hg

Frankreich erwartet Burkini-Urteil des Staatsrats

25. August 2016

Mindestens 26 französische Gemeinden haben Burkinis, den ganzen Körper bedeckende Badeanzüge für muslimische Frauen, an ihren Stränden verboten. Der französische Staatsrat prüft nun die Rechtmäßigkeit des Verbots.

Paris (epd). Bei der Anhörung, die am Donnerstagnachmittag eröffnet wurde, geht es um eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Nizza, das am 22. August ein solches Verbot an den Stränden der südfranzösischen Gemeinde Villeneuve-Loubet für rechtmäßig erklärt hatte. Die Menschenrechtsliga und das Komitee gegen Islamophobie hatten daraufhin den Staatsrat angerufen.

Der Burkini - eine Zusammenziehung von Burka und Bikini - ist ein den ganzen Körper bedeckender Badeanzug für muslimische Frauen, der nur Gesicht, Hände und Füße sichtbar lässt. Das Baden am Strand der betroffenen Gemeinden ist im Wortlaut Personen verboten, die keine "korrekte Kleidung tragen, die den guten Sitten und dem Prinzip der Laizität entspricht und Hygiene- und Sicherheitsregeln im öffentlichen Meer respektiert".

Als erstes in Cannes verboten

Für das Komitee gegen Islamophobie handelt es sich beim Burkini-Verbot um einen Angriff auf individuelle Freiheiten wie die auf Religionsausübung und die Bewegungsfreiheit. Die Organisation berichtet von zunehmenden Angriffen und rassistischen Beleidigungen auch gegenüber Musliminnen, die einen einfachen Schleier tragen.

Nun muss die höchste juristische Instanz Frankreichs bis spätestens Samstag entscheiden, ob das Verbot gesetzeskonform ist. Die Stadt Cannes hatte am 28. Juli den Anfang einer Serie von Verboten gemacht. Rund 30 weitere, meist konservative Bürgermeister haben seither ein Burkini-Verbot für die Strände ihrer Gemeinden ausgesprochen.

Fast zwei von drei Franzosen (64 Prozent) sind laut einer von der konservativen Tageszeitung "Figaro" veröffentlichten Umfrage vom Donnerstag gegen den Burkini. 30 Prozent sagen, das Kleidungsstück sei ihnen "egal", sechs Prozent sind dafür.

1

Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 26. August 2016, 15:18 Uhr


Heute morgen sah ich in der Zeitung ein empörendes Foto vom Strand in Nizza: Eine Frau im Burkini saß am Boden, drum herum standen drei männliche Polizisten und wollten sie zwingen "etwas von ihrer Bekleidung" auszuziehen. Im Hintergrund Männer und Frauen in leichter Badekleidung, die neugierig zusahen. So gehts nicht, liebe Leute! Denn: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Ich bin auch schon voll bekleidet an Stränden gewesen, vielleicht sogar mit den Füßen im Wasser, ohne von der Polizei angesprochen zu werden. Niemandem würde es einfallen, eine europäische Frau oder einen europäischen Mann zu zwingen, etwas auszuziehen! Ich habe auch schon Leute mit ganz normalen Shorts ins Wasser gehen sehen, das hat an einem Naturgewässer auch noch nie jemanden gestört.
Gesicht zu zeigen ist eine Sache, dafür bin ich auch. Aber die Menschen im Nahen Osten sind sehr "prüde" was Köroerlichkeit und Bekleidung angeht. Das läßt sich nciht von heute auf morgen ablegen. Und wenn es schon unbedingt sein muß, weil es ein Gesetz gibt, das das Baden im Burkini verbietet, dann kann man auch weibliche Polizisten einsetzen, die mit der betreffenden Frau ohne Aufsehen zu den Umkleiden gehen.
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login
Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Vio Mütter
Der Notfall namens Jesus

zur Detailseite
Buchtipp

Vio Mütter
Der Notfall namens Jesus

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen