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Museumschefin lobt Dresdner Kunstinstallation «Monument»

9. Februar 2017

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, verteidigt den deutsch-syrischen Künstler Manaf Halbouni gegen Kritik.

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Der Deutsch-Syrier Manaf Halbouni bei der Aufstellung der Busse vor der Frauenkirche.

Dresden (epd). Im Streit um die Dresdner Kunstinstallation "Monument" stellt sich die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, hinter den deutsch-syrischen Künstler Manaf Halbouni. Er habe vor der Dresdner Frauenkirche "ein beeindruckendes Denkmal der Erinnerung an den Krieg - sei es der Krieg in Syrien oder der Zweite Weltkrieg" geschaffen, erklärte die Kunsthistorikerin am Donnerstag in Dresden.

Halbouni hatte sein "Monument" im Vorfeld des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg am 13. Februar auf dem Neumarkt errichten lassen. Es zeigt drei hoch aufgestellt Busse, die an ein Foto aus dem kriegszerstörten Aleppo erinnern. Dort sollen Zivilisten eine Straßensperre zum Schutz vor militärischen Angriffen aufgestellt haben.

Alltagsobjekte in der Kunstwelt

Der Künstler wolle die "Wahrnehmungsfähigkeit auf subversive Art durch das Symbol der Mobilitätsfreiheit schärfen und auf die Zerstörung der Hochkultur, die Dresden und Aleppo gemeinsam ist, hinweisen", sagte Ackermann. Halbouni habe "in seinem bewegenden Werk Busse und Autos als stilistisches Mittel verarbeitet, um Themen wie Mobilität und Entwurzelung sichtbar zu machen". Er reihe sich damit in die Tradition der sogenannten Nouveaux Realistes in den 1960er Jahren ein, die Alltagsobjekte in die Kunstwelt überführten.

Das temporäre Kunstprojekt vor der Frauenkirche war am Dienstag unter massiven Störungen eröffnet worden. Etwa 60 Gegner, darunter Anhänger der fremdenfeindlichen "Pegida"-Bewegung, protestierten während der Eröffnung lautstark gegen das Kunstwerk. Mindestens ebenso viele Sympathisanten des Denkmals hielten ebenfalls lautstark dagegen.

Das Projekt war bereits zuvor kontrovers diskutiert worden. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sah sich unter anderem deshalb Morddrohungen ausgesetzt. Halbouni will mit dem Projekt eine Brücke zum Nahen Osten schlagen, an den Krieg in Syrien und das Leid der Zivilbevölkerung erinnern. Der Künstler wurde 1984 in Damaskus als Sohn einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters geboren. Er studierte an der Dresdner Kunsthochschule.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 9. Februar 2017, 15:58 Uhr


Auch wenn es nicht gerade eine Augenweide ist: ich finde die Idee, die dahinter steckt, genial.
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Matthäus53, 9. Februar 2017, 23:10 Uhr


Solch einen mutigen Künstler brauchen die Menschen auch in Russland und Syrien um vor dem Kreml und Assads Palast je einen Panzer mit verknoteten Rohr aufzustellen. Aus der Turmluke schaut ermahnend Mohammed und hält eine Taube in der Hand.
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