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Religionsvertreter bestürzt über Anschlag in Nizza

15. Juli 2016

Mehr als 80 Menschen hat der Terroranschlag von Nizza das Leben gekostet. Vertreter von Christen, Muslimen und Juden sind schockiert und betonen ihre Solidarität mit Frankreich.

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Am französischen Nationalfeiertag war in Nizza nach einem Feuerwerk ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Der Fahrer des Lastwagens wurde nach Angaben der Behörden getötet, mehr als 80 Menschen kamen ums Leben. Der "terroristische Charakter" des Angriffs könne nicht geleugnet werden, sagte Frankreichs Präsident François Hollande.

"Entsetzt und traurig"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, schrieb auf seiner Facebook-Seite, er bete für die Opfer und die Angehörigen: "Unfassbar und entsetzlich, wenn Menschen unbeschwert den Nationalfeiertag feiern und dann plötzlich der Tod hereinbricht."

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte: "Entsetzt und traurig stehen wir vor diesem Akt der Gewalt." Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass "die europäische Zivilisation, die Kultur der Freiheit, zu der die französische Nation so vieles beigetragen hat" sich durch die Gewalt nicht unterkriegen lasse.

Nach den Worten des hannoverschen Landesbischof Ralf Meister droht die biblische Zusage "Fürchte dich nicht" angesichts des Terrors "und einer neuen Gestalt des Bösen unsere Herzen nicht mehr zu erreichen". Dennoch seien das Gebet und das Innehalten Gesten, "die uns vor Rache und bösem Denken bewahren".

Angst soll nicht das Leben bestimmen

Auch Islamverbände in Deutschland äußerten sich bestürzt über den Anschlag, der offenbar einen islamistischen Hintergrund hat. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, erklärte, Menschen, die mit ihren Familien den Nationalfeiertag Frankreichs feierten, seien hinterhältig ermordet worden. "Die Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die Werte der französischen Revolution sind unsere Werte." Der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, unterstrich, der menschenverachtende Terror treffe nicht nur die Franzosen, sondern die ganze Menschheit.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hob seine Solidarität mit den Menschen in Frankreich hervor. "Wir stehen fest an der Seite unserer französischen Nachbarn", sagte Zentralrats-Präsident Josef Schuster. Er mahnte, die Angst vor dem Terror dürfe auch künftig nicht das Leben bestimmen. Es sei nur wenige Tage her, dass Frankreich als Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft Besucher aus aller Welt empfangen habe. "Diese Herzlichkeit und Offenheit dürfen wir auch jetzt nicht aufgeben."

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Leser-Kommentare öffnen

Christkind, 15. Juli 2016, 22:25 Uhr


Warum unfassbar? Ein Theologe weiß doch um Genesis 2f.
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Atlantica, 19. Juli 2016, 9:57 Uhr


Den Hinweis auf Gen. 2f. halte ich fuer unpassend. Er suggeriert eine Schuld von Unschuldigen. Aber auch ich frage mich, wie man noch gluecklich sein kann, wenn es regelmaessig nach Anschhlaegen heisst: wir sind zutiefst traurig. Eine Zeit lang ist man betroffen, um dann zu vergessen. Aber man sollte nicht vergessen.

Paperback, 20. Juli 2016, 8:10 Uhr


Atlantica,

die Betroffenheitsbekundungen werden ja langsam schon zu einer Übung,

Für mich ist die gerade in den letzten Tagen bewusst geworden, dass wir mehr Risiken ausgesetzt sind, als uns wohlmöglich bewusst ist.

Der "Fall" des 17jährigen Attentäters schockiert mich. Jetzt stellt sich heraus, dass sie nicht einmal wussten, woher er stammte.

Ich kann mich nur schwer gegen den Gedanken wehren, dass wir alle an der Nase herumgeführt werden.

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