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Erwartungen verfehlt - Kritik an Leipziger «Kirchentag auf dem Weg»

7. Juni 2017

Die aus Anlass des Reformationsjubiläums gefeierten "Kirchentage auf dem Weg" zählten weniger Gäste als erwartet. An den Planungen für Leipzig wird nun Kritik laut. Die Veranstalter versichern, ein mögliches Minus in der Kasse selbst auszugleichen.

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"Kirchentag auf dem Weg" in Leipzig am 26.05.

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Leipzig (epd). Nachdem der Leipziger "Kirchentag auf dem Weg" Ende Mai deutlich weniger Besucher angezogen hat als erwartet, wird Kritik an den Planungen laut. Die Leipziger Stadtverwaltung sehe "eine signifikante Fehleinschätzung" hinsichtlich der realen Besucherpotenziale, berichtete die evangelische Wochenzeitung "Der Sonntag" am Mittwoch online. Mit knapp einer Million Euro hatte Leipzig den Kirchentag finanziell unterstützt. Die Veranstalter des Protestantentreffens erklärten, einen möglichen Verlust selbst zu tragen.

Rund 50.000 Gäste wurden ursprünglich in Leipzig erwartet, gekommen waren etwa 15.000 Teilnehmer. "Wir fühlen uns von den Veranstaltern nicht mutwillig getäuscht", zitiert die Zeitung das Kulturdezernat der Stadt. Im Kartenvorverkauf sei aber schon deutlich geworden, dass die Erwartungen nicht erreicht würden.

Weniger Resonanz als erwartet

Parallel zu den zentralen Veranstaltungen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin wurden vom 25. bis 27. Mai in Mitteldeutschland aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums im laufenden Jahr sechs regionale "Kirchentage auf dem Weg" gefeiert. Zusammen führten die Protestantentreffen zu einem Festwochenende nach Wittenberg. Auch die anderen fünf regionalen Kirchentage in Dessau-Roßlau, Erfurt, Halle/Eisleben, Magdeburg und Jena/Weimar stießen auf weniger Resonanz als erwartet. In der Summe wurden knapp 50.000 Besucher gezählt.

Auch Absagen von einzelnen Veranstaltungen seien im Vorfeld diskutiert worden, sagte Stephan von Kolson, Sprecher der "Kirchentage auf dem Weg" vom Verein Reformationsjubiläum 2017. Der Verein wird vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) getragen und organisiert Großveranstaltungen zum Reformationsjubiläum wie die regionalen Kirchentage.

Der sächsische Superintendent Matthias Weismann aus dem Leipziger Land sagte dem "Sonntag": "Es gab schon von Anfang an in Sachsen starke Bedenken an diesem Konzept der 'Kirchentage auf dem Weg'. Aber da war ja vonseiten der EKD kein Spielraum." Die Werbung sei "ziemlich ins Leere gelaufen", obwohl es ein starkes Engagement für den Kirchentag gegeben habe. An die hohen Besucherzahlen habe er ohnehin nicht geglaubt. "Da hat man sich verkalkuliert", sagte Weismann.

Budget reduziert

Vereinssprecher Kolson sagte am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd), von Bedenken sei ihm "nichts bekannt gewesen". Zugleich räumte er ein, dass die Zahl der erwarteten Besucher in den letzten sechs Wochen vor Veranstaltungsbeginn auf 35.000 heruntergesetzt worden sei. Einen möglichen Verlust "wird auf jeden Fall der Verein tragen", sagte er.

Laut "Sonntag" wurde die Zahl der erwarteten Besucher auf Druck der Geldgeber herabgesetzt und zudem das Budget von 6 auf 5,3 Millionen Euro reduziert. Der Freistaat Sachsen hatte den Kirchentag mit 2,25 Millionen Euro bezuschusst. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens steuerte 630.000 Euro bei.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 8. Juni 2017, 9:35 Uhr


Ich war in Leipzig. Abgesehen von dem Bläserfest, das sehr schön war, konnte mich das allgemeine Kirchentagsprogramm nicht vom Hocker reißen. Ohne Interesse am Bläserprogramm wäre ich da auch nicht hingefahren.
Eine ganz hervorragende Bibelarbeit habe ich miterlebt. Sie ging den Weg der "friedlichen Revolution" vom 9. Oktober 1989 und bezog sich auch thematisch darauf. Das war sehr bewegend.
Beim Eröffnungsgottesdienst an Himmelfahrt und dem anschließenden Konzert kämpfte die Technik mit der richtigen Einstellung. Die Sprecher waren schlecht zu verstehen, bei Chorgesang waren a capella-Chöre zunächst kaum zu hören, dann wurde allmählich aufgedreht, sodaß es während des Auftritts besser wurde. Die guten Techniker waren wohl alle in Berlin, denn die Geräte waren von erstklassiger Qualität. Immerhin gab es noch einen kleinen "Scherz" (?) am Schluß des Konzertes. Als Letzte traten ein sächsisches Bläserensemble (mehr konnte ich bei der Ansage nicht verstehen) und ein Vokalchor auf. Das war sehr schön. Es folgte Gebet und Segen, und "zumSchluß singen wir gemeinsam Der Mond ist aufgegangen. Der Text wird auf die Leinwand übertragen". Ja, auf dem Großbildschirm erschien brav der Text vom Claudiuslied. Das Blechbläserensemble spielte aber ausdauernd, mehrmals hintereinander "Herr bleibe bei uns", was kaum jemand mitsang, weil wohl alle beschäftigt waren, den angezeigten Text auf die Melodie zu bringen :D
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Atlantica, 8. Juni 2017, 15:34 Uhr


Schöner Bericht, Schallblech
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