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Metalldesign by Karl Lagerfeld

20. März 2017

Der schwäbische Schlossermeister Markus Döttling betreibt eine Tresor-Manufaktur. Die meisten seiner oft ausgefallenen Aufträge erhält er aus den USA. Um alle Wünsche zu erfüllen, hat er sogar schon einmal mit Karl Lagerfeld zusammen gearbeitet.

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Tresor "The Gallery"

Sindelfingen (epd). Markus Döttling, der in der vierten Generation als Schlosser arbeitet, raucht gerne Zigarren. Dafür baute er in einen 150 Jahre alten Tresor einen Humidor. Humidore sind Aufbewahrungsbehälter, hergestellt aus Zedernhölzern und ausgestattet mit Befeuchtungssystem, so dass das Aroma der Zigarren konserviert wird. "Mit diesem Stück schaffte ich meinen ersten Auftrag", erinnert er sich.

Das war vor 15 Jahren. Heute fertigt er in Sindelfingen bei Stuttgart unter anderem für die Reichen der Welt Luxus-Tresore an. 250.000 Euro kostet beispielsweise der von Karl Lagerfeld gestaltete "Narcissus": Der Stahlkorpus ist mit großer Spiegelfläche und hochglanzverchromtem Aluminium verkleidet. 800 Kilogramm wiegt das Designerstück, 30 Exemplare gibt es.

"Zeigen, was sie besitzen"

"Damit wollten wir Frauen ansprechen", erklärt Döttling. Doch die Werbekampagne habe nur begrenzt funktioniert. "Tresore bleiben ein Männerthema", ist der Schlossermeister überzeugt.

Ebenfalls zu den Luxustresoren zählt der "Grandcircle", der auf 20 Exemplare limitiert ist. Dieser besitzt - wie viele andere der Tresore aus Sindelfingen - einen Uhrenbeweger, durch den sich die sicher aufbewahrten Zeitmesser ständig drehen. "Das ist bei Uhren mit hoher technischer Ausstattung nötig. Bleiben sie stehen, bekommt man sie wegen der aufwendigen Mechanik kaum noch zum Laufen", erläutert Döttling. Diese Uhren-Tresore seien sehr gefragt.

Wobei viele Vermögende ihre kompletten Anwesen eigentlich durch Sicherungsanlagen schützten, der Tresor also überflüssig sei. "Diese Kunden möchten Wind machen, zeigen, was sie besitzen", ist Döttlings Erfahrung. So wird der Tresor zum Lifestyle-Produkt - je nach Geschmack auch mit edlem Leder oder Fell überzogen. Die meisten Aufträge an den Sindelfinger kommen aus den USA.

Ein Grund, der für Panzerschränke spricht, ist, dass sie feuersicher sind. Das ist auch bei Geldscheinen wichtig. "Viele trauen den Banken nicht mehr", sagt Döttling. Sicherheitsausstattung und Panzerbeschichtungen der Safes legen eine Einstufung von 0 bis sechs fest, die über die Versicherungssumme entscheidet. Sechs ist die höchste Stufe, durch die besonders wertvolle Safe-Inhalte den entsprechenden Versicherungsschutz erhalten.

Zahlen-Code und Finger-Print

Aber Markus Döttling baut auch Tresore für den kleineren Geldbeutel. Ab 5.000 Euro sind sie zu haben und dienen in der Regel zur Aufbewahrung von Waffen.

Und er hängt immer noch an alten Tresoren. Dazu zählt eine Rarität von 1872, die dem italienischen König Viktor Emanuel II. (1820-1878) gehörte. In Handarbeit wurden marode Teile ausgebessert. Es wurde geschmirgelt, poliert und lackiert. Elektriker, Schreiner, Schlosser und Restauratoren arbeiten in der schwäbischen Werkstatt Hand in Hand.

Ausgerüstet ist der alte Tresor nun auch mit modernen Sicherungssystemen wie Zahlen-Code und Finger-Print. Das eine Tonne schwere Schmuckstück erstand schließlich ein schwäbisches Unternehmen. Mehr verrät Döttling über seine Kunden nicht, denn "ich habe eine Geheimhaltungsklausel unterschrieben".

Döttlings Wissen ist nicht nur bei Menschen gefragt, die ihre Kostbarkeiten schützen wollen: Geschätzt wird seine Erfahrung und Fingerfertigkeit auch anderenorts - dann öffnet Döttling Safes für die Kriminalpolizei.

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