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Kirchen über Frühstart der Weihnachtsmärkte verärgert

10. November 2017

Zwischen Lindau und Bremerhaven beginnen viele Weihnachtsmärkte in diesem Jahr bereits vor dem Totensonntag. Die Kirchen haben dafür kein Verständnis und unterstreichen die Bedeutung der "stillen" Tage im November.

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Frankfurt a.M. (epd). Dass in diesem Jahr wegen der kurzen Adventszeit viele Weihnachtsmärkte schon vor Totensonntag öffnen, stößt bei der evangelischen Kirche auf Kritik. Bei einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) bedauerten die Landeskirchen die Kommerzialisierung des Festes und riefen zugleich zur Einhaltung der "stillen" Zeit auf, die dem Erinnern an Kriege und an die Toten in Familie und Freundeskreis gewidmet sei.

Für den Frühstart habe man kein Verständnis, hieß es aus der rheinischen Landeskirche in Düsseldorf. "Es ist in den Augen der Kirche ein Ärgernis, dass in manchen Kommunen der Bezug zum eigentlichen Anlass zugunsten rein kommerzieller Interessen verloren gegangen ist", sagte ein Sprecher. Den Totensonntag begehen evangelische Christen am 26. November.

Die großen christlichen Feste sollten dann gefeiert werden, wenn sie dran sind, sagte auch ein Sprecher der bayerischen Landeskirche, "also: Advent im Advent, Weihnachten an Weihnachten, Ostern an Ostern". "Der Rhythmus der christlichen Feste prägt uns und bereichert uns seit vielen Generationen. Darum plädieren wir dafür, die Weihnachtsmärkte erst nach dem Totensonntag zu beginnen."

Berlin als säkulare Stadt

Während etwa auf St.Pauli und in der Münchner Residenz der Weihnachtsmarkt-Trubel bereits in der Woche vor dem Ewigkeitssonntag beginnt, geht Berlin einen anderen Weg. In der Bundeshauptstadt starten Kirchen und Handel gemeinsam in die Adventszeit: Am 27. November werden die Bischöfe Markus Dröge (evangelisch) und Heiner Koch (katholisch) sowie der Präsident Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB), Björn Fromm, in der "Mall of Berlin" symbolisch die Weihnachtsbeleuchtung einschalten. Am gleichen Tag öffnen dort die ersten Weihnachtsmärkte.

Obwohl Berlin als säkulare Stadt gelte, halte man sich an die christliche Tradition und die kaufmännische Sitte, Weihnachtsmärkte nicht vor dem Ewigkeitssonntag zu öffnen, sagte HBB-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen dem epd. Zudem würden sich auch immer mehr große Kaufhäuser daran beteiligen, "der voradventlichen Beleuchtung zu widerstehen".

In diesem Jahr fallen Heiligabend und der vierte Advent zusammen - das heißt, die Adventszeit beginnt erst am 3. Dezember und ist damit relativ kurz. Daher öffnen einige Weihnachtsmarktbetreiber schon vor dem Totensonntag ihre Pforten. Dazu zählen der Markt der Münchner Residenz, die Lindauer Hafenweihnacht, Märkte in Düsseldorf, Dortmund und Essen, "Santa Pauli" auf dem Hamburger Kiez, beworben als "Hamburgs geilster Weihnachtsmarkt", und der "Wandsbeker Winterzauber", der bereits jetzt mit "urigen Almhütten" aufwartet. Viele Märkte dauern auch bereits bis in neue Jahr hinein.

Sechs Tage weniger Zeit

Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist der letzte Sonntag vor dem ersten Advent. Evangelische Christen erinnern an diesem Tag an die Gestorbenen. Im Feiertagsgesetz ist er, außer in Hamburg, als sogenannter stiller Feiertag festgelegt. Am Sonntag zuvor wird der Volkstrauertag zum Gedenken an Kriegsopfer und gefallene Soldaten begangen.

In Darmstadt lehnte der Schaustellerverband den Vorschlag der evangelischen Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse ab, den Weihnachtsmarkt nach hinten zu verschieben und bis in den Januar hinein zu öffnen. Weihnachtsartikel fänden nach dem Fest keine Käufer mehr, auch wollten die Schausteller selber Weihnachten mit der Familie verbringen.

Dass es auch mit kürzeren Laufzeiten geht, zeigen etwa Erfurt und Dresden. In der thüringischen Landeshaupt, deren Weihnachtsmarkt mit zwei Millionen Gästen zu den beliebtesten in Deutschland gehört, beginnt der Markt erst am 28. November, auch wenn dann sechs Tage weniger Zeit für Besuche an Glühwein- und Lebkurchenbuden sind. Auch der Dresdner Striezelmarkt beginnt erst in der Woche nach dem Totensonntag.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 10. November 2017, 15:46 Uhr


Man kann es schade finden, man kann sich drüber ärgern, solange es Menschen gibt, die hingehen, wird sich nichts ändern. Solange im August Spekulatius gekauft wird und ab Januar Ostereier, werden diese Dinge um diese Zeit zur Verfügung stehen. Allein der Verbraucher hat es in der Hand.


Im Jahre 2008 geschah aber etwas Rätselhaftes: Auf dem Weihnachtsmarkt in Hagen blieb plötzlich das Riesenrad stehen. Zum Glück wurde niemand verletzt. Durch meine Verbindungen gelang es mir, den Grund herauszufinden. Die Geschichte ist im Forum unter "Gott und die Welt" nachzulesen.
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Matthäus53, 11. November 2017, 19:51 Uhr


Ich gehe davon aus, daß nicht nur die Kirchen ärgerlich sind sondern auch ein großer Teil unserer Kirchenmitglieder. Über zu frühen Weihnachts-kommerz oder Verkauf von Weihnachts - Süßigkeiten schon ab Monat September eigentlich noch zur Sommerzeit, wird sich schon seit Jahren aufgeregt ohne , daß sich etwas ändert . Jetzt oder nie sollte die Devise sein !
Ich vertrete die Meinung , daß eine Kirche oder auch eine kleine Christen Schaar dagegen klagen sollte. Dies besonders vor dem Hintergrund, daß in Berlin, Dresden und Erfurt angemessene Lösungen praktiziert werden und diese Maßnahme bundesweit gelten sollten, weil zu frühe Weihnachtsmärkte den kirchlichen Jahreslauf ( mit Totensonntag usw.) gemäß Artikel 4 (2) unseres Grundgesetzes stören und die Christen den Rummel zur Trauerzeit nicht länger ertragen wollen !
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