zurzeit möglich ist. "In der Türkei hatte Gastfreundschaft immer einen sehr hohen Stellenwert, aber wer mag dort unbeschwert Urlaub machen, während Andere willkürlich festgenommen werden", sagte Özoguz der "Bild"-Zeitung (Freitag). Nach Auskunft des Deutschen Reiseverbandes lässt sich noch nicht sagen, wie die Bundesbürger auf die Verschärfung reagieren.

"Türkei unkalkulierbar"

"Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass die Türkei so unkalkulierbar wird", sagte die SPD-Politikerin Özoguz: "Nicht die Herrschaft des Rechts, sondern Willkür, Rachsucht und Eitelkeiten scheinen die Politik des Präsidenten zu leiten." Hintergrund für die Verschärfung der Sicherheits- und Reisehinweise für das Land war die Inhaftierung mehrerer Menschenrechtler in Türkei, unter ihnen der Deutsche Peter Steudtner. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte am Donnerstag, jeder Deutsche, der in das Land reise, sei in der Gefahr, willkürlich verhaftet und der Unterstützung von Terroristen bezichtigt zu werden.

Die Konsequenzen aus der Verschärfung sind aus Sicht des Deutschen Reiseverbandes indes noch völlig unklar. "Wie sich die nun angepassten Reise- und Sicherheitshinweise auf das Buchungsverhalten auswirken, lässt sich im Moment noch nicht einschätzen", sagte der Sprecher des Verbands, Torsten Schäfer, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dafür sei es noch viel zu früh: "Auch im vergangenen Jahr hatten viele Deutsche Sicherheitsbedenken und viele hat zudem der Putschversuch zunächst davon abgehalten in die Türkei zu reisen." Letztendlich seien dann aber rund vier Millionen Deutsche in die Türkei gereist.

Damit lag das Land bei den Deutschen laut Reiseverband im vergangenen Jahr auf Platz drei der beliebtesten Urlaubsziele. Allerdings ging die Zahl der deutschen Touristen im Vergleich zum Jahr zuvor deutlich zurück: 2015 waren noch rund 5,6 Millionen in die Türkei gereist - bisheriger Rekord für das Land. Für 2017 gibt es bislang nur eine Trendaussage: Demnach liegen die Buchungseingänge bis Ende Juni unter den Werten des Vorjahres. Allerdings zögen die Kurzfristbuchungen seit zwei Monaten wieder stärker an, hieß es.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 24. Juli 2017, 9:24 Uhr


"Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass die Türkei so unkalkulierbar wird", sagte die SPD-Politikerin Özoguz: "Nicht die Herrschaft des Rechts, sondern Willkür, Rachsucht und Eitelkeiten scheinen die Politik des Präsidenten zu leiten."

Also mir war das schnell klar geworden, als Erdogan an die Macht kam. Das einzig Überraschende daran war, daß er es auf demokratischem Weg geschafft hat.
Für mich war damit, damals schon, die Türkei als Urlaubsland erledigt, obwohl ich eigentlich gerne die Wirkungsstätten des Paulus kennenlernen würde. Solange der Diktator an der Macht ist - niemals. Nicht aus Angst vor Verhaftung, sondern prinzipiell. Ich will nicht mit meinem Geld dieses Land unterstützen, das sich ganz nach Bert Brecht verhält: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber".
Für die Aufrechten, die ihn nicht gewählt haben und jetzt teilweise in Schwierigkeiten sind, tut es mir wirklich leid.
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