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Mitteldeutschland lädt zu «Kirchentagen auf dem Weg» ein

3. Februar 2017

Schiffsprozession, Reformations-Performance, Posaunenfest und ein internationales Festmahl vor dem Erfurter Dom: Zum 500. Reformationsjubiläum laden im Mai acht Städte zu evangelischen "Kirchentagen auf dem Weg" ein - mit einem vielfältigen Programm.

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Christina Aus der Au

Berlin (epd). Mehr als 2.000 Veranstaltungen in acht Städten: Zeitgleich zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg laden im Mai auch mehrere "Kirchentage auf dem Weg" in Mitteldeutschland zu Festivals der gesellschaftspolitischen Diskussion, der Kultur und der Religion ein. Zum 500. Reformationsjubiläum werden dort vom 25. bis 27. Mai rund 100.000 Teilnehmer erwartet, hieß es bei der Vorstellung des Programms am Freitag in Berlin.

Die sechs "Kirchentage auf dem Weg", die gemeinsam mit dem großen Kirchentag am 28. Mai mit einem Gottesdienst und einem Abschlussfest auf den Elbwiesen in Wittenberg enden, werden in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Dessau-Roßlau, Halle/Eisleben und Jena/Weimar gefeiert. Dabei soll im "Kernland der Reformation" über aktuelle Themen und die Verantwortung für die Zukunft diskutiert werden, sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. Auf dem Programm stehen auch Konzerte und andere Kulturveranstaltungen.

"Wir diskutieren den ganzen Sommer lang"

Die Kirchentage seien Teil des Reformationssommers mit einer Weltausstellung in Wittenberg als Kern des Jubiläumsjahres, erklärte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann: "Wir diskutieren den ganzen Sommer lang." Die Kirchentage in Mitteldeutschland seien dabei auch eine Einladung, historische Orte der Reformation kennenzulernen.

In Leipzig werden unter anderem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und Reformationsbotschafterin Margot Käßmann zu Diskussionen erwartet. In Dessau-Roßlau wird das Umweltbundesamt zum Debattenort über Umweltpolitik und Stadtentwicklung.

Halle und Eisleben laden unter dem Motto "Zwei Städte für ein Halleluja" zu einem Gospelprogramm ein. In Jena und Weimar werden die Themen Frieden, Gewalt und Rechtsextremismus aufgegriffen. In Magdeburg werden unter anderem der Linken-Politiker Gregor Gysi und der Journalist Wolf von Lojewski zu einer Diskussion erwartet, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) lädt dort zu einer Bibelarbeit ein.

200.000 Menschen zur Abschlussfeier erwartet

Der Erfurter Kirchentag steht unter dem Motto "Licht auf Luther" und lädt unter anderem zu einer Wanderung mit der Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zum Thema "Geblitzt! Mit Luther auf dem Weg von Stotternheim nach Erfurt" ein. Im Mittelpunkt steht dort Luthers einschneidendes Erlebnis eines Blitzschlags, das seinen theologischen Weg stark beeinflusst hat. Zum internationalen Festmahl am Dom der Stadt wird auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwartet.

Die "Kirchentage auf dem Weg" mit einem Gesamtetat von rund 12,5 Millionen Euro werden auch mit öffentlichen Mitteln gefördert, sagte der Geschäftsführer des Vereins Reformationsjubiläum 2017, Hartwig Bodmann. Darunter sind rund zwei Millionen Euro Zuschüsse der beteiligten Kommunen. Weitere 2,25 Millionen Euro kommen vom Bundesland Sachsen, zwei Millionen Euro aus Sachsen-Anhalt und 600.000 Euro aus Thüringen.

Auch Sicherheitsfragen wird großer Raum eingeräumt. So seien zum Abschlussgottesdienst in Wittenberg Taschenkontrollen bei allen Teilnehmern geplant, sagte Bodmann. Zu der Abschlussfeier werden rund 200.000 Menschen erwartet.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 4. Februar 2017, 9:31 Uhr


200.000 Menschen zum Abschlußgottesdienst? von meinen Bekannten, die zum KiTa nach Berlin fahren, weiß ich bisher nur eine Person, die auch den Weg nach Wittenberg auf sich nehmen will. Alle anderen - Bläser oder nicht - winken ab und meinen, daß sie sich das nicht antun wollen.
Von den Kirchentagen auf dem Weg wird es einfacher sein, wegen der geringeren Menschenmassen. Von Leipzig aus z.B. werden die Bläser bevorzugt transportiert (schon ziemlich früh). Wenn die in Wittenberg allerdings auch das Bläsergepäck kontrollieren wollen, weiß ich nicht, ob bis 12.00 Uhr alle einsatzbereit sind.
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