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Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge, Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschaer (von links) präsentieren das Programm für den Kirchentag.
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Ein Kirchentag des Dialogs

21. März 2017

In etwa zwei Monaten ist es soweit: Berlin wird für fünf Tage zum Zentrum des deutschen Protestantismus. Erwartet werden dazu mehr als 100.000 Christen. Dabei soll es vor allem um aktuelle politische und religiöse Fragen gehen.

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Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge, Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschaer (von links) präsentieren das Programm für den Kirchentag.

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Berlin (epd). Der evangelische Kirchentag Ende Mai in Berlin lädt zu rund 2.100 politischen und geistlichen Veranstaltungen ein. Im Mittelpunkt stehe das Gespräch zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Programms. "Dialog ist die Grundhaltung", betonte die Theologin. Schwerpunktthemen sind der gesellschaftliche Zusammenhalt und der Dialog in Europa zwischen Religionen, Konfessionen und Nationen.

Auf Podien werden viele Prominente aus Kirche und Gesellschaft erwartet, unter anderen der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai statt. Erwartet werden dazu weit mehr als 100.000 Dauerteilnehmer. Rund 12.000 von ihnen sollen kostenlos in Privatquartieren untergebracht werden. Für knapp die Hälfte werden noch private Gastgeber gesucht, hieß es am Dienstag.

Drei Gottesdienste geplant

Die offizielle Kirchentagslosung lautet "Du siehst mich" (1. Moses 16,13). Das Christentreffen steht in diesem Jahr im Zeichen des 500. Reformationsjubiläums. Der große Abschlussgottesdienst ist deshalb in Wittenberg, dem Wirkungsort Martin Luthers (1483-1546), auf den Elbwiesen geplant. Dazu werden zahlreiche Sonderzüge und Busse eingesetzt, die zwischen Berlin und Wittenberg verkehren. Das 576 Seiten starke Programmheft ist auch im Internet sowie in der Kirchentags-App verfügbar.

Zur Eröffnung sind drei Gottesdienste im Zentrum der Bundeshauptstadt geplant: am Brandenburger Tor, auf dem Gendarmenmarkt und auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude. Viele Veranstaltungen werden auch in der Messe Berlin stattfinden. Thematisch steht das Christentreffen auch im Zeichen der vielen Flüchtlinge weltweit. Am Freitag sollen beim Kirchentag um 12 Uhr alle Veranstaltungen für eine Schweigeminute zum Gedenken an die Toten an den europäischen Außengrenzen unterbrochen werden.

Kirchentagspräsidentin Aus der Au betonte mit Blick auf das Programm: "Wir werden miteinander reden, einander zuhören in reformatorischer Gelassenheit und streiten mit protestantischem Selbstverständnis." Als Beispiel nannte sie ein Gespräch mit dem Titel "Was oder Wer hält die Gesellschaft zusammen?" mit Kanzlerin Merkel, Hartwig Fischer, dem Direktor des British Museum, und dem Theologen Thorsten Meireis. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) wird mit dem Kairoer Scheich Ahmad Mohammad al-Tayyep, einem der mächtigsten sunnitischen Geistlichen, auf einem Podium sitzen.

Streitgespräch mit AfD

Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär betonte bei der Programmpräsentation: "Dieser Kirchentag wird im Vorfeld einer wichtigen Bundestagswahl zeigen, wie stark die Kräfte eines liberalen Protestantismus sind." Auch eine Politikerin der rechtspopulistischen AfD soll auf dem Kirchentag auftreten. So wird sich der Berliner Bischof Markus Dröge zu einem Streitgespräch mit Anette Schultner von der Bundesvereinigung Christen in der AfD treffen. Gegen die Veranstaltung wird unter anderem mit einer Internet-Petition protestiert. Die Veranstaltung findet im Rahmen eines Schwerpunktprogramms zum Thema "Reiz und Risiko von Verschwörungstheorien" statt.

Dröge verwies als Bischof der gastgebenden Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz auf das Engagement vieler Gemeinden. So engagierten sich viele Protestanten etwa bei einem "Abend der Begegnung" und beim "Markt der Innovationen".

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