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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 5. Januar 2018

Woche vom 7. bis 13. Januar

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Sonntag:    Psalm 96
Montag:     Johannes 3, 1-21
Dienstag:     Johannes 3, 22-36
Mittwoch:     5. Mose 1, 1-18
Donnerstag:     5. Mose 1, 19-33
Freitag:     5. Mose 1, 34-46
Samstag:     5. Mose 2, 1-15

Das Nikodemusgespräch wird zu Ende geführt. Wichtig vor allem ist, dass Jesus als Retter und nicht als Richter gekommen ist. Das Gericht besteht darin, dass die Welt sich selbst überlassen bleibt, wenn sie diesen Retter nicht erkennt und ihn nicht vertrauensvoll (=glaubend) annimmt. Dann wird erneut das „Johannes-Thema“ aufgegriffen. Große Betonung wird darauf gelegt, dass Johannes selbst und zwar vor Zeugen und geradezu als eine letztwillige Verfügung in Jesus seinen Herrn anerkennt. In den anderen Evangelien wird noch auf die Taten Jesu verwiesen und damit die Brücke zur alttestamentlichen Prophetie hergestellt: Es ist alles erfüllt!

Hier bei Johannes liest sich das Ganze noch stärker wie ein richtig offizieller Akt, der allen Streit, den internen in den Gemeinden, aber auch den im Gegenüber zu den Juden, über die unterschiedliche Autorität des Vorläufers und des „Gesandten Gottes“ ein für alle Mal beenden soll. Wobei dieser Gesandte mehr als nur ein Botschafter ist, sondern sagt: „Ich und der Vater sind eins (10,30)!“

Das Verhältnis zu Gott wird noch an weiteren Stellen thematisiert: 17,3-4 im sogenannten hohepriesterlichen Gebet oder in dem bekannten Schlüsselwort „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, nur durch mich (14,6)!“, und noch häufiger, so dass man spürt, dass damit eine wichtige Frage der frühen Christenheit aufgegriffen wird. Die Auseinandersetzungen um das wahre Wesen Jesu wird sich in den christologischen Lehren und oft streitbaren Schulen und Synoden in den ersten drei Jahrhunderten und später noch lange fortsetzen.

Der Weg geht dann wieder weit zurück ins erste Testament. Das letzte Buch des Pentateuch, der fünf Mosebücher, ist an der Reihe. Auf Griechisch heißt es „Deutero-Nomion“, das Zweite Gesetz, gemeint im Sinne einer Wiederholung, nicht Hinzufügung. Die hebräische Bezeichnung „Devarim“ zitiert wie üblich die ersten Worte des Textes: Dies sind die „Sprüche“, besser: „Satzungen“, des Mose.
Das Deuteronomium ist in seiner Besonderheit so etwas wie das Johannesevangelium für das Neue Testament. Auch hier wird stofflich nichts wesentlich Neues gebracht, aber alles Überlieferte noch einmal in der Tiefe betrachtet. Das Deuteronomium ist entsprechend auch viel später entstanden und ist sprachlich und in seiner Gliederung viel einheitlicher als die anderen Bücher, die zum Teil ja einen sehr langen (oft über Jahrhunderte!) und komplizierten Entstehungsprozess durchlaufen haben.

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