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Tiefe Sorge

Organspende

Uwe Hermann | 25. Januar 2018

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Wer anderen seine Organe im Todesfall spenden will, muss zu Lebzeiten selbst einem solchen Eingriff ausdrücklich zugestimmt haben. Stellvertretend entscheiden können allenfalls nahe Angehörige oder ein gerichtlich bestellter Vormund. So will es das Gesetz.

Kernkriterium für eine Organentnahme ist stets der zuvor diagnostizierte unumkehrbare Ausfall aller messbaren Hirnfunktionen (Hirntod). Das ist nicht gleichzusetzen mit dem Tod eines Menschen. Vielmehr ist es ein markanter Punkt im Sterbeprozess.

Dem trägt das nach intensiver Debatte unter Aufhebung des Fraktionszwangs 1997 verabschiedete Gesetz sensibel Rechnung. Wohlbegründet gibt es der Selbstbestimmung darum absoluten Vorrang.

Wer diese Hürde beseitigt, um Organentnahmen zu erleichtern in der Hoffnung auf steigende Zahlen, verkennt: Das mangelnde Vertrauen gründet in der tiefen Sorge, Fremdinteressen hilflos ausgeliefert zu sein. Jede Gesetzesänderung, die eine Entnahme nicht mehr an die zuvor erteilte Zustimmung knüpft, wäre da nur kontraproduktiv.

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