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Hana Saeidi, die Nichte des Regisseurs Jafar Panahi, soll für die Schule einen Film drehen. Foto: arte

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Taxi Teheran

TV-Tipp: arte, Mi, 14.2., 20.15 Uhr

14. Februar 2018

Der renommierte iranische Regisseur Jafar Panahi hat aufgrund seiner kritischen Filme in seinem Heimatland ein langjähriges Berufsverbot erhalten. Seine Filme dreht er nun heimlich.

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Hana Saeidi, die Nichte des Regisseurs Jafar Panahi, soll für die Schule einen Film drehen. Foto: arte

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In „Taxi Teheran“ sieht man Jafar Panahi als Taxifahrer. Doch auf sein Armaturenbrett hat er eine kleine Action-Kamera montiert, mit der er seinen Alltag aufzeichnet: Zwei Fahrgäste geraten über die Frage der Todesstrafe in Streit; ein Schwarzhändler lässt sich von Panahi zu seinen Kunden fahren, denen er im Iran verbotene Filme verkauft; die Nichte Panahis soll für die Schule eine filmische Hausaufgabe gestalten und verzweifelt dabei an den von den geistlichen Führern vorgegebenen Regeln ...

Aus den einzelnen Episoden ergibt sich das Bild einer Gesellschaft, in der es unter der oppressiven, staubigen Decke religiöser Vorschriften und Verbote gewaltig brodelt.

Der Film wirkt zunächst beinahe wie eine Dokumentation: Panahi, dessen Haftstrafe und anschließendes 20-jähriges Berufsverbot weltweit Aufsehen erregt haben, spielt sich selbst als Taxifahrer; verschiedene Leute erkennen ihn. Die Bilder des Films kommen scheinbar ausschließlich aus der Action-Kamera auf dem Armaturenbrett und anderen im Bild sichtbaren Quellen, wie Handys oder digitalen Fotoapparaten. Doch je länger der Film fortläuft wird umso klarer, dass er sich als durch und durch inszeniert erweist. Die Geschichten der Fahrgäste machen – mal leicht im Ton und mal tragisch – bewusst, wie schwierig das Leben unter einem Regime ist, das sich in die privatesten Dinge einmischt und zugleich die Wirklichkeit und die Bedürfnisse der Menschen nicht sehen will.

Bekannt wurde Jafar Panahi mit seinen Filmen „Der weiße Ballon“ (Goldene Kamera in Cannes 1995), „Der Spiegel“ (Goldener Leopard in Locarno 1997), „Der Kreis“ (Goldener Löwe in Venedig 2000) und „Offside“ (2006 Silberner Bär auf der Berlinale). „Taxi Teheran“ ist der dritte Film seit Verhängung seines Berufsverbots. Zuvor realisierte er „Dies ist kein Film“ (2011) und „Pardé“ (2013).

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