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Nur wenige Schulen setzen auf digitales Lernen

15. September 2017

Dass die Digitalisierung auch das Lernen verändert, ist in vielen Schulen angekommen. Digitale Lernhilfen sind im Schulalltag einer Studie zufolge aber noch selten. Es fehlten dafür in der Regel pädagogische Konzepte, hieß es.

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Gütersloh (epd). Die Mehrheit der Schulleiter halten laut einer aktuellen Studie den digitalen Wandel für unaufhaltsam, digitale Lern-Medien kommen jedoch kaum zum Einsatz. Viele Lehrer machten dafür unzureichende technische Ausstattung verantwortlich, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Freitag in Gütersloh bei der Vorstellung ihres aktuellen "Monitors Digitale Bildung". Für den Einsatz an digitalen Medien fehle es den Schulen vor allem an Konzepten. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Jörg Dräger, forderte eine "Digitalisierungsoffensive" für Schulen.

Erwartungen der Schüler

Nicht einmal zehn Prozent der Lehrer würden digitale Medien wie Lern-Apps, Lernspiele oder Simulationen im Unterricht einsetzen, erklärte die Stiftung. Selbst längst etablierte Medien wie Youtube, Wiki-Nachschlagehilfen oder Power Point kämen im Unterricht nur gelegentlich zum Einsatz.

Rund 90 Prozent der Schulleiter erwarteten, dass die Digitalisierung ein fester Bestandteil der Lehrerausbildung werde, hieß es weiter. Etwa 70 Prozent der Lehrer und Schulleiter seien davon überzeugt, dass digitale Medien die Attraktivität der Schulen steigern würden. Allerdings glaube nicht mal jeder vierte Lehrer (23 Prozent), dass der Einsatz digitaler Medien zu besseren Lernergebnissen führte.

Schüler hingegen halten der Studie zufolge digitale Medien für das Lernen wesentlich wichtiger. 80 Prozent erklärten, dass sie durch Lernvideos, Internetrecherche oder moderne Präsentationsprogramme aufmerksamer seien, hieß es.

Lehrern fehlt Unterstützung

Viele Lehrer begründen den Angaben zufolge ihre Zurückhaltung mit unzureichender technischer Ausstattung, zu hohen Kosten oder mangelnder professioneller Unterstützung im IT-Bereich. Nur jeder dritte Lehrer sei mit der WLAN-Qualität zufrieden. Jeder fünfte habe sogar angegeben, an seiner Schule gebe es gar kein WLAN. Weitere Hürden seien für viele Pädagogen auch ungeklärte Lizenz- und Datenschutzfragen.

Die befragten Experten in Ministerien, Schulträgern und Verbänden würden hingegen fehlende Konzepte als Haupthindernis sehen, erklärte die Bertelsmann Stiftung. Den Schulen fehle ein Konzept zum Einsatz digitaler Lernmittel, monierten die Studienautoren. Das Kollegium entwickele kein gemeinsames didaktisches Verständnis. Ihre Weiterbildung müssten Lehrer zumeist selbst organisieren. Trotz häufig noch schlechter technischer Ausstattung würden mehr als 60 Prozent der Schulen untersagen, private Geräte der Schüler im Unterricht zu verwenden.

Der sinnvolle Einsatz digitaler Medien müsse selbstverständlich in der Weiterbildung und zum Pflichtprogramm in jedem Lehramtsstudium werden, forderte Dräger. Nötig sei auch mehr Transparenz über die Qualität digitaler Lernmaterialien. Digitale Medien könnten zudem dabei helfen, pädagogische Herausforderungen wie Inklusion, Ganztag oder die Förderung lernschwacher Schüler zu bewältigen.

Für die aktuelle Studie wurden den Angaben nach rund 2.000 Schüler, Lehrer und Schulleitungen sowie Experten aus Politik und Verwaltung befragt. Der aktuelle "Monitor Digitale Bildung" ist bereits die dritte Ausgabe.

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