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Kulturelle Integration wichtige Aufgabe 2018

Gesellschaft

2. Januar 2018

Religion darf in Deutschland öffentlich sichtbar sein, sie ist Teil der Gesellschaft. Sie hat aber auch die Aufgabe, sich als sozialverträglich und nützlich zu erweisen", sagt Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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Johann Hinrich Claussen ist Kulturbeauftragter der EKD. Foto: epd

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Frankfurt a.M. (epd). Die kulturelle Integration vieler Flüchtlinge ist nach Ansicht des Kulturbeauftragten der evangelischen Kirche, Johann Hinrich Claussen, eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für 2018. Dabei gehe es nicht nur um "Heimatpflege", sondern darum, die Gesellschaft zu gestalten, sagte Claussen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bereits für Anfang Januar sei ein Gespräch mit dem Deutschen Kulturrat darüber geplant, wie dies praktisch umgesetzt werden könne.

Für die Kirche sei dabei die Religionskultur von zentraler Bedeutung. "Religion darf in Deutschland öffentlich sichtbar sein, sie ist Teil der Gesellschaft. Sie hat aber auch die Aufgabe, sich als sozialverträglich und nützlich zu erweisen", sagte Claussen. Die Herausforderung, vor der Kirchen und Gesellschaft stünden, sei nun, die Religionskultur so zu öffnen, dass "neue Religionsgemeinschaften" mit Rechten und Pflichten daran partizipieren könnten.

Zusammenarbeit mit dem Kulturrat

Der EKD-Kulturbeauftragte begrüßte die Initiative von Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann zu einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Kirchen, Kultur und Zivilgesellschaft. Dies sei "erfreulich und sinnvoll", sagte er. "Tolle Begegnungen" während des 500. Reformationsjubiläums vergangenes Jahr hätten gezeigt, "dass es lohnt, wenn Kirche auf die Kultur zugeht", und es umgekehrt der Kultur gut tue, sich mit der Kirche auseinanderzusetzen.

So wollten sich die evangelische und katholische Kirche am Europäischen Kulturerbejahr 2018 unter dem Motto "Sharing Heritage" beteiligen. Kerngedanke sei dabei, "nicht aggressiv Heimat gegen Fremdes zu verteidigen", sondern das eigene kulturelle Erbe zu teilen und die kulturellen Schätze Europas ins Bewusstsein zu heben, sagte Claussen.

Ein ökumenisches "Glockenprojekt" solle auf die "traditionelle akustische Rhythmisierung des Alltags" aufmerksam machen und diese Tradition neu füllen, sagte Claussen. Neben dem Austausch von Klängen und "Soundscapes" in der digitalen Welt, der die Jugend ansprechen solle, sei ein großes bundesweites Glockengeläut geplant. Eine "kleine, feine Sache" sei zudem eine Ausstellung des EKD-Kulturbüros über Kirchennamen mit "Maria" und "Nikolaus".

Die Kirchen seien gut beraten, ihre Kulturarbeit aufrecht zu erhalten und auszubauen, betonte Claussen. Das Bewusstsein dafür, dass die Kirchen ein Grundbestandteil der europäischen Kultur und das Christentum eine kulturelle Kraft sei, sei in jüngster Zeit deutlich gestiegen, sagte der Theologe mit Blick auf eine kürzliche erschienene Allensbach-Studie. Diese Tendenz zeige auch, dass die Kultur Zugänge zum Christentum eröffne für Menschen, die ansonsten eher kirchenfern seien.

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Leser-Kommentare öffnen

Paperback, 5. Januar 2018, 12:32 Uhr


Das sehe ich allerdings etwas anders. Niemand - schon gar nicht in den beiden großen Kirchen-hindert zu uns kommende Menschen daran, sich zu integrieren. Dazu bedarf es lediglich des Willens der Betroffenen.
Ich habe in den Jahren, auf die ich jetzt zurückblicken kann, noch nie einen solchen Hype um die Integration erlebt wie zur Zeit.
Da konnte man in manchen Gemeinden sogar den Eindruck haben, es sei den Etablierten eher recht, wenn sie unter sich blieben.

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