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Deutsche Soldaten auf dem Militärschiff "Werra".
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Friedensaktivisten kritisieren Diskussionen zur Wehrpflicht

31. August 2016

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung (EAK) hat sich besorgt über Diskussionen zur Wiedereinführung und Ausweitung der Wehrpflicht in Europa geäußert. Anstatt auf Militär zu setzen, sei mehr Diplomatie gefragt.

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Deutsche Soldaten auf dem Militärschiff "Werra".

Bonn (epd). "Anscheinend setzen viele Regierungen wieder verstärkt auf das Militär angesichts der vielen Konflikte in der Welt", sagte der EAK-Bundesvorsitzende Christoph Münchow anlässlich des Antikriegstages am 1. September. Das sei der falsche Weg. "Mehr Militär erhöht die Gefahr des Krieges und sorgt nicht für mehr Frieden", betonte Münchow.

2015 habe das Nato-Mitglied Litauen wegen der Ukraine-Krise die 2008 abgeschaffte Wehrpflicht vorübergehend wieder eingeführt. In Norwegen seien im Juli die ersten wehrpflichtigen Frauen in die Streitkräfte berufen worden, und auch in der Schweiz werde aktuell über eine Wehrpflicht für Frauen diskutiert. Münchow habe Verständnis dafür, dass die aktuellen Krisen und Konflikte in Europa und der Welt für Ängste sorgen. "Aber die Lösung kann dann doch nicht lauten, dass wir wieder aufrüsten und mehr Militär fordern."

Münchow: Auf Diplomatie setzen

Vielmehr sei nun die Stunde der Außenpolitik und der Diplomatie, forderte der EAK-Bundesvorsitzende. Er erinnerte an die Rolle der "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE), die während des Kalten Krieges für Entspannung sorgte und aus der später die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurde. "Warum wird jetzt nicht auch mehr auf die OSZE gesetzt?" Münchow warnte auch davor, in Deutschland wieder eine Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu führen. Er sei froh darüber, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Diskussion schnell unterbunden habe.

Seit 1957 wird in Deutschland am 1. September in Erinnerungen an den deutschen Überfall auf Polen im Jahr 1939 der Antikriegstag begangen. In der DDR wurde der 1. September als "Weltfriedenstag" bezeichnet.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 31. August 2016, 9:15 Uhr


Aus der Geschichte lernen wir, daß wir aus der Geschichte nichts lernen.
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Paperback, 31. August 2016, 9:56 Uhr


Schallblech, ein wunderbarer Satz. Und er ist (leider) wahr. Stattdessen will man die Polizei weiter aufrüsten und lädt ihr Aufgaben auf, mit der man sie von vorneherein überfordert.
Die noch nicht wiedervereinigte Bundesrepublik verfügte über eine Armee mit einer Friedensstärke von 495.000 Soldaten. Heute befiehlt Frau von der Leyen gerade mal über knapp 170.000 Soldaten, die auf der halben Welt unterwegs sind.
Die Abschaffung der Wehrpflicht war falsch und setzte ein falsches Signal nach innen und nach außen.
Im Inneren werden wir ständig ermahnt, unsere Türen und Fenster zu sichern. Nach außen sind wir weitgehend ungesichert, verlassen uns aber gerne auf unsere Freunde in Übersee. Diese Rechnung konnte nicht aufgehen, und ein Herr Putin muss sich angesichts dieser Naivität die Hände reiben.

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Atlantica, 31. August 2016, 16:24 Uhr


Liebe Leute, wenn dieser schreckliche Satz wahr wäre, dann wäre er eines sicher nicht: wunderbar. Nein, man kann doch schon aus der Geschichte lernen! Selbst noch dann, wenn sie sich in gewisser Weise wiederholt. Was man lernen kann? Michel Foucault beispielsweise hat sich Gedanken über den soziologischen Grundbegriff Macht gemacht. Richtig daran ist doch, dass Geschichte konstruiert wird. Wenn man also ständig Nachrichten über Selbstmordattentäter bringt, so findet das eben auch in Europa Nachahmer. O.k., das ist eine grobe Vereinfachung: für meinen Zweck reicht es. Man entziehe sich zu vieler "Meinungs-Mache". Man sieht doch heute schon bei Jugendlichen solche Verrohungs- und Verdummungs-Tendenzen. Handy-Verbote reichen nicht. Werte-Diskussionen auch nicht. Gelebte Demokratie. Kein gebildeter Mensch wird Straftäter oder gar Terrorist.
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oberschwester, 31. August 2016, 18:22 Uhr


Über 100 evangelischer Kriegs - äh -Friedenspfarrer sind bei der Bundeswehr und geben den Jungs und Mädels Unterstützung für ihr Soldatendasein- und ihrem Auftrag. Vor kurzem wurden Waffen noch gesegnet und auf den Koppeln stand "Gott mit uns".
Was lernen wir daraus, lieber Schallblech? Nix.
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Atlantica, 31. August 2016, 19:10 Uhr


Ja, ein so einseitiger Schluss entsteht, wenn man meine bescheidenen Beiträge geflissentlich ignoriert.
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