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Islam-Papier der rheinischen Kirche: Glauben an den einen Gott

12. Januar 2018

Als erstes Kirchenparlament in Deutschland hat die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland ein theologisches Positionspapier für die Begegnung mit Muslimen beschlossen.

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Bad Neuenahr (epd). Auch Muslime glaubten "an den einen Gott", heißt es in dem am Freitag in Bad Neuenahr verabschiedeten Dokument. Der christlich-islamische Dialog ziele deshalb nicht auf eine Bekehrung zur anderen Religion, sondern "auf das gegenseitige Kennenlernen, das gemeinsame Handeln, das Aushalten von Differenzen sowie eine vertiefte Wahrnehmung der je eigenen Traditionen". Muslime sollen künftig auch in evangelischen Pflegeheimen und Kitas sowie in der Jugendarbeit beschäftigt werden können.

Die rheinische Kirche strecke den Muslimen die Hand entgegen, sagte die Vorsitzende des Theologischen Ausschusses, Ilka Werner. "Wir wollen die anderen nicht uns gleich machen, sondern mit den anderen gemeinsam auf dem Weg sein." Das schließe nicht aus, dass sich Muslime zum Christentum bekehren: "Wenn Muslime sich taufen lassen wollen, ist das unsere Freude." Im theologischen Gespräch sollen sowohl Gemeinsamkeiten als auch grundlegende Differenzen offen zur Sprache kommen.

"In Kitas künftig auch Muslime beschäftigen"

Als erste der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland habe die rheinische Kirche damit eine "grundsätzliche theologische Schneise" zu dem Thema geschlagen, sagte Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Umstritten war in der ausführlichen Synodendebatte vor allem, ob die Konversion von Muslimen zum Christentum ein Ziel des interreligiösen Gesprächs sein soll. Klärungsbedarf sieht die rheinische Kirche jetzt im Blick auf ihr künftiges Missionsverständnis. Es soll in einem neuen Diskussionsprozess erörtert werden.

Beim kirchlichen Arbeitsrecht beschloss die Landessynode eine Lockerung: In Arbeitsbereichen, in denen viele Menschen anderen Glaubens betreut werden, sollen künftig auch Muslime oder Menschen anderen Glaubens angestellt werden können. Dazu gehören unter anderem Pflegeheime, Schulen und Kitas. In Kernbereichen wie Verkündigung und Seelsorge sollen Mitarbeiter aber weiterhin einer evangelischen Kirche angehören. Wie weit sich Kirchenkreise und Gemeinden öffnen, können diese selbst entscheiden und auch zahlenmäßig begrenzen.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 13. Januar 2018, 23:18 Uhr


Die Öffnung in Richtung musl. Mitbürger und das aufeinander zu Gehen darf aber nicht dazu führen, wie vor kurzem in einem städt. Bitburger Kindergarten , daß aus einer Adventsfeier eine Winterfeier wird !
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Paperback, 14. Januar 2018, 1:42 Uhr


Lieber Matthäus, ich fürchte, Deine Bitte bleibt ungehört, sind unsere Oberhirten doch schon länger dabei, alle theologisch relevanten Unterschiede zwischen den Religionen einzuebnen.
Beliebigkeit wird zu einem theologischen Grundsatz.
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Pierre Viret, 15. Januar 2018, 13:56 Uhr


Was sind "viele Menschen anderen Glaubens"? 10%? 20% Oder sogar 100%? Letzteres ist keine Phantasie, sondern entspricht einer punktuellen Situation in der Dortmunder Nordstadt. Bisher hat die ev. Kirche das eher als eine sozial-diakonische Aufgabe angesehen. Aber gehen wir von einem kleineren Anteil aus: In aller Regel schicken muslimische Eltern ihre Kinder in einen christlichen Kindergarten, um damit ihrem Kind die Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Die meisten nehmen auch an christlichen Festen, Feiern, Gottesdiensten teil, ein Teil hält sich da eher zurück (was ich nachvollziehen kann).
Gelegentliche Auftritte muslimischer Väter, die etwa Einschränkungen beim Tischgebet fordern oder die Richtlinien beim gemeinsamen Essen geändert haben möchten, führen eher zu einem Bewusstwerden: Was ist denn unser christliches Profil?
Oder will die rheinische Kirche mit diesem Öffnungsbeschluss auch die Erziehungsarbeit von Mitarbeiterinnen in Richtung eines konservativen Islam ermöglichen?

Atlantica, 17. Januar 2018, 9:19 Uhr


Zwei Elemente springen ins Auge:

1. Was ist denn unser christliches Profil?

2. Oder will....


Also die letzten beiden Sätze.

ad 2) zunächst: das ist einfach eine Sache der Demographie. Wenn der Anteil muslimischer Familien noch (stark?) ansteigen sollte, wird, es sei denn, es gibt eine starke Missionswelle, der konservative Islam sich etablieren. Zumal es dann ja auch immer mehr muslimische Erzieherinnen geben könnte, was derzeit angesichts der konfessionellen Bindung noch nicht möglich ist, aber dann offenbar nicht mehr aufzuhalten ist.

ad 1) Es sollte doch klar sein. Es hilft nicht weiter, jetzt darüber eine neue Debatte zu beginnen. Eine uralte christliche Tradition sollte nicht leichtfertig über Bord gekippt werden.
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