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Debatte um muslimischen Feiertag hält an

18. Oktober 2017

Aus Sicht des Grünen-Chefs Cem Özdemir bedarf es keiner weitergehenden Feiertagsregelung für Muslime in Deutschland. In der erregten Debatte präzisierte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Sternberg, frühere Aussagen.

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Gläubige in einer Moschee.

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Bonn (epd). Der Grünen-Chef Cem Özdemir hält die Einführung eines islamischen Feiertages in Deutschland für überflüssig. "Ich sehe keinen Handlungsbedarf. Muslime können sich heute schon an Feiertagen freinehmen", sagte Özdemir der "Passauer Neue Presse" (Mittwoch). Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, äußerte sich zurückhaltend: "Wenn in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen Regelungen für die Ausübung islamischer Feiertage hinzukommen, würde das nicht die christliche Tradition unseres Landes verraten. Ich habe damit weder einen gesetzlichen Feiertag für Muslime gefordert, noch werde ich ihn anregen."

Proteste beim Zentralkomitee

Sternberg präzisierte damit frühere Äußerungen zur Debatte um einen muslimischen Feiertag. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag) hatte er Sympathie für weitergehende Feiertagsregelungen für Muslimen geäußert. Wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Bonn dem epd bestätigte, gingen als Reaktion auf Sternbergs Aussagen heftige, zum Teil unangemessene Proteste beim ZdK ein.

Özdemir und Sternberg positionierten sich damit in einer Debatte, die auf Äußerungen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zurückgeht. Dieser hatte am 9. Oktober bei einer Parteiveranstaltung der CDU im niedersächsischen Wolfenbüttel gesagt, man könne über einzelne islamische Feiertage in bestimmten Regionen reden und auf Allerheiligen am 1. November verwiesen. Dieser Tag ist nur in katholisch geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Grundsätzlich seien die Feiertage in Deutschland aber christlich geprägt, hatte de Maizière betont. Er will seine Äußerung ausdrücklich nicht als Vorschlag für einen islamischen Feiertag verstanden wissen.

Feiertage sind Ländersache

Sternberg erklärte, der deutsche Staat sei ganz wesentlich durch christliche Feiertage geprägt: "Dies ist schon immer so - und wir werden alles tun, dass es so bleibt. Alle staatlichen Feiertage in unserem Land sind bis auf den 1. Mai und den 3. Oktober christlich geprägt. Selbstverständlich ist hier auch der Sonntag zu nennen. Ich habe darauf hingewiesen, dass es Aufgabe der Christen ist, diese Feste zu gestalten und im Bewusstsein zu halten." In multireligiösen Gesellschaften gehörten auch Kenntnisse über andere Religionen zur Grundbildung.

Einzelne Bundesländer, darunter die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, haben in ihren Feiertagsgesetzen festgeschrieben, dass Schüler an wichtigen islamischen Feiertagen vom Unterricht freigestellt werden können und Arbeitnehmern der Besuch eines Gottesdienstes beziehungsweise Gebets ermöglicht werden soll. In Berlin gilt das für das Ramadan- und Opferfest. In Hamburg und Bremen gilt die Regelung auch für den Aschura-Tag.

Ähnliche Regelungen gibt es auch für jüdische Feiertage sowie christliche, die nicht bundesweit arbeitsfrei sind wie etwa der Reformationstag oder Allerheiligen. Feiertagsregelungen sind grundsätzlich Sache der Bundesländer.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 18. Oktober 2017, 11:08 Uhr


Wir haben in Deutschland ca 25 Mio evangelische Christen (einschließlich Freikirchen) und 4,7 Mio Muslime. Das allein ist Grund genug, überhaupt nicht erst nachzudenken über einen islamischen Feiertag.
Bevor wir unseren Buß- und Bettag, den wir für die Pflegeversicherung opfern mußten, und unseren Reformationstag auf Dauer nicht wiederhaben, wäre es äußerst ungerecht, einen islamischen Feiertag einzuführen.
Das ist wieder dieser typisch deutsche vorauseilende Gehorsam, den niemand braucht - auch die Muslime nicht.
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Atlantica, 18. Oktober 2017, 20:51 Uhr


Wer fordert den muslimischen Feiertag? Die Muslime selbst? Na, also.
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Ruckzuck, 19. Oktober 2017, 17:34 Uhr


Ist mir auch schleierhaft, warum das ein drängendes Thema sein soll.
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