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Rechtsextreme Ausschreitungen vor dem geplanten Flüchtlingsheim in Heidenau (Aufnahmedatum 22.08.2015)
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Hass im Kopf

18. August 2016

Die Krawalle gegen eine Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau sorgten 2015 für einen Aufschrei. Ein Jahr später steht die Notunterkunft leer. Die Vorurteile sind geblieben.

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Rechtsextreme Ausschreitungen vor dem geplanten Flüchtlingsheim in Heidenau (Aufnahmedatum 22.08.2015)

Dresden (epd). Dort, wo im August 2015 der braune Mob tobte, herrscht jetzt trügerische Stille. Den Eingang der ehemaligen Asylunterkunft in Heidenau bei Dresden bewachen Security-Mitarbeiter. Ein Briefkasten erinnert an die Flüchtlingsunterkunft, die vor einem Jahr bundesweit in die Schlagzeilen geriet. Fast verblasst und kaum lesbar stehen dort die Buchstaben "EAE" für Erstaufnahmeeinrichtung - darunter klebt ein handgeschriebenes Schild mit der Aufschrift "unbekannt verzogen". Die Flüchtlinge leben inzwischen dezentral in Wohnungen.

Die Einrichtung war für bis zu 600 Personen vorgesehen, rund 250 Flüchtlinge sollten im August 2015 dort einziehen. Dagegen regte sich heftiger Widerstand, noch bevor die ersten Bewohner den ehemaligen Baumarkt an der Bundesstraße 172 bezogen. Am 20 und 21. August eskalierte die Situation. Steine flogen, Böller wurden gezündet. Bei den massiven Ausschreitungen wurden 33 Polizisten zum Teil schwer verletzt. Dutzende Flüchtlinge konnten die Unterkunft nur unter Polizeischutz beziehen. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wenige Tage später die Einrichtung besuchte, wurde sie von Einheimischen übel beschimpft.

142 Asylbewerber in Heidenau

In dem Baumarkt hinter einem mit grünen Planen bespannten Metallzaun stapeln sich heute Feldbetten, Decken und Schlafsäcke. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat in dem Gebäude ein Lager eingerichtet, nachdem im April die letzten Flüchtlinge ausgezogen waren. Etwa 80 Prozent der insgesamt rund 6.000 Quadratmeter seien mit Material belegt, sagt DRK-Sprecher Torsten Wieland.

Rund 2.312 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, davon nur 142 in Heidenau. Doch der Hass auf die Flüchtlinge sitzt noch immer in vielen Köpfen. Auch die Angst vor ihnen.

Einige Flüchtlinge hätten zwar eine Arbeitsmöglichkeit gefunden und fühlten sich in Heidenau sehr wohl, sagt die evangelisch-lutherische Pfarrerin Erdmute Gustke, Familien hätten Anschluss gefunden. Aber viele Migranten erzählten ihr auch von "einer frostigen Atmosphäre".

Neben Freundschaften und Hilfsbereitschaft gebe es pure Feindseligkeit, führt Gustke aus. Manche Einheimische ließen die Asylbewerber ihre Ablehnung klar spüren. Das müsse gar nicht immer verbal sein, sagt sie. Manchmal seien es nur ein Schweigen, ein abfälliger Blick, pures Desinteresse. "Dumme Kommentare" und "primitive Abwehr" habe sie auch in den Kirchgemeinden erlebt. Selbst in der Bibelstunde hätten Kinder Sätze geäußert wie: "Mich kotzen die ganzen Ausländer an."

Starken Gegenwind bekam die Kirchgemeinde Heidenau-Dohna-Burkhardswalde zu spüren, als sie plante, eine ehemalige Pfarrerswohnung für Flüchtlinge bereitzustellen. Während sich einige dafür engagieren wollten, drohten andere mit Demonstrationen oder Kirchenaustritt. Da sei ein ganzes Dorf aufgestanden, erzählt Gustke. Der Kirchenvorstand habe sich dem Druck gebeugt, das Vorhaben sei nicht weiter verfolgt worden.

"Hass und Verblendung sitzen tief"

Gustke hat nach den Ausschreitungen vor einem Jahr die "Gebete für die Stadt" mitorganisiert, die damals bis zu 200 Menschen anzogen. Einsatz zeigte im August 2015 auch die Facebook-Initiative "Heidenau ist bunt", die über die Ereignisse im Netz schnell informierte. Bis heute ist sie in dem sozialen Netzwerk aktiv, gibt Informationen weiter, klärt auf.

Ein Sprecher, der anonym bleiben will, sagt im Rückblick auf die Krawalle in Heidenau: "Es war erschreckend zu sehen, was für ein Mobilisierungspotenzial der Rechtsextremen da war - diese massive Gewalt." Er habe gedacht: "Nun haben wir unser eigenes Lichtenhagen." In Rostock-Lichtenhagen war es 1992 zu massiven Ausschreitungen Rechtsradikaler gegen Asylbewerber gekommen.

Der Heidenauer Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) formulierte 2015 klare Worte: "Hass und Verblendung sitzen so tief, dass es schwer ist, diese Menschen zu erreichen." Ein Jahr später will er sich zu den Krawallen nicht mehr äußern.

Rund 40 Ermittlungsverfahren hat es nach den Ausschreitungen in Heidenau gegeben, Anklage wurde laut Generalstaatsanwaltschaft Dresden in 22 Fällen erhoben - wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Einige der Täter konnten - zum Teil wegen der Vermummung - nicht identifiziert werden.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 18. August 2016, 8:44 Uhr


Schlimm, wenn gute Aktionen dem Druck der Straße nachgeben müssen. Woher kommt dieser Haß? Doch wohl vor allem aus einer irrationalen Angst vor dem Fremden. Menschen, die sich auf Flüchtlinge eingelassen und sie persönlich kennengelernt haben, haben auch keine Angst mehr.

Mich erinnert das immer an Michael Endes Scheinriesen aus den Jim-Knopf-Büchern. Von Weitem wirkt er riesig und bedrohlich. Wenn er näher kommt, schrumpft er immer mehr, und sobald er vor einem steht, hat er ganz normale Menschengröße.
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Paperback, 19. August 2016, 10:40 Uhr


Lieber Schallblech,

Du schreibst:

"Schlimm, wenn gute Aktionen dem Druck der Straße nachgeben müssen. Woher kommt dieser Haß? Doch wohl vor allem aus einer irrationalen Angst vor dem Fremden. Menschen, die sich auf Flüchtlinge eingelassen und sie persönlich kennengelernt haben, haben auch keine Angst mehr. "

Dass sich viele Menschen im Osten hinter der sozialen Entwicklung in Deutschland zurückgesetzt wähnen, wissen wir. Das berühmte Wort des Kanzlers der Einheit, niemand werde es schlechter gehen, aber vielen besser, hat sich eben nicht erfüllt.

Den Funktionsträgern vor allem geht es besser. Ein Ministerpräsident im Osten, seine Minister dürften wohl kaum weniger verdienen, als ihre Kolleg/innen im Westen.

Sie sind angekommen, profitieren von den Segnungen der Einheit. Für einen Teil der Bevölkerung gilt das jedoch nicht. Darauf reagieren die Menschen.

Zudem passiert das, was jedenfalls ich auch im Westen beobachte: Während man vielen Menschen Einschränkungen zugemutet hat, kein Geld für wichtige Aufgaben hat, ist plötzlich Geld da.

Die Hilfen für Migranten kosten Milliarden. Da muss man fast froh sein, dass viele Bürger hier und da sich in Wahlverweigerung üben, als dass sie ihre Unzufriedenheit bei den Rechten abliefern.

Da bin auch ich ratlos.

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Alwite, 19. August 2016, 12:17 Uhr


Wir Menschen haben meist falsche Vorstellungen von großen Zahlen. Nur ein kleines Gedankenspiel: Stellen wir uns vor, man würde alle 7,4 Milliarden Menschen dieser Erde nach Deutschland bringen und dort gleichmäßig verteilt aufstellen. Alle Menschen dieser Welt in diesem einen Land! Wie viele Menschen würden dann auf einem Quadratmeter in Deutschland stehen? Schätzen wir einmal … man denkt an Menschenmassen, man denkt an Enge, an Menschen, die Schulter an Schulter stehen:
Weit gefehlt!
Jeder einzelne Mensch hätte dann etwa 48 Quadratmeter Raum für sich und der Rest des Erdballs wäre menschenleer …
Drama aller Zeiten: Die Unfähigkeit der Menschen, miteinander zu leben...
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Schallblech, 19. August 2016, 14:20 Uhr


Danke fürs Ausrechnen, Alwite! Der Vergleich ist wirklich sehr eindrucksvoll.
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Paperback, 19. August 2016, 18:06 Uhr


Ich weiß nicht, und für "eindrucksvoll" halte ich Alwite`s Vergleich auch nicht gerade, eher schon für naiv.
Und: Nach meinen bitteren Erfahrungen ertragen gerade viele Christenmenschen die Schwester und den Bruder nicht neben sich, wenn ihnen ein Krümel ihrer Wichtigkeit verloren zu gehen droht.
In dieser Projektion, die ich für eine apokalyptische Projektion halte, gäbe es dann Hauen und Stechen und der Mensch wäre des Menschen Feind.
Ich erinnere zudem an Jesus, der, wenn er Klarheit suchte, die Einsamkeit wählte und nicht die Menge.
Nicht zuletzt aber erinnert mich diese Vorstellung an einen verschwörungstheoretischen Ansatz (Stichwort "Neue Weltordnung"), nachdem das Aufeinanderprallen der Religionen, die Vermischung der Völker nicht ohne Plan erfolgt, nicht zuletzt aber eine drastische Reduktion der Weltbevölkerung im Auge hat.
Da überkommt mich Schaudern und die Apokalypse scheint mir nahe.

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Alwite, 19. August 2016, 19:17 Uhr


Halleluja, Paperback - mir graut vor Dir....

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Paperback, 19. August 2016, 23:04 Uhr


Alwite.

das Halleluja muss nicht sein. Fürchten musst Du Dich auch nicht vor mir, zumal ich keine Bomben werfe und nicht auf wehrlose Menschen schieße.
Allerdings frage ich Dich, wie wohl die Opfer von Paris, von Brüssel und von München solche Wertungen empfinden würden?
Diejenigen, die dafür verantwortlich zeichnen, haben es ihren Glaubensgenossen inzwischen schwer gemacht, eine Willkommenskultur zerstört und ihre eigene Religion verhöhnt.
Das sollte Dich zum Grausen veranlassen.
Man muss die Opfer Opfer nennen dürfen und die Täter Täter.
Alles Andere verhöhnt die Opfer.

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Alwite, 20. August 2016, 8:19 Uhr


Es ist so einfach mit dem Finger auf andere zu zeigen
und so schwer auf sich selbst zu schauen.
(Volker Murawski)

http://www.engelbrecht-media.de/s_grollkartoffeln.html
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Paperback, 20. August 2016, 9:59 Uhr


Zitat Alwite:

"Es ist so einfach mit dem Finger auf andere zu zeigen
und so schwer auf sich selbst zu schauen.
(Volker Murawski)"

Und deshalb, verehrte Alwite, verändert sich in Gemeinden auch selten und wirklich was. Solche Appelle richten sich in der Regel nämlich an diejenigen, die rauszuekeln man entschlossen ist.
Die Mobber bleiben unangetastet und sammeln im Laufe ihrer frömmelnden Geschäftigkeit Opfer wie Trophäen.
Was Du hier mit mir versuchst, kommt dem nicht nur nahe, sondern ist genau das, was es ist: Mobbing in Vollendung.
Im Laufe meines gemeindlichen Lebens erlebte ich ein solches Vorgehen mehrfach und zwar nicht nur gegen mich, sondern gegenüber drei kirchlichen Amtsträgern, die hinterher reif für die Psychiatrie waren und sich nie mehr richtig erholten.
Nie kamen die Angriffe von außen, kirchenfremden Zeitgenossen, sondern mitten aus dem Kreis frömmelnder Aktiver.
Scham war ihnen ein Fremdwort und irgendwann fiel anderen sogar das Fremdschämen schwer.

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Alwite, 20. August 2016, 12:10 Uhr


>Was Du hier mit mir versuchst, kommt dem nicht nur nahe, sondern ist genau das, was es ist: Mobbing in Vollendung.<

"Mobbing ist destruktive Machtausübung
mit dem Ziel, ohne Skrupel zu zerstören"

Lieber Paperpack, bin mehr als erschrocken, mir das zu unterstellen ist schon sehr starker Toback.

Weder bin ich Dir, noch irgend jemandem Gram oder bös gesonnen, der nicht meiner Meinung ist. - Ganz im Gegenteil, mein Lesen hier, bezieht sich auf interessante Informationen.
Wenn Du Dir mein simples Rechenexempel zu eigen machst, auf die eigene Person beziehst und daraus ein apokalyptisches Drama formst, hast Du ein Problem, das Deiner eigenen Verantwortung untersteht, bitte übernimm sie, und schiebe sie nicht mir zu.

Das angeführte "Mobbing" ist mehr als daneben! Und "He always has to be right," ganz sicher nicht meines.
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ellybe, 20. August 2016, 17:27 Uhr


Was im Artikel steht, ist erschreckend! Alwites Zahlenbeispiel in seiner Aussagelosigkeit ist es aber auch. -
Vielleicht verhilft zur Versachlichung der Diskussion einmal das Nachlesen dessen, was im Wikipedia-Artikel überHeidenau steht, besonders im sog. Dritten Reich, "In der DDR" und "Seit 1990"!
Nicht unerheblich scheint mir auch zu sein, dass es sich bei der "Stadt" Heidenau nicht um eine historisch gewachsene städtische Einheit handelt, sondern ein aus mehreren "Dörfern" (jetzt Stadtteilen) zusammengesetztes Gebilde. Mich würde daher z.B. die Größe des "Dorfes" (oder Stadtteils) interessieren, in dem die Notunterkunft für bis zu 600 (!) Flüchtlinge errichtet worden ist und ob bzw. wie die Bevölkerung dabei einbezogen und angemessen darauf vorbereitet worden ist (oder nicht). - Abgesehen davon gilt natürlich weiterhin mein erster Satz!
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Alwite, 20. August 2016, 18:11 Uhr


ellybe,

>Was im Artikel steht, ist erschreckend! Alwite Zahlenbeispiel in seiner Aussagelosigkeit ist es aber auch. - <

Allein ERSCHECKEND ist, dass Menschen nicht um ihre Urangst wissen und sich unbewusst selbst auf den Leim gehen.
Bedrohungen sehen, die es nicht gibt.

Kreiert der Mensch sich Pseudofeinde um einen äußeren Kampf (den er eigentlich wie Luther, gegen sich selbst führen sollte,) zu begründen?





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ellybe, 20. August 2016, 19:53 Uhr


Alwite: "Bedrohungen sehen, die es nicht gibt." >>> Auch dieser Argumentation kann ich nicht folgen! Ich stelle vielmehr fest, dass, wer die Augen zu macht (oder alles durch die ideologische Brille sieht und nicht bereit ist, diese abzulegen) Bedrohungen, die es gibt, nicht sieht - wie kleine Kinder, die sich die Hände vor die Augen halten und dann glauben, was sie ängstigt, existiere nicht mehr. So haben es viele Jahre lang die drei großen Parteien (CDU, besonders aber SPD und Grüne) gemacht und kritisch-warnende Stimmen in die rechte Ecke gerückt!
ERSCHRECKEND ist, dass sie die real-existierenden Ängste, die ihre Sicherheits-Berechtigung haben, nicht ernst genommen haben. Wir leben in einem hoch-sensiblen sozialen Gefüge, in dem man nicht einfach hunderte Fremde in eine dörfliche oder kleinststädtische Gemeinschaft versetzen kann, als ob diese davon völlig unberührt bliebe! Dies gilt ganz besonders, wenn eine solche Gemeinschaft, wie in Heidenau, " mit dem weitgehenden Niedergang der Industrie Ostdeutschlands und damit einer hohen Arbeitslosenrate sozial schwer getroffen" wurde und dessen Bevölkerung seit 2000 außerdem zweimal unter Hochwasser schwer zu leiden hatte. Politiker, die davon einfach absehen, machen sich und sind (nach meiner Überzeugung) mitschuldig, wenn es in der Bevölkerung zu Protestaktionen kommt! Das gleiche gilt für Kirchenvertreter, die ihre eigenen Mitglieder in ihren Sorgen und Ängsten nicht ernst nehmen! -
All das rechtfertigt selbstverständlich auf keinen Fall die Anwendung von Gewalt gegen andere, erst recht nicht gegen Menschen, die vor Gewalt in ihren Heimatländern zu uns geflüchtet sind und hoffen, dass sie hier in Frieden und Freiheit leben können!
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Paperback, 20. August 2016, 20:39 Uhr


Habt Dank für die Reaktionen.
Und dieser Dank gilt ausdrücklich allen.

Heute war ich Olympia geschädigt und müde irgendwie. Es ist ja nicht das erste Mal in meinem Leben, dass ich solche Erfahrungen anspreche, und im Grunde kenne ich solche Reaktionen.

Und immer wieder ergibt sich dann diese Spirale aus Vorwürfen und Entschuldigungen oder- was noch fataler ist- von Gegenvorwürfen.
Wie im realen Leben sonst bedingen sich beide gegenseitig.

Und dennoch: Parallelen zu meinen übrigen Erfahrungen und Begegnungen lassen sich nicht so einfach ziehen, da ich eben nicht überall anstoße.

Ich habe fast 35 Jahre die "Löwengrube Lehrerkollegium" überlebt und ich hatte dort Freunde. Manchmal gehörte ich zur Minderheit, aber außen vor war ich nie.

Bewege ich mir hier in meiner kleinen Stadt, mache ich Besorgungen, komme ich manchmal gar nicht vom Fleck, weil ich Menschen treffe, denen ich nicht gleichgültig bin, wie sie mir nicht.

Ich bin kein Mensch, dem man aus dem Wege geht. Und ich mag Menschen. Gestern noch traf ich nach meinem Einkaufsbummel jenen Zeitgenossen bei uns, der manchmal die Schlagzeilen der Lokalzeitung füllte, weil er sich als Grüner mit seinen Grünen überworfen hatte. Ja, manchmal wirkt er sonderlich, aber vieles, was er sagt und denkt, stimmt. Wir verstanden uns immer, wenn wir uns trafen.

Hier in meinem Bankgebäude kenne ich viele Menschen, junge und alte. Und da gibt es viele Sympathien. Nein, allein bin ich wirklich nicht.
Sie mögen mich und schätzen mich, wie ich sie umgekehrt auch.

Doch bei "Kirchens" klappt das nicht. Immer ist da irgendwie, wenn es gut geht, diese verkrampfte - manchmal freundliche. aber eben diese Distanz. Es gibt da wiederum ein paar Zeitgenossen, die selbst meine Einschätzungen teilen, aber eben nur leise, weil sie nicht wagen, die Dinge auf den Punkt zu bringen, wie ich das eben hin und wieder mache.

Dann allerdings empfinde ich mich wie der nützliche Idiot, der Kopf und Kragen riskiert, während sie sich bedeckt halten und so in der Gemeinde überleben.

Solidarität im Negativen gibt es nicht.

Seit Jahren beschäftige ich mich mit diesen Erfahrungen, und wenn ich mich auf Suche nach Erfahrungen anderer Menschen mache, werde ich fündig, finde ich Bestätigungen zuhauf, dass ich mit meinen Erfahrungen nicht alleine bin. Dann aber ist auch Schluss mit der Gemeinsamkeit, denn die meisten dieser Menschen haben Kirche und Gemeinde den Rücken gekehrt.

Das kann ich nicht, und ich es laste es mir als Versagen an.
Da bewundere ich meine fast 90jährige Mutter, die diese Suche vor ein paar Jahren aufgegeben hat, zu Kirche und Gemeinde Distanz hält und unter ihren Wanderfreunden und in ihrer Laienspiel-Gruppe aufgeht.
Sie hat mir wahrhaft was voraus.

So. Soweit für jetzt und heute, wollte ich doch auf Eure Reaktionen eingehen, ein Echo senden.

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ellybe, 20. August 2016, 21:11 Uhr


Hallo Paperback,
das Beispiel deiner Mutter "hat mir richtig gut gefallen"! Was für eine tolle Frau!
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Alwite, 20. August 2016, 21:41 Uhr


ellybe, es ist möglich, dass du einer anderen Logik als ich verhaftet bist. Was ich bei Dir lese ist, was jedem vernünftligen, informierten Menschen selbstverständlich bekannt ist. Darüber "aufzuklären" erübrigt sich nun wirklich. Kindisch dagegen finde ich, dass Du die Augenhöhe außer acht lässt.

Damit verabschiede ich mich aus dem Kreis, dieser Dikutanten auf nimmer wiederschreiben. Gejammere und Beschuldigungen sind nun mal nicht meins.

Paperback, 21. August 2016, 13:45 Uhr


Alwite,

Du schreibst:

"Damit verabschiede ich mich aus dem Kreis, dieser Dikutanten auf nimmer wiederschreiben. Gejammere und Beschuldigungen sind nun mal nicht meins."

Wir, Du und ich, hatten hier unsere Geschichte, auch unseren Disput. Zuletzt schienen die Gegensätze nicht mehr aufzulösen.
Ich erlebte Dich zudem als eine Insiderin, die Vorhaltungen gegenüber innerkirchlichen, innergemeindlichen Vorgängen in der Regel mit der Spiegel-Taktik begegnete.
Und so entstand bei mir schnell der Eindruck, dass Du überwiegend aus der Verteidigungsstellung in die Angriffsposition wechseltest.

Unser Konflikt wäre nie und nimmer derart eskaliert, hättest Du mir meine Erfahrungen nicht immer wieder offen oder unterschwellig bestritten.

Es hätte gereicht, zu sagen, dass es so etwas gebe. Bei Dir jedoch musste ich immer den Eindruck haben, den so engagierten Gemeinde-und Christenmenschen Unrecht anzutun.

Dafür allerdings habe ich zu viel erlebt, und diese Erlebnissen betrafen nicht nur mich, sondern im Wesentlichen sogar andere Menschen.

So etwas hinterlässt Spuren. Im Übrigen wiederholt sich erfahrenes Unrecht, wiederholtes Leid, wenn man sie nicht nennen darf, was sie wirklich sind.

Deinen Ausstieg hier im Forum bedauere ich trotz allem und ich wünschte mir, dass Du Dir Deine Entscheidung nochmals überlegst.

In diesem Sinne.

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ellybe, 20. August 2016, 23:03 Uhr


Alwite, du schreibst:
"Kindisch dagegen finde ich, dass Du die Augenhöhe außer acht lässt."
Mit der Augenhöhe ist das so eine Sache:
Ich war immer und bin eben klein.
Ich sehe deshalb seit jeher alles von unten.
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Paperback, 21. August 2016, 10:31 Uhr


Ellybe,

Du schreibst:
"Hallo Paperback,
das Beispiel deiner Mutter "hat mir richtig gut gefallen"! Was für eine tolle Frau!"

In der Tat, Mutter versetzt mich immer wieder in Erstaunen. Mit ihren 89 Lenzen macht sie noch die Gegend unsicher.
Vor einigen Minuten rief ich sie an, wohnt sie doch rd. 300 Kilometer von mir entfernt. Sie hatte nur wenig Zeit, denn sie war auf dem Sprung zu ihrem Wanderverein, bei dem sie jeden Sonntag antritt. Die Herrschaften marschieren dann eine vorher festgelegte Tour, kehren in einer Gaststätte zum Mittagessen ein, um anschließend wieder den Rückweg anzutreten.
Bis vor einigen Monaten hat sie solche Unternehmungen auch organisiert, um dann zu beschließen, es sollten mal Jüngere ran und ihr die Arbeit abnehmen.
In ihrer Wandergruppe und der Theatergruppe, in der sie mitwirkt, findet sie die Gesellschaft, die sie braucht.
Als sie mit 77 und dem plötzlichen Tod meines Vaters damals in die Nähe meiner Schwester zog, musste sie sich einen völlig neuen Bekanntenkreis aufbauen, was ihr erstaunlich gut gelang.
In der evangelischen Gemeinde dort hatten sie ihr damals beschieden, für ältere Herrschaften gebe es keine besonderen Angebote. Da suchte sie sich den Wanderverein und die Laienspielgruppe.
Mutters Beispiel lehrt mich, dass man sich nicht da Blasen laufen soll, wo man gar nicht willkommen ist, sondern dort hingeht, wo man erwartet wird.

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Atlantica, 21. August 2016, 19:02 Uhr


Es geht hier immer um MEINUNGEN. Zugegeben, manche dieser Meinungen sind derart dusselig, engstirnig, oberflaechlich, eigenwillig, unfair, dumm, dass es einen aufregt. Das ist wohl die heutige demokratische Diskussionskultur. Niemand sollte sich von solchen Angriffen, die ueberwiegend unueberlegt erfolgen, abschrecken lassen.
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ellybe, 21. August 2016, 20:06 Uhr


Hallo Atlantica,
die Meinungen zu diesem Artikel wurden bisher vertreten von Schallblech, Paperback, mir und Alwite selbst. Worauf und auf wen bezieht sich dein Beitrag?
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Atlantica, 21. August 2016, 20:31 Uhr


Liebe Ellybe, wenn ich jemanden haette benennen moechten, dann haette ich es auch getan. Lieben Gruss
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ellybe, 21. August 2016, 22:01 Uhr


Lieber Atlantica, dann solltest du solche, vorsichtig ausgedrückt, abwertenden Äußerungen über die Meinungen anderer wie "derart dusselig, engstirnig, oberflaechlich, eigenwillig, unfair, dumm, dass es einen aufregt" usw. hier auch nicht in den Raum stellen. Lieben Gruß
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Atlantica, 22. August 2016, 7:55 Uhr


Liebe Ellybe, meine Äußerungen sind nicht abwertend, sie sind bewertend. Ich habe keine Lust, mich beschimpfen zu lassen. Das aber ist das Resultat, wenn andere, mit einem übermäßigen Selbstbewusstsein ausgestattet, einfach IHRE Regeln durchsetzen. Gut, dann setze ich meine eigenen Regeln dagegen. Ich kenne mich ein bisschen mit Psychologie aus und weiß, wie "Hass im Kopf" entsteht. Er entsteht aufgrund von Misstrauen, welches seinerseits auf ungerechte, abwertende Bemerkungen anderer, zurückgeht. Alwite ist aus der Diskussion gegangen, sie ist sicherlich kein Mensch, der andere provoziert. So kann man es nur als Mobbing bezeichnen, was hier vorliegt. Mir ist in einer anderen Rubrik vorgehalten, ich würde mir meinen eigenen Glauben stricken. Solche Äußerungen sind geeignet, Gemeinschaft zu zerstören. Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich könnte aber von JEDEM Diskussionsteilnehmer etwas sagen, das andere diffamiert hat. Auf der anderen Seite möchte ich die Wortführer nicht noch dadurch unterstützen, dass ich mich zurückziehe. Wenn mein Beitrag beleidigend war, möge ihn die Redaktion bitte löschen.
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ellybe, 22. August 2016, 9:29 Uhr


Danke, lieber Atlantica, aber ich möchte auch nicht be-wertet werden. Also: Finito.
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Atlantica, 22. August 2016, 13:08 Uhr


Liebe Ellybe, du moechtest nicht bewertet werden, ok. Du hast mal geschrieben, bei mir wuesste man nicht so genau, ob ich mit dunklen Maechten in Verbindung stehe. Das fand ich damals nicht nett.

LG
Atlantica
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Atlantica, 22. August 2016, 13:08 Uhr


Liebe Ellybe, du moechtest nicht bewertet werden, ok. Du hast mal geschrieben, bei mir wuesste man nicht so genau, ob ich mit dunklen Maechten in Verbindung stehe. Das fand ich damals nicht nett.

LG
Atlantica

ellybe, 22. August 2016, 16:29 Uhr


Lieber Atlantica, eine solche Behauptung habe ich nie aufgestellt, eine solche Vermutung nie geäußert. Das entbehrt jeder Grundlage! Ich weiß nicht, wie du dazu kommst, mir so etwas zu unterstellen! Das geht jetzt deutlich unter die Gürtellinie!
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Atlantica, 22. August 2016, 16:50 Uhr


Liebe Ellybe, das finde ich jetzt sehr unfair von dir. Du hast nicht wörtlich von "dunklen Mächten" gesprochen, mich sinngemäß aber in die Nähe des Okkultismus, zumindest des wie auch immer Zwielichtigten, gestellt. Damals habe ich es in mich hineingefressen, aber ganz in Ordnung von dir war das nicht. Dass du das jetzt vergessen hast, ist menschlich. Aber es geht nicht unter die Gürtellinie, sondern entspricht der Wahrheit!

ellybe, 22. August 2016, 17:02 Uhr


Lieber Atlantica, ich habe dich nie, auch nicht "sinngemäß...in die Nähe des Okkultismus, zumindest des wie auch immer Zwielichtigen, gestellt". Ich weiß nicht, wie du zu dieser Behauptung kommen und behaupten kannst,
sie entspreche der Wahrheit.

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Atlantica, 22. August 2016, 21:24 Uhr


Liebe Ellybe, kann man hier irgendwo die alten Beiträge einsehen? Ich habe von dir eine gute Meinung und will dir nichts unterstellen. Ich bin mir aber sicher, dass du eine unpassende Bemerkung gemacht hast, diese nehme ich dir nicht weiter übel. Ich kann es nicht beweisen.

Gruß
Atlantica
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ellybe, 22. August 2016, 21:58 Uhr


Lieber Atlantica, ich habe alle meine erhaltenen Kommentare durchgesehen, und nichts Entsprechendes gefunden. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Daher fände ich es angebracht, wenn wir einen Schlussstrich zögen.
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Atlantica, 22. August 2016, 22:44 Uhr


Gut. Ziehen wir einen Schlussstrich.
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oberschwester, 24. August 2016, 18:34 Uhr


Lieber Atlantica,
ich kann mich sehr gut an ellybes Posting erinnern, in dem sie Dich in die Nähe okkulter Gegenmächte stellen wollte. Ich war sehr erschrocken - und sie sollte es wenigstens eingestehen und sich entschuldigen.
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ellybe, 24. August 2016, 19:03 Uhr


An die Redaktion:
Hiermit bitte ich die Redaktion darum, nachzuprüfen,
ob ich in diesem Forum einmal "geschrieben" habe, bei Atlantica "wuesste man nicht so genau, ob" er "mit dunklen Maechten in Verbindung stehe" bzw.
ob der von oberschwester gegen mich erhobene Vorwurf, dass ich Atlantica "in die Nähe okkulter Gegenmächte stellen wollte", berechtigt ist.
Ich selbst habe in meinen Unterlagen keinen dem entsprechenden Beitrag gefunden.
Sollte ich mich jedoch irren und mich in diesem Forum tatsächlich einmal derartig verletzend geäußert haben, weiß ich, dass ich mich dafür entschuldigen müsste und würde es selbstverständlich auch tun.
Ich bitte die Redaktion um Bestätigung des Eingangs meiner Bitte bei ihr in diesem Forum.
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Kühlert, 25. August 2016, 9:06 Uhr


Liebe Nutzer,

auf eines ist Verlass: Die Redaktion liest grundsätzlich jeden Kommentar.

Eine gewisse "Netiquette" setzen wir voraus und davon abweichende Beiträge haben wir stets entfernt und werden wir auch künftig stets entfernen.

Natürlich können wir im gemeinsamen Austausch auch einen offiziellen Verhaltenscodex für unsere Community aufsetzen. Ich werde dazu ein Thema im Forum eröffnen. Anregungen auch immer gerne per E-Mail an digital@unserekirche.de

Viele Grüße aus dem Evangelischen Medienhaus
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ellybe, 25. August 2016, 12:11 Uhr


Danke für die Reaktion aus der Redaktion! Ich verstehe Sie, liebe Frau/lieber Herr Kühlert so, dass ich mich auf jeden Fall im Rahmen der "Netiquette" bewegt habe. Anderes ist auch nie meine Absicht gewesen. -
Trotzdem verabschiede ich mich hiermit aus diesem Forum und wünsche den freundlichen Mit-Kommentatoren weiterhin alles Gute!
Viele Grüße
Ellybe
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Atlantica, 25. August 2016, 14:59 Uhr


Hallo! Also irgendwie sind die Menschen psychisch sehr unterschiedlich strukturiert! Ich kann doch nicht, wenn ich mir "keiner Schuld bewusst" bin, einfach sagen, da war nichts, einen Schlussstrich (im Einvernehmen!!) ziehen und sich dann noch über Dritte "absichern"!!! Schlussstrich ist eine absolute >Grenze. Das bedeutet für mich, ich kann die unpassende Bemerkung von Ellybe nicht nachweisen, aber ich trage sie ihr nicht nach. Jetzt kommt sie und sagt: ich bin unschuldig...
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Erika Moers, 25. August 2016, 16:36 Uhr


Ich hatte eigentlich angenommen, in diesem Forum versammelten sich Leute, die sich zu Tagesthemen und zum Leben überhaupt Gedanken machen, und die auf Augenhöhe hier miteinander diskutieren (was auch in vielen Fällen so ist).
Diese persönlichen Kleinkriege allerdings, wie sie hier ablaufen, sind, so meine ich, dieses Forums nicht würdig.
Alwite etwa, deren großartige Beiträge ich sehr geschätzt habe, wurde des Ganzen wohl auch müde. Ihr Ausscheiden bedauere ich aufs Tiefste.

Manchmal ist die altbekannte Weisheit hilfreich:
Si tacuisses, philosophus mansisses
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oberschwester, 25. August 2016, 18:36 Uhr


Liebe ellybe,
ich würde es begrüßen, wenn Du wieder zurückkehren würdest. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Ich selber wurde nicht selten hier angegriffen, verzeihe aber jede/m und freue mich auf weiterem Austausch. Ich finde das Schicksal Paperbacks in kirchlichen Kreisen äußerst berührend. Er läuft gegen Wände, erfährt lediglich kalte Ablehnung, macht aber trotzdem äußerst entspannt und froh weiter.
Ich möchte hiermit ein evtl. noch offen stehenden Konflikt für beendet erklären.
Nicht nachtragend
eure oberschwester
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Atlantica, 25. August 2016, 20:04 Uhr


Oberschwester schon wieder ;-) Welchen Konflikt meinst du denn diesmal?
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oberschwester, 26. August 2016, 15:23 Uhr


Tja, Atlantica, und da ist es schon wieder, was auch Paperback erfährt: kalte, ablehnende Arroganz.
Aber du bist auf der Seite der scheinbaren Sieger.
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Paperback, 26. August 2016, 20:25 Uhr


Oberschwester,

Du schreibst:
"Tja, Atlantica, und da ist es schon wieder, was auch Paperback erfährt: kalte, ablehnende Arroganz.
Aber du bist auf der Seite der scheinbaren Sieger."

Ich muss meine Position nicht weiter erklären, habe ich doch zu diesem Punkt schon viel, wenn nicht sogar alles gesagt.
Dieses "Oben sein" und "Unten sein" verstößt meiner festen Überzeugung nach gegen das konstituierende Prinzip einer christlichen Gemeinschaft und stellt alles in Frage, was wir unter einem geschwisterlichen Umgang verstehen.
Und ganz pragmatisch: Bleiben die Menschen "unten" weg, und das geschieht ja zunehmend, stehen die "oben" bald alleine. Die Abstimmung mit den Füßen bleibt der Kirche nicht erspart.
Das sollte man nicht erst dann wahrnehmen, wenn die Mittel knapper werden und es lässt sich auch nicht durch eine überbordende Medienpräsens kaschieren, die einen Eindruck erzeugt, der nach meiner unbedeutenden Meinung der Wirklichkeit ohnehin nicht standhält.
Es wird eine Zeit anbrechen, und das bald, da werden sich unsere Oberen um die Menschen unten kümmern müssen, wollen sie das Ganze nicht riskieren. Der Anfang aber muss ohnehin unten geschehen, vor Ort und in den Gemeinden.

Paperback
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Atlantica, 26. August 2016, 21:35 Uhr


Das sehe ich genauso wie du, Paperback. Ich brauche solche Beiträge, um zu verstehen, was Kirche eigentlich ist. Oberschwester, als Sieger sehe ich mich nicht so ohne weiteres. Eher als jemanden, dem Schlimmes erspart geblieben ist.
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Paperback, 27. August 2016, 7:59 Uhr


Erika Moers,

Sie schreiben: "Diese persönlichen Kleinkriege allerdings, wie sie hier ablaufen, sind, so meine ich, dieses Forums nicht würdig."

Vieles, das bei "Kirchens" geschieht, ist dem hohen Anspruch und der Sache nicht würdig, um die es uns ja angeblich allen geht.

Wenn man nur mal erlebt hat, wie da ein Pfarrer aus der Gemeinde gejagt wird und wie fromme Christenmenschen miteinander umgehen, dann weiß man, dass vieles den Ansprüchen nicht würdig ist.

Ich habe das in meinem Leben gleich zweimal erlebt, und ich weiß seitdem, dass da friedensbewegte Zeitgenossen ganz heftig zuschlagen können, wenn sie ihren Status gefährdet sehen.

Und leider ja: Wir sind alle keine Heiligen, was vielleicht auch gut und tröstlich ist, aber man muss das sagen dürfen. Ansonsten kreiert man ein falsches Bild, das viele Menschen zudem erkennen, sobald sie mit gemeindlicher Wirklichkeit konfrontiert werden.

Mobbing in Kirche und Gemeinde füllt inzwischen ganze Bibliotheken.

Paperback
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Atlantica, 27. August 2016, 9:07 Uhr


Guten Morgen, Paperback, was du schreibst, hat einen wichtigen richtigen Anteil. Aber so etwas wird in der Regel von der Mehrheit abgetan. Es geht ja in diesem Forum um Rechtsradikale. Da ist, wie auch in anderer Hinsicht, die Selbstrechtfertigung ausreichend: ich habe mir nichts vorzuwerfen. Aber wir beide wissen, dass Radikalismus dem christlichen Glauben entgegengesetzt ist. Man muss ja immer am Thema bleiben. Doch besteht schon auch ein Zusammenhang von Wegsehen und Radikalismus. Und da frage ich jetzt: ein schönes Bild im TV zu erzeugen, das aber gleichzeitig dumm ist, Klischees bedient, Markus Lanz nach dem Munde redet, ist das hilfreich, um radikale Tendenzen zu bekämpfen? Nein, ist es eben nicht.
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Paperback, 27. August 2016, 9:49 Uhr


"Guten Morgen, Paperback, was du schreibst, hat einen wichtigen richtigen Anteil. Aber so etwas wird in der Regel von der Mehrheit abgetan. Es geht ja in diesem Forum um Rechtsradikale."

Danke, Atlantica. Aber für mich sind die Zusammenhänge komplexer. Selten erlebte ich eine so engagierte Kirche, so kämpferische Protestanten und Katholiken wie zur Zeit. Das letzte Mal beobachtete ich ein solches Engagement Kirchenbewegter zur Zeit der Aufrüstungsdebatte.
Jetzt geht es um die Migranten. Und ich sehe Tendenzen, die mich besorgen. Seit vielen Jahren spaltet sich unsere Gesellschaft, wirtschaftlich und sozial. Die bürgerliche Mittelschicht bricht weg, die Zahl der Menschen in prekären sozialen Verhältnissen nimmt seit vielen Jahren zu.
Die Empörung der Kirchen darüber blieb weitgehend aus. Jetzt überbieten sie sich in ihrer Fürsorge. Und da treten die Rechten, die AFD-ler auf den Plan und sie profitieren von dieser Lage.
Es ist fatal, denn die AFD etwa ist keine Partei, die die Unterschicht im Blick hat, aber sie wird profitieren.
Mich besorgt das. Ich habe unserer Kanzlerin für ihre Politik wiederholt Respekt bekundet, obwohl ich selbst eher im linken Spektrum angesiedelt bin.
Hätte sich Angela Merkel mit der gleichen Vehemenz, der gleichen Entschlossenheit für Benachteiligte in unserer heimischen Bevölkerung eingesetzt und zerrissen, die Stimmung in Deutschland wäre eine andere. Sie will das nicht, davon bin ich überzeugt, und dennoch spaltet sie unsere Gesellschaft. Ich finde das tragisch.
Und ich sehe selbst gerade keine Lösung.

Paperback
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Atlantica, 27. August 2016, 12:29 Uhr


Paperback, warum so negativ? So kommen wir der Lösung näher. In einer Demokratie muss Kritik erlaubt sein. Den Aspekt "engagierte Kirche" weiter herausarbeiten. Bloß: ich kann nicht die Arbeit für andere tun. Im Augenblick sehe ich an deinen Beiträgen, dass du mehr Ahnung hast als ich. Warum sehen die Verantwortlichen beispielsweise nicht dieses Forum? Die Sprache der Talkshows ist deutlich: hier wird gefaselt und beschönigt.
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Paperback, 27. August 2016, 14:55 Uhr


Atlantica,

Du schreibst:

"Paperback, warum so negativ? So kommen wir der Lösung näher. In einer Demokratie muss Kritik erlaubt sein. Den Aspekt "engagierte Kirche" weiter herausarbeiten. Bloß: ich kann nicht die Arbeit für andere tun. Im Augenblick sehe ich an deinen Beiträgen, dass du mehr Ahnung hast als ich. Warum sehen die Verantwortlichen beispielsweise nicht dieses Forum? Die Sprache der Talkshows ist deutlich: hier wird gefaselt und beschönigt."

Also, was die Talkshows angeht, bin ich von der Qualität der Argumente auch nicht immer überzeugt. Im Grunde weiß man doch, was kommt, wenn man die Diskutanten sieht.
Und mich wurmt schon, dass uns da immer und in Regelmäßigkeit die selben Gesichter anschauen. Das ist etwa bei der von mir recht kritisch gewürdigten Frau Käsmann nicht anders als bei dem MdB Wolfgang Boßbach, die sich beide ein Dauer-Abo auf öffentliches Gehör gesichert haben.

In meinen jungen Jahren war ich mal als öffentliches Gesicht meiner regionalen Partei-Organisation bekannt. Schon damals war mir sehr bewusst, dass sich mit einer Dauerpräsens des eigenen Namens und des eigenen Gesichts in der Zeitung die Wirkung des Gesagten abschleift und man Gefahr läuft, nicht mehr ernstgenommen zu werden.

Mit den Inhalten von Nachrichten ist es auch nicht anders: Anfangs waren die Menschen in Deutschland elektrisiert von den Ereignissen an unseren Grenzen, von der Flüchtlingsproblematik. Ich etwa konnte tagelang kaum schlafen.

Man gewöhnt sich aber auch an üble Nachrichten, und sie werden dann zum Überdruss, wenn der Eindruck entsteht, andere entscheidende Probleme gerieten dadurch unter die Räder.

Das war so nach meiner Einschätzung. Ich bin auch ein Bruder im Herrn, ein ungeliebter vielleicht, aber ein Bruder wie Du auch.
Hin und wieder erwarte ich dann, dass man mir auch mal zuhört, meine Anliegen ernst nimmt, vor allem aber, dass man mich nicht mit List und Tücke ausschließt, wenn ich mich in Person und mit den Fähigkeiten anbiete, mit denen ich über Jahrzehnte mein Geld verdient habe.

Da gibt\'s die Gemeinde-Aktiven, die gerne jammern, sie könnten auch nicht alles machen, sich nicht um alles kümmern. Und gleichzeitig achten etlicher solcher Geschwister darauf, dass sie alleine bleiben und sie die öffentliche Bewunderung nicht mit anderen teilen müssen.

Und ich bleibe bei meiner Wertung, dass diese egomanische Haltung in Kirchen und Gemeinden besonders ausgeprägt ist.
So viel zum geschwisterlichen Umgang.

Hab Dank.

Paperback
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Erika Moers, 27. August 2016, 17:03 Uhr


Dass es üble Abläufe gibt innerhalb der Kirche, die ihrem Auftrag gemäß unwürdig sind, das bezweifelt niemand, Paperbeck, auch ich nicht. Aber genau deshalb haben wir doch wenigstens hier die Chance, einen besseren Stil zu pflegen, nämlich einen Umgang miteinander, der hier letztens doch zu wünschen übrig ließ. Nur deshalb schrieb ich meine Bemerkungen.
Wünschen würde ich mir, dass wir all den negativen Erlebnissen, den Enttäuschungen, die wir Menschen immer wieder aufs Neue miteinander haben, mit mehr Gelassenheit begegnen können, und ihnen keine Chance geben, unsere eigene Sicht der Dinge davon prägen zu lassen.
In diesem Sinne einen guten Sonntag.
Erika Mörs
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