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Knobloch: AfD-Einzug ist «verheerender Einschnitt»

24. Oktober 2017

Die frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sieht den Einzug der AfD in den Bundestag als "verheerenden Einschnitt" in der Geschichte der Bundesrepublik.

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Oldenburg (epd). "Ich sorge mich um unsere Demokratie und unser Land", sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (Dienstag). "Dass jetzt mit der AfD erstmals Rechtsextreme in Fraktionsstärke im Deutschen Bundestag sitzen, ist eine historische Zäsur."

Es sei zu befürchten, dass die Thesen und "Tiraden" der AfD die politische Debatte und Kultur verändern werden, fügte Knobloch hinzu. "Das schadet dem Ansehen Deutschlands in der Welt", sagte sie. "Die AfD schert mit gezielten Tabubrüchen und Provokationen bewusst aus dem gewachsenen demokratischen Konsens aus."

"Ausgrenzung und Menschenverachtung"

Mit der AfD zögen Ausgrenzung, Menschenverachtung, Verschwörungstheorien, völkischer Nationalismus, Neonazismus, Holocaustleugnung und Antisemitismus in den Bundestag ein, erklärte Knobloch. "Das hat nichts mit Patriotismus zu tun, sondern verkörpert vielmehr die schlechtesten Seiten unseres Landes", unterstrich die Beauftrage für Holocaust-Gedenken des World Jewish Congress.

Am Dienstag kommt der neu gewählte Bundestag zu seiner konstituierenden Sitzung in Berlin zusammen. Die AfD, die bei der Bundestagswahl 12,6 Prozent der Stimmen geholt hatte, ist mit 92 Sitzen drittstärkste Kraft im Parlament.

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Alwite, 24. Oktober 2017, 10:52 Uhr


Eine Sorge, die ich teile.
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Paperback, 25. Oktober 2017, 11:22 Uhr


Alwite,

diese Sorge teile ich auch. Dabei darf man freilich nicht vergessen, dass die AFD von den traditionellen Parteien angefüttert wurde.
Wenn man Menschen, die selbst am Rande stehen, die in Gefahr stehen, ins soziale Abseits zu geraten, nicht zuhört, sich nicht um ihre Probleme kümmert, dann neigen sie, dazu, Extreme zu wählen.
Jetzt haben wir die Bescherung, und daran trägt sowohl die Bundeskanzlerin ein gerüttelt Maß an Schuld, wie auch einige exponierte Vertreter, vor allem Vertreterinnen aus dem kirchlichen Establishment.
Da traten einige Damen mit einem weinerlichen Klang in der Stimme auf und ereiferten sich zur Migrantenfrage.
Ich habe in all den letzten Jahren nicht erlebt, dass sich diese Herrschaften mal in ähnlicher Weise um Benachteiligte in der eigenen Bevölkerung gekümmert hätten. In einem der letzten Haushalte meines Bundeslandes wiesen sie von rd. 20 Milliarden mehr als 4 Milliarden für die Integration von Migranten aus. Ich frage mich seitdem, warum man nicht vorher auch mal so viel Geld für die Bedürftigen in unserer Bevölkerung übrig hatte. Stattdessen verfielen Schulen, verkamen Straßen, zeigte man sich sparsam.
An dieser Stelle hat die AFD gepunktet, den Menschen suggeriert, ihre Anliegen, ernst zu nehmen.
In Deutschland hat sich eine elitäre Schicht aus fast allen relevanten Kräften zusammengefunden, die alles besser weiß, die Vorgaben macht, die den Einen Opfer zumutet, während sie andere päppelt.
Der Wähler muss mit dem großen Klammerbeutel gepudert sein, durchschaut er dieses Spiel nicht.
Ich fürchte, in den anstehenden Jamaika-Verhandlungen werden sie den letzten Rest ihrer Grundsätze verhökern, um dabei zu sein. Da marschieren die Repräsentanten unserer Kirche vorneweg.

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