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Käßmann wirft Bundesamt Anzweifeln von Taufen vor

10. März 2017

Der Umgang mit getauften Flüchtlingen ärgere die evangelische Theologin "massiv".

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Margot Käßmann

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Berlin (epd). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erkläre vermehrt, dass es die Taufe anzweifele und als fadenscheinig ansehe, sagte Käßmann. In diesem Punkt gebe es eine Spannung zwischen Kirche und Staat.

Die Theologin, die als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum wirbt, sagte, sie kenne zwei derartige Vorgänge in ihrem Umfeld. Sie kenne allerdings keinen Pfarrer, der sage "Taufe - Wasser rüber, fertig", sagte Käßmann. Eine Taufe sei ein langer Vorgang. Die Gemeinde müsse zustimmen, der Pfarrer müsse das Begehren prüfen. "Wir taufen nicht einfach so", betonte Käßmann.

Glaubensübertritt wird geprüft

Ein Übertritt zum christlichen Glauben kann bei Asylbewerbern in Deutschland Grund für eine Asylgewährung sein, wenn dadurch im Heimatland Verfolgung drohen würde. Das Bundesamt ist daher dazu angehalten, zu überprüfen, wie ernsthaft der Glaubensübertritt ist.

Käßmann diskutierte bei einer Tagung der SPD-Bundestagsfraktion mit Vertretern der Partei über die Bedeutung der Reformation. Zum 500. Jahrestag des legendären Thesenanschlags Martin Luthers erinnern evangelische Kirche und Staat an die Bedeutung der von ihm ausgelösten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche sowie weitreichende gesellschaftliche Veränderungen zur Folge hatte.

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Leser-Kommentare öffnen

Kahle-Flemming, 11. März 2017, 15:00 Uhr


Das ist nicht neu: Etwa 1998 kam eine Familie - Vater, Mutter zwei Töchter - aus dem Iran und beantragte Asyl, das zuerst auch genehmigt wurde. Sie machte sich daraufhin ansässig und fand Anschluss an unsere reformierte Gemeinde in Soest. Die ganze Familie ließ sich taufen und nahm regelmäßig am Gottesdienst teil. Eine Tochter hielt regelmäßig Kindergottesdienst.
Doch dann widerrief der Bundesbeauftragte für Asylangelegenheiten den früheren Bescheid; die Zahl der Asylberechtigten sollte so gering wie möglich gehalten werden. Die Familie rief daraufhin das Verwaltungsgericht in Arnsberg an; die Verhandlung fand im April 2003 statt.
Das Gericht schien nicht zu glauben, dass die Familie wirklich aus Überzeugung zum evangelischen Glauben konvertiert war; die Verhandlung geriet teilweise zu einer Prüfung in Bibelkunde, und da erwies sich, dass die Familie erheblich bibelfester war als der vorsitzende Richter. Das Gericht schien dem geradezu hilflos gegenüberzustehen.
Um die 20 Männer und Frauen aus der reformierten Gemeinde hatten die vier zur Gerichtsverhandlung begleitet und bildeten nicht nur eine, zwar zum Schweigen verpflichtete, aber dennoch engagierte Öffentlichkeit, die deutlich machte, dass sie für das Asylrecht eintritt und dass sie ihre Mitglieder, wenn sie diese Hilfe brauchen, nicht alleinlässt.
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