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Hilfsorganisationen warnen vor Hungerkatastrophe im Südsudan

7. Dezember 2017

Das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" warnt davor, dass sich die verheerende Hungersnot in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Südsudan weiter zuspitzt. Fast die Hälfte der zwölf Millionen Einwohner des jungen Staates hungere, teilte das Bündnis mit.

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Bonn/Frankfurt a.M. (epd). Verschärft wird die Lage durch den bewaffneten Konflikt. "Die Lage wird unübersichtlicher, weil sich immer mehr Splittergruppen bilden", sagte die Südsudan-Expertin Marina Peter. "Es herrscht eine tiefe Hoffnungslosigkeit und ein großes Misstrauen."

Hunger und Gewalt zwingen laut dem Hilfsbündnis derzeit ein Drittel der Südsudanesen zur Flucht. Das sei eine Million mehr als im vergangenen Jahr. Zudem fachten ausbleibende Ernten und extrem gestiegene Lebensmittelpreise die Not weiter an, beklagte das Bündnis. Auch für humanitäre Helfer werde die Situation in dem ostafrikanischen Land immer schwieriger. Dennoch gelinge es hin und wieder die Unterstützung für die Bevölkerung auszuweiten.

Abkommen gebrochen

Grundsätzlich nimmt das Risiko für Hilfsorganisationen jedoch zu. "Viele Projekte können nicht stattfinden, weil es zu gefährlich ist, die Menschen zu erreichen", sagte Marina Peter dem Magazin "welt-sichten". Zwar bemühe sich das ostafrikanische Staatenbündnis IGAD seit einigen Wochen, das Friedensabkommen von 2015 wiederzubeleben. Aber das werde nicht funktionieren. "IGAD möchte einen politischen Prozess, der alle Parteien und Gruppen zusammenbringt, aber mit alten Rezepten."

Das Abkommen unterzeichneten Präsident Salva Kiir und Rebellenchef Riek Machar nach zähem Ringen nur widerwillig. Seitdem wird es zudem andauernd gebrochen. "Niemand hat eine klare Vision für die politische Gestaltung des Landes", sagte Ostafrika-Expertin Marina Peter, die unter anderem "Brot für die Welt" berät.

Der Bürgerkrieg im Südsudan begann im Dezember 2013, nachdem ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und Ex-Vizepräsident Riek Machar eskaliert ist. Zehntausende Menschen wurden seither getötet, zwei Millionen Südsudanesen sind über die Grenzen geflohen, weitere zwei Millionen suchen im Land selbst Zuflucht. Der Südsudan ist erst seit 2011 vom Sudan unabhängig und eines der ärmsten Länder der Welt, obwohl er über reiche Erdölvorkommen verfügt.

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