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Kurienkardinal Müller kritisiert Papst-Kritiker

9. Januar 2017

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, kritisiert die Forderung von vier Kardinälen, Papst Franziskus solle den Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen klären.

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Rom (epd). Zwar habe jeder das Recht, dem Papst einen Brief zu schreiben, sagte der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller am Sonntagabend im italienischen Fernsehsender TGCOM24. Doch das von den vier Kardinälen kritisierte Papstschreiben "Amoris laetitia" sei klar formuliert und bedürfe keiner Klärung.

Zudem sei er überrascht gewesen über die Veröffentlichung des Briefes. Damit hätten die vier Kardinäle das Kirchenoberhaupt gewissermaßen gezwungen, Ja oder Nein zu antworten. "Das gefällt mir nicht", betonte der konservative Kurienkardinal Müller. Überdies schadet nach Müllers Überzeugung die in der Öffentlichkeit ausgetragene Auseinandersetzung der Kirche.

Zweifel formuliert

Die vier Kardinäle, darunter die Deutschen Joachim Meisner und Walter Brandmüller, hatten Mitte November 2016 ihren gemeinsamen Brief an den Papst vom September veröffentlicht. In diesem äußern sie Zweifel an dem Anfang April 2016 veröffentlichten Papstschreiben "Amoris laetitia", in dem Franziskus für einen liberaleren Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen wirbt. Darin vermeidet er konkrete Vorgaben für eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion, ruft aber zu mehr Realismus auf und stärkt die Gewissensfreiheit einzelner Priester und der Ortskirchen weltweit.

Die von den Unterzeichnern in Anspruch genommene brüderliche Zurechtweisung entbehrt jedoch laut Müller jeder Grundlage. Eine solche wäre gegeben, wenn eine Gefahr für den Glauben bestehen würde. Das Papstschreiben "Amoris laetitia", über dessen Inhalt die vier Kardinäle in ihrem Brief an den Papst Klarheit fordern, jedoch sei klar.

Neu sei daran die genaue Betrachtung der Lage von Menschen, die nach der kirchlichen Lehre in irregulären Situationen leben, sagte der deutsche Kurienkardinal mit Blick auf wiederverheiratete Geschiedene. Für die Betroffenen müssten Wege zur Integration in das kirchliche Leben gesucht werden. Es gebe einerseits die kirchliche Lehre über die Ehe, andererseits sei die Kirche verpflichtet, sich um diese Menschen zu kümmern.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 9. Januar 2017, 14:22 Uhr


Die Kirche ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Kirche! (Sowas Ähnliches steht auch als Jesuswort in der Bibel, auf den Sabbath bezogen).
Gilt der Papst nicht in seinen Schriften als unfehlbar? Oder zählt da so ein Schreiben wie Amoris laetitia nicht dazu? Wenn ja, würden diese Kardinäle ja das Papstamt anzweifeln.
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Atlantica, 10. Januar 2017, 20:54 Uhr


Kritik und Meta-Kritik.kenne ich doch irgendwoher ;-) Leute, befasst euch einmal mit Philosophie, dann merkt ihr schnell, dass ihr so nicht weiterkommt: der Mensch denkt, Gott lenkt. Der neue Papst soll bescheiden sein. Das ist gut.
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