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Biograf: Papst sollte Luther heiligsprechen

26. August 2016

Wenige Wochen vor Beginn der Feiern zum 500. Reformationsjubiläum hat der Publizist Willi Winkler vorgeschlagen, Martin Luther heiligzusprechen. Zur Begründung sagte der Autor einer neuen Biografie des Reformators, ohne einen Aufrührer wie Luther hätte die katholische Kirche die damalige Zeit der Korruption nicht überlebt.

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Verhör Luthers beim Reichstag 1518 in Augsburg.

Frankfurt a.M. (epd). Wie der Forscher am Freitag im Deutschlandfunk sagte, habe erst der Reformator die Kurie dazu gezwungen, sich zu erneuern. Zwar habe der Wittenberger Theologe kein Wunder vollbracht, wie es die katholische Kirche für einen Heiligsprechungsprozess fordere. Luther sei aber "ein Wunder für sich", sagte Winkler - vermutlich augenzwinkernd. Für die katholische Kirche sei der Zeitpunkt gekommen, "Dankbarkeit zu zeigen", da sie ohne den Revoluzzer "einfach in den Abgrund gesunken wäre".

Für den Buchautor und Journalisten war Martin Luther (1483-1546) kein "Umstürzler". Er habe die Kirche seiner Zeit als "völlig korrumpiert, völlig verdorben, völlig verweltlich" empfunden und weg von allem, was den Geist der Bibel ausmachte, erklärte Winkler im Interview. Der Reformator habe die Kirche "konservativ" reformieren und mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen eine Diskussion anstoßen, aber keineswegs den Papst stürzen wollen. Erst später sei der Papst für ihn zum "Antichrist" geworden.

Legendäre Thesen

Die evangelische Kirche feiert im kommenden Jahr den 500. Jahrestag der Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt aus Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung zwischen evangelischen und katholischen Christen zur Folge hatte.

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 27. August 2016, 21:41 Uhr


Willi Winkler. Sehr originell!

;-)...

Historisch UNZULÄSSIG: was wäre wenn...

---es Luther nicht gegeben hätte-

NICHT ÜBERZEUGEND
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Matthäus53, 28. August 2016, 18:23 Uhr


Die Idee des Autors ist etwas undurchsichtig. Hat er Luhters Ideen und Reformations Gedanken nicht verstanden,daß die evangel.Christen sich jetzt auch , an Hand von Heiligen, in den Himmel hangeln sollen . Sollte es so kommen (In Frieden mag er ruhen) , wird Luther sich im Grabe drehen und endlich mal wieder in der Kirche nach dem rechten sehn !
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Atlantica, 28. August 2016, 18:43 Uhr


Matthaeus, das hast du gut geschrieben. Es gibt Heiliges, Heilige. Heiligenverehrung ist eine Fetischisierung. Heilig = zu Gott gehoerig.
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Paperback, 29. August 2016, 8:17 Uhr


Spräche Rom "unseren" Martin Luther heilig, hätten sie uns endgültig eingesackt. Die nächste Frage wäre dann wahrscheinlich, warum wir nicht alle in den Schoß der römischen Kirche zurückkehren.
Schon lange beobachte ich vor Ort, dass immer da, wo es um Zusammenarbeit der Konfessionen geht, die Katholiken das Sagen haben.
Zudem gibt es theologisch kaum einen begründeten Beleg für das Papsttum, und die Heiligenverehrung ist für mich ein Verstoß gegen das 1. Gebot. Ich kann Gott anbeten, aber keinen "Heiligen".

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Atlantica, 29. August 2016, 8:55 Uhr


Reformation bedeutet vom Wortsinn her ja etwas, das das Alte reformiert. Ich verstehe es auch so, dass das Alte, die Römische Kirche, völlig ihrer Legitimation entledigt ist. Heute aber gilt der Gedanke der Ökumene: die Existenz-Berechtigung der Katholischen Kirche wird von fast niemandem innerhalb der Ev. Kirche bestritten. Doch gibt es eine weitere soziologische Gruppe, welche sich auch als Christen sieht und welche Eugen Drewermann folgen. INNERHALB der Katholischen Kirche gibt es zudem Menschen, die gleichzeitig der Autorität des Papstes folgen UND eine Kirche von unten unterstützen!
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Paperback, 31. August 2016, 10:25 Uhr


Atlantica,

wem aber nützt die ökumenische Idee? Nach meinem Eindruck hat die Kirche Roms die Türen in die Kirche Luthers aufgestoßen, umgekehrt aber hält sie ihre eigenen schön geschlossen.
Da bestimmt sie die Regeln.
Das Papsttum ist für mich eine, wenn nicht die entscheidende Trennlinie zum Katholizismus. Daran werden die Katholiken aber nichts ändern. Und so bleibt die Idee der Ökumene das berühmte Zuckerbrot, das man uns unter die Nase hält, um uns alle unter der Herrschaft der alleinseligmachenden Kirche zu versammeln.
Man hält uns für naiv.

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Schallblech, 31. August 2016, 10:48 Uhr


Den Papst und die Transsubstantiation werden sie nicht abschaffen, aber warum sollen sich die Christen nicht auf anderen Ebenen näher kommen? In den Gemeinden funktioniert es oft sehr gut, auch bei uns. Bei der Verabschiedung des Ortspfarrers unserer Nachbargemeinde waren auch viele evangelische Christen da, und einige davon gingen zur Kommunion (ich nicht, aber das muß jeder für sich selbst entscheiden). Sie wurde ihnen nicht verweigert, obwohl sie im Ort als evangelisch bekannt sind. Bei "gemischten" Ehepaaren ist das übrigens schon lange kein Problem mehr. Von beiden Kanzeln hört man zum Thema: "Wir feiern das, was uns eint und bedauern, was uns trennt" oder so ähnlich.
Bei einer anderen Gelegenheit in unserer Kirche war ein katholischer Priester zugegen. Er stellte sich beim Abendmahl mit in den Kreis, ließ aber natürlich Brot und Kelch an sich vorbeigehen, weil er gerne hier bleiben möchte ;) Wir waren uns alle einig, daß das eine sehr schöne Geste der Gemeinsamkeit war. Übrigens war der Priester ein Pole, die ja als besonders "streng" gelten.
In den Herbstferien geht eine evangelisch-katholische Gruppe auf eine Studienfahrt zu den Lutherstätten. Die Initiative ging von den Katholen aus, und ihr Anmeldekontingent war viel schneller belegt als unseres.
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Atlantica, 31. August 2016, 16:17 Uhr


Man könnte Martin Luther ja als guten Katholiken sehen, der seine Kirche vor dem Untergang bewahrt hat. Das scheint ja Willi Winklers Gedanke zu sein. Aber ich habe sein äußerst (...) elaboriertes opus magnum nicht gelesen. Eine Leseprobe steht im Internet. Es hilft aber nichts: die weltweit wachsende Christenheit besteht aus ganz anderen Gruppen als Luther-Anhängern. So ist die große Herausforderung die Zusammenarbeit mit diesen Gruppen im gemeinsamen Kampf gegen den Atheismus.
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