hg
Bild vergrößern
Vor oder zurück - Die Frage könnte sich künftig erübrigen. Foto: Daniel Berkmann

O nein! EU will Ende der Sommerzeit

Zeitumstellung

Von Gerd-Matthias Hoeffchen | 9. Februar 2018

384 EU-Abgeordnete haben kürzlich im EU-Parlament für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt. Seit Jahrzehnten tobt der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern.

Bild vergrößern
Vor oder zurück - Die Frage könnte sich künftig erübrigen. Foto: Daniel Berkmann

Anzeige

O nein! Das Ende der Sommerzeit naht! 384 EU-Abgeordnete haben kürzlich im EU-Parlament für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt. 154 waren zwar dagegen – aber das reichte nicht.

Seit Jahrzehnten tobt der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern. Eingeführt wurde die Sommerzeit in Deutschland 1980. Jeweils vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober werden seitdem die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Begründung: Man können so das Tageslicht besser ausnutzen.

Ursprünglicher Gedanke: Energiesparen

Damals stand vor allem der Gedanke des Energiesparens im Vordergrund (im Englischen heißt die Sommerzeit dementsprechend: Daylight saving time.) Mittlerweile weiß man allerdings, dass dieser geplante Nutzen höchst fragwürdig ist, das Ganze möglicherweise sogar nach hinten losgeht: Das Umweltbundesamt hat recherchiert, dass zwar tatsächlich im Sommer die Lampen abends später angeknipst werden und damit kürzer leuchten. Dafür drehen die Menschen im Herbst und Frühjahr aber ihre Heizungen auch umso eher auf.

Das Hauptargument gegen die Zeitumstellung aber ist der Wechsel als solcher: Kühe seien irritiert, wenn sie plötzlich später oder früher gemelkt würden (beliebtes Argument auch bei Nichtlandwirten). Menschen bekämen durch die Zeitumstellung gesundheitliche Probleme: Die meisten der gesundheitlich Angeschlagenen (79 Prozent) fühlen sich müde oder schlapp, 60 Prozent hatten schon Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. Jeweils ein gutes Drittel gab an, sich schlechter konzentrieren zu können oder gereizt zu sein. 13 Prozent hatten sogar depressive Verstimmungen. Frauen sind häufiger von gesundheitlichen Störungen betroffen als Männer. Jeder Fünfte gab an, wegen der Zeitumstellung schon unpünktlich zur Arbeit gekommen zu sein.

Kein Wunder, dass in Umfragen der vergangenen Jahre stets eine Bevölkerungsmehrheit gegen die Zeitumstellung war.

Ja, Leute, hier der Lösungsvorschlag eines ausdrücklichen und erklärten BEFÜRWORTERS der Sommerzeit: All das spricht vielleicht gegen die Zeitumstellung und gegen die Winterzeit – aber doch nicht gegen die SOMMERZEIT. Lassen wir die Uhren doch einfach auf Sommerzeit weiter laufen. Dann haben wir die Probleme nicht mehr. Laue Sommerabende, lang draußen bleiben, im Garten zusammensitzen, mit dem Fahrrad durchs Land gondeln – einfach traumhaft.

Übrigens: Ganz schnell wird das Ende der Sommerzeit wohl nicht kommen. Nach dem Parlamentsentscheid muss sich jetzt erst mal die EU-Kommission damit beschäftigen. Das kann dauern. Genießen wir die verbleibende Zeit bis dahin.

4

Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 9. Februar 2018, 19:31 Uhr


Herr Hoeffchen schrieb:

Lassen wir die Uhren doch einfach auf Sommerzeit weiter laufen. Dann haben wir die Probleme nicht mehr.

Oh, nein, dann wird es im Winter ja NOCH später hell. Das darf nicht wahr sein!!
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login

Schallblech, 10. Februar 2018, 9:24 Uhr


In meiner Familie einschließlich Hund hat niemand Probleme mit der Zeitumstellung. Die meisten Uhren werden aus Braunschweig gesteuert und stellen sich von alleine um, und wenn der Wecker klingelt, wird aufgestanden, fertig. Eine Stunde später oder früher Gassi gehen kümmert unseren Hund nicht, und Fresschen ist immer willkommen, Sommerzeit oder nicht.
Die Uhren auf der Sommerzeit stehen zu lassen, das wünschen wir uns auch!
Atlantica: "Oh, nein, dann wird es im Winter ja NOCH später hell. Das darf nicht wahr sein!! " - Dafür wird es aber auch später dunkel! ;)
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login

Pirol, 10. Februar 2018, 12:22 Uhr


Exakt meine Meinung, Schallblech!
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login

Atlantica, 10. Februar 2018, 13:14 Uhr


Es sollte alles so bleiben, wie es ist. Das Umstellen steigert die Flexibilität der Menschen. Und man kann die Sonne im Sommer länger nutzen. Das Energie-Sparen ist freilich kein erzielter Effekt. Es ist wie mit der Erschaffung des Goldes: die Bemühungen führten dann zur Herstellung des Porzellans.
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login
Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Per E-Mail empfehlen