hg
Bild vergrößern
Symbolbild Haltbarkeitsdatum
Buchtipp

Hans Möhler (Hg.)
Wie jeder die Welt verbessern kann
Mit kleinen Schritten für die Zukunft

zur Detailseite
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite

Anzeige

Grüne fordern mehr Aufklärung über Haltbarkeitsangaben

6. Juni 2017

Nach Ansicht der Grünen löst eine Debatte über das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht das Problem der Lebensmittelverschwendung.

Bild vergrößern
Symbolbild Haltbarkeitsdatum

Anzeige

Berlin (epd). Diese Diskussion sei ein Nebenschauplatz, sagte die Sprecherin für Verbraucherpolitik der Grünen im Bundestag, Nicole Maisch, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Statt jetzt einen neuen Begriff ins Gespräch zu bringen, muss über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums besser aufgeklärt werden." Viele Verbrauchter glaubten, dass die Produkte nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums sofort entsorgt werden müssten.

Ohne gesundheitliche Bedenken

Die Grünen-Politikerin reagierte damit auf einen Vorstoß von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU). Er hatte vorgeschlagen, beispielsweise für Milchprodukte zusätzlich ein Verbrauchsverfallsdatum einzuführen. Darüber sollten Verbraucher leichter erkennen, bis wann die Lebensmittel ohne gesundheitliche Bedenken gegessen werden können.

Maisch wies darauf hin, dass der weit größte Teil an Nahrungsmitteln, die weggeworfen würden, überhaupt kein Mindesthaltbarkeitsdatum trügen. Sie forderte eine verlässliche Datengrundlage über die Lebensmittel, die entsorgt werden. Zudem sprach sie sich für klare Reduktionsziele etwa für die Industrie aus.

Vermeidbarer Müll

Einer Hochrechnung der Universität Stuttgart zufolge landen in Deutschland jährlich etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel in den Mülltonnen. Durchschnittlich wirft jeder Bewohner Deutschlands damit 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Das ist jedes achte Lebensmittel, das eingekauft wurde. Mindestens die Hälfte davon ist vermeidbar.

1

Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 7. Juni 2017, 10:13 Uhr


Sind in der Hochrechnung auch die Lebensmittel drin, die schon garnicht erst in den Laden kommen, weil die Verpackung geknickt ist oder die Beschriftung fehlerhaft? Das ist ja viel mehr als das, was Endverbraucher wegwerfen, und das wäre leicht lösbar, indem man diese völlig unbedenklichen Lebensmittel Tafeln und Heimen zur Verfügung stellte.
Was den Endverbraucher angeht: dem geht es m.E. einfach zu gut. Welcher Mitteleuropäer weiß denn heute, wie weh Hunger tut?
Meine Eltern haben in der Nachkriegszeit, wie viele andere auch, grausam gehungert. Bei uns zu Hause wurde infolgedessen nichts weggeworfen, was noch eßbar war. Reste vom Mittagessen wurden am nächsten Tag mitverarbeitet, z.B. in Suppen oder Aufläufen. Meine Mutter war Meisterin der Resteverwertung. Brotreste wurden getrocknet und zu Semmelmehl vermahlen. Aus kaltem Kaffee wurde Pudding oder Eiskaffee. Im Kühlschrank Vergessenes, was dann doch schlecht wurde, gab es einfach nicht, weil meine Mutter penibel darauf geachtet hat. Wir haben das genauso gemacht, aber das kollektive Gedächtnis scheint nicht so lange vorzuhalten: Mit unseren Kindern hatten wir des öfteren schon Diskussionen um Verfallsdaten oder vergessene, schlecht gewordene Reste.
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login
Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite
Buchtipp

Hans Möhler (Hg.)
Wie jeder die Welt verbessern kann
Mit kleinen Schritten für die Zukunft

zur Detailseite
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen