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Früherer «taz»-Redakteur wegen Ausspähens verurteilt

17. Februar 2017

Der frühere "taz"-Redakteur Sebastian H. soll 14 Kollegen ausspioniert haben. Ein Gericht hat ihn dafür zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Berlin (epd). Ein früherer Redakteur der Berliner "tageszeitung" ("taz") muss wegen Ausspähens von Computern seiner Kollegen 6.400 Euro Strafe zahlen. Der 38-Jährige habe einen Strafbefehl über 160 Tagessätzen à 40 Euro akzeptiert, berichtete die Zeitung am Freitag (online) unter Berufung auf eine Sprecherin der Berliner Strafgerichte. Die Spähaffäre in der Redaktion ist damit juristisch geklärt.

Sebastian H. wurde vorgeworfen, in 14 Fällen Kollegen ausgespäht und Daten abgefangen zu haben. Der Beschuldigte soll zwischen dem 1. Januar 2014 und dem 17. Februar 2015 an verschiedenen Computern in der "taz"-Redaktion mit einem sogenannten Keylogger Daten abgefangen haben. In diesem Zeitraum soll er sich auch mit ausgespähten Zugangsdaten in fremde Redaktionsaccounts eingeloggt und eine Kopie eines fremden Facebookprofils abgespeichert haben.

Keylogger speicherte Tastatureingaben

Der langjährige Redakteur war am 18. Februar 2015 dabei ertappt worden, wie er den Keylogger von einem Rechner zog. Keylogger sehen aus wie ein USB-Stick und speichern unbemerkt Tastatureingaben. Damit können beispielsweise Passwörter und Kontaktdaten ausgespäht werden. Ein unbefugter Einsatz von Keyloggern ist nach deutschem Recht strafbar.

Die "tageszeitung" stellte Strafanzeige gegen den langjährigen Mitarbeiter und kündigte ihm. Laut "taz" hat sich der Redakteur nach seinem Auffliegen in ein südostasiatisches Land abgesetzt, das mit Deutschland kein Ablieferungsabkommen abgeschlossen hat. Zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten Mitte Januar war er nicht erschienen. Sebastian H. wolle sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Nach Einschätzung der "taz" hat der Ex-Redakteur die Computer aus persönlichen Motiven ausgespäht.

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