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Leiter von Flüchtlingsunterkunft im Sauerland vielfach vorbestraft

16. November 2016

Der ehemalige Leiter einer Flüchtlingsunterkunft im Sauerland steht wegen des Vorwurfs vor Gericht, eine Syrerin vergewaltigt zu haben. Nun stellt sich heraus, dass der Mann mehrfach vorbestraft ist.

Arnsberg, Essen (epd). Ein Niederländer hat eine Flüchtlingsunterkunft im Sauerland geleitet, obwohl er vielfach vorbestraft ist. Der 51-Jährige muss sich seit Montag vor dem Arnsberger Landgericht verantworten, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, eine Frau aus Syrien, die er in der Unterkunft in Finnentrop kennengelernt hatte, Anfang dieses Jahres mindestens viermal vergewaltigt zu haben. Die Betreiberfirma European Homecare erklärte, sie habe von den Vorstrafen des Mannes erst jetzt erfahren.

Aus der Anklageschrift geht hervor, dass der Mann bereits mehrfach in den Niederlanden sowie in Belgien und Deutschland verurteilt wurde, wie Gerichtssprecher Johannes Kamp dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der in Hagen erscheinenden "Westfalenpost" (Dienstagsausgabe). Die Zeitung berichtete über insgesamt 19 Verurteilungen unter anderem wegen der Herstellung von Drogen, Hehlerei, Urkundenfälschung und im Jahr 2000 wegen eines Sexualdelikts.

Mutmaßliches Opfer soll aussagen

Nach Angaben des Landgerichts nahm der Niederländer, der sich seit Juni in Untersuchungshaft befindet, zum Prozessauftakt am Montag nicht Stellung zu den Vorwürfen der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung. Seine Lebensgefährtin wurde als Zeugin vernommen. Am nächsten Sitzungstermin am 24. November soll das mutmaßliche Opfer als Zeugin aussagen. Vier weitere Fortsetzungstermine bis zum 12. Januar wurden angesetzt.

Die Unterkunft in Finnentrop wurde in der fraglichen Zeit von der Firma European Homecare mit Sitz in Essen betrieben. Sprecher Klaus Kocks betonte, European Homecare habe von den Vorstrafen nichts gewusst. Die Firma verlange bei derartigen Einstellungen ein erweitertes Führungszeugnis, das bei dem nun angeklagten Mann ohne Eintrag gewesen sei. Zudem habe der Mann in einer Eigenerklärung versichert, dass gegen ihn noch nie ermittelt worden sei. "Seit dem Prozessauftakt wissen wir, dass das nicht korrekt war", sagte Kocks.

Auch von den aktuellen Vorwürfen gegen den Mann habe European Homecare erst zu Beginn der polizeilichen Ermittlungen vor einigen Monaten erfahren. Das Unternehmen habe den Niederländer bereits nach drei Monaten zum Ende Januar wieder entlassen, erklärte der Sprecher. Zu den Gründen für die Entlassung wollte Kocks aus arbeitsrechtlichen Gründen keine Angaben machen.

Verantwortung zurückgewiesen

Die Bezirksregierung Arnsberg als Aufsichtsbehörde wies derweil die Verantwortung für die Personalie zurück: "Für die Auswahl des Personals ist ausschließlich das Betreuungsunternehmen zuständig", sagte Pressesprecher Christoph Söbbeler der "Westfalenpost".

Darauf entgegnete Kocks, zwar sei die Betreiberfirma für die Auswahl und Einstellung des Personals zuständig, die Sicherheitsüberprüfung unterstehe jedoch der Verantwortung der Behörde. Alle Wachleute von Flüchtlingsunterkünften würden auch behördlich überprüft, gelegentlich auch Leiter von Unterkünften. Im aktuellen Fall sei dies vermutlich versäumt worden, kritisierte Kocks und warf der Bezirksregierung vor, sich "aus der Verantwortung zu stehlen".

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 15. November 2016, 14:27 Uhr


Es ist nicht zu verstehen, daß einem mehrfach Vorbestraften so viele Menschen anvertraut werden. European Homecare hat hier fahrlässig gehandelt und sollte von allen Aufträgen entbunden werden.

Es ist sowieso erwiesenermaßen in JEDER Hinsicht und auf jedem Gebiet sehr kurzsichtig, immer dem Allerbilligsten den Vorzug zu geben, wie es seit einiger Zeit vorgeschrieben ist. Es kommt auf die Dauer nämlich immer teurer (ich sage nur Autobahnbaustelle A44 bei Werl....). Die Leitung eines Heims in der Region zu vergeben ist effizienter, selbst wenn es auf den ersten Blick etwas teurer ist, weil es in der Region Arbeitsplätze schafft und in und von der Region versorgt wird. Der Faktor Menschlichkeit ist da noch nicht eingerechnet.
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Ulrich Keßler, 15. November 2016, 17:09 Uhr


"Die Bezirksregierung Arnsberg als Aufsichtsbehörde wies derweil die Verantwortung für die Personalie zurück: "Für die Auswahl des Personals ist ausschließlich das Betreuungsunternehmen zuständig", sagte Pressesprecher Christoph Söbbeler der "Westfalenpost". "
Das scheint mir der eigentliche Skandal zu sein: Die BezirksREGIERUNG lehnt jede Verantwortung ab, spricht sich selbst frei und schiebt die Schuld allein auf andere. Ja, woher kommt da wohl die Verdrossenheit vieler Bürger?
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Schallblech, 15. November 2016, 17:46 Uhr


Der vormalige Regierungspräsident Bollermann hatte das so gut im Griff, wie es in der chaotischen Situation im Sommer 2015 nur möglich war. Kurz vor seinem Ruhestand wurde er im Urlaub von Innenminister Jäger im Handstreich kaltgestellt und durch seinen Vize ersetzt, der nichts im Griff hatte (genauso wenig wie Jäger). Bollermann bekam nicht mal die Chance, die Amtsgeschäfte ordnungsgemäß zu übergeben - was ihm dann vorgeworfen wurde.
Der Grund? Möglicherweise lag er darin, daß Herr Bollermann damals schon mehrfach auf sexuelle Übergriffe durch Nordafrikaner hingewiesen hatte, was man im Innenministerium nicht hören wollte und später, nach der Silvesternacht von Köln, abgestritten hat.
Alles Klüngel!
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Das ist echt ein Hammer. Ich erinnere mich ähnlicher Vorkommnisse in Burbach/Siegerland (meiner Geburtsgemeinde), in der es ebenfalls zu Übergriffen von Wachpersonal auf Migranten kam. Mit der Betreuung der Migranten war ebenfalls genau diese Gesellschaft beauftragt. Damals lösten die Vorgänge ein bundesweites Echo aus und waren sogar Gegenstand mehrerer Fernseh-Berichte.
Dass diese Organisation immer noch im Geschäft ist, kann nur als Skandal gewertet werden.

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