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"Marsch für das Leben" in Berlin im September 2015
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Abtreibungsgegner laden zum «Marsch für das Leben»

12. September 2016

Christliche Abtreibungsgegner und sogenannte Lebensschützer rufen für Samstag in Berlin wieder zu einem "Marsch für das Leben" auf. Die Demonstration gegen Abtreibungen und Sterbehilfe startet nach Angaben des Bundesverbandes Lebensrecht mittags mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt.

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"Marsch für das Leben" in Berlin im September 2015

Berlin (epd). Der Schweigemarsch soll am Nachmittag mit einem ökumenischen Gottesdienst enden.

Kritiker wie das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung oder die Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" werfen den Abtreibungsgegnern dagegen religiösen Fundamentalismus vor. Sie rufen für Samstag ebenfalls zu Protesten in der Bundeshauptstadt auf. Erwartet werden jeweils mehrere Tausend Demonstrationsteilnehmer.

Grüße von Papst Franziskus

Beim "Marsch für das Leben" stehe in diesem Jahr das Thema vorgeburtliche Selektion im Fokus, erklärte der Bundesverband Lebensrecht. In den vergangenen Jahren wurde die Veranstaltung unter anderem von der Berliner AfD-Vorsitzenden Beatrix von Storch maßgeblich unterstützt.

Befürwortet wird der Marsch auch von der katholischen Kirche. Wie das Erzbistum Berlin kürzlich auf seiner Facebook-Seite bekanntgab, wird der Berliner Erzbischof Heiner Koch an der Demonstration teilnehmen. Papst Franziskus werde zudem Grüße übermitteln. "Wir alle sind eingeladen, für das Leben einzutreten: #MarschFürDasLeben", hieß es in dem Facebook-Eintrag. Der Bischof der Diözese Regensburg, Rudolf Voderholzer, habe ebenso sein Kommen zugesagt und werde beim Abschlussgottesdienst predigen, hieß es.

Evangelische Kirche beteiligt sich nicht

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bekräftigte hingegen ihre Kritik. Anders als der Bundesverband Lebensrecht stehe die Landeskirche für eine ergebnisoffene Schwangerschaftskonfliktberatung, die die Gewissensentscheidung der Frauen und Paare unterstützt. "Das klare Anliegen ist es, den Frauen und ihren Familien Möglichkeiten aufzuzeigen, unter denen sie das Kind bekommen können", sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie verwies darauf, dass die Kirchenleitung bereits 2014 beschlossen hatte, die Arbeit oder Aktivitäten des Bundesverbandes Lebensrechts nicht zu unterstützen.

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Leser-Kommentare öffnen

Paperback, 13. September 2016, 9:58 Uhr


Zitat:

"Kritiker wie das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung oder die Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" werfen den Abtreibungsgegnern dagegen religiösen Fundamentalismus vor. Sie rufen für Samstag ebenfalls zu Protesten in der Bundeshauptstadt auf. Erwartet werden jeweils mehrere Tausend Demonstrationsteilnehmer."

Wenn es religiöser Fundamentalismus sein soll, dass Menschen gegen Abtreibung demonstrieren, dann finde ich diesen Fundamentalismus sehr begrüßenswert.
Ich unterstelle keiner Frau in einer solchen Situation, dass sie eine solche Entscheidung leichten Herzens trifft.
Aber die Abtreibung ist immer eine Güterabwägung zwischen dem Recht der Frau und dem Recht des Ungeborenen auf sein Leben.
Da dürfen nur sehr schwerwiegende Gründe zählen, etwa die Gefährdung des Lebens der Mutter.
Auf keinen Fall darf Abtreibung erlaubt werden, weil sie dem geplanten Lebensweg einer Frau , eines Paares dienlich scheint.
Deshalb ein Ja zum Recht auf Leben und gegen eine Ideologie billigen Zweckmäßigkeitsdenkens. Das Leben von Menschen wird zunehmend bedroht durch die Diskussion um Sterbehilfe einerseits und die - feministisch - inspirierte Abtreibungsdiskussion.
Eine Schande ist das und eine Sünde auch. Die Kirchen sollten, dürfen sich da nicht raushalten, sondern müssen Stellung beziehen für die, die sonst keine Stimme haben.
"Du sollst nicht töten!" Dieses Gebot darf nicht zur Diskussion stehen, erst recht nicht in unseren Kirchen.
Schlägt ein Hundehalter seinen Wauzzi tot, droht ihm Strafe. Meuchelt man ein Kind im Mutterleib, soll das straffrei bleiben.
Da kann ich mich nur noch wundern und empören auch.
Besonders grenzwertig, ja infam, halte ich es, wenn man dann noch von "sogenannten Lebensschützern" redet. Abtreibungsbefürworter sind es auf jeden Fall nicht.
Paperback

Atlantica, 13. September 2016, 15:08 Uhr


Aber genau das, die Lebensplanung, dient doch nach geltendem Recht zur "Rechtfertigung" der Abtreibung. Und da beteuligt sich Kirche nicht? Kann ich nicht verstehen.
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Schallblech, 13. September 2016, 11:37 Uhr


Da gehe ich mit, Paperback!
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Paperback, 13. September 2016, 12:06 Uhr


Danke, Schallblech, kam ich mir doch schon vor wie der einsame Rufer in der Wüste.
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