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Drei Programmbeschwerden zu ARD-Beitrag zu Wasserversorgung

18. August 2016

Nach Kritik an einem "Tagesschau"-Beitrag zur Wasserversorgung in den palästinensischen Gebieten liegen dem Norddeutschen Rundfunk drei Programmbeschwerden zu dem Beitrag vor.

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Hamburg (epd). Bei ARD-Aktuell seien zudem "knapp 100 Reaktionen von Zuschauerinnen und Zuschauern eingegangen", sagte NDR-Pressesprecher Martin Gartzke dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag. Der Beitrag wurde am vergangenen Sonntagabend gesendet.

Kritiker werfen dem BR-Journalisten Markus Rosch eine einseitige Berichterstattung zugunsten der Palästinenser vor. So kommt beispielsweise ein Kritiker zu Wort, der bemängelt, dass Palästinenser bei der Wasserversorgung benachteiligt würden. Israelische Siedler bekämen "viel Wasser", heißt es in dem Beitrag. Es gibt allerdings keinen O-Ton eines Vertreters der israelischen Seite.

Sensibles Terrain

"Die Debatte um den Beitrag zeigt, um welch sensibles Terrain es sich hier handelt", schreibt Rosch in einer Stellungnahme auf der Internetseite des BR. "Wir bleiben deshalb an diesem wichtigen Thema weiter dran und werden nach Abschluss unserer Recherchen weiter darüber berichten."

"Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern - und künftig anders machen werden - ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen", heißt es. Wegen eines jüdischen Feiertags habe es keine Möglichkeit für Dreharbeiten in der israelischen Siedlung gegeben.

Vorwurf "Lügenpresse"

In sozialen Medien kam der Vorwurf "Lügenpresse" auf. So beschuldigten einige Nutzer den Journalisten, Bilder manipuliert und während eines Wasserrohrbruchs gedreht zu haben, so dass in den Leitungen gar kein Wasser vorhanden sein konnte. "Dazu müssen wir sagen: Diese Unterstellung ist falsch! Als wir gedreht haben, galt der Rohrbruch als repariert", schreibt Rosch. Er verwies auf andere Berichte, die die These des Beitrags stützen.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 19. August 2016, 8:24 Uhr


Komischerweise wissen es immer die Leute am besten, die noch nie in Palästina waren, noch nie mit arabischen Einwohnern von Israel oder dem Westjordanland gesprochen haben.
Tatsache ist:
1. In den Siedlungen gibt es genug Wasser zum Trinken, Wäsche- und Autowaschen, Garten und Felder bewässern sowie für Swimmingpools.
2. Die Palästinenser bekommen Wasser zugeteilt. Wenn man durch Städte fährt, z.B. durch Bethlehem, sieht man auf den Dächern große Wassertanks. Dort wird Wasser eingelassen, wenn es welches gibt als Vorrat für Zeiten, in denen das Wasser willkürlich abgestellt wird.
3. Für Zisternen (Regenwassersammler!!! Wasser, das vom Himmel kommt und allen gehört!) gibt es keine Baugenehmigung. Vorhandene Zisternen werden oft von Siedlern oder Soldaten zerstört.
4. Von anderen Hotels weiß ich es nicht, aber im Gästehaus Talitha Kumi ist der Gast angehalten, wegen des geringen Wasserdrucks und der dadurch großen Verstopfungsgefahr das Toilettenpapier nicht in die Toilette zu werfen, sondern in einen Eimer daneben, der dann vom Personal geleert wird.
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Atlantica, 21. August 2016, 7:18 Uhr


Schallblech, wichtig finde ich deinen Punkt 3. Sehr unfair, die Zisternen zu zerstören, wo die Palästinenser eh schon so arm sind. Dass die Palästinenser schikaniert werden, liegt auf der Hand und ist eine Schande. Was in diesem Zusammenhang der Begriff "Lügenpresse" bedeuten soll, verstehe ich nicht.
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