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Adventskranz oder Weihnachtsbaum – wer hat in diesem Jahr im Gottesdienst Vorrang am 24. Dezember? Foto: epd
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Was tun mit dem 4. Advent?

Kirche

Aus der Printausgabe - UK 52 / 2017

Von Anke von Legat | 22. Dezember 2017

Gottesdienst am Morgen des 24. Dezember – soll man ihn feiern oder weglassen?

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Adventskranz oder Weihnachtsbaum – wer hat in diesem Jahr im Gottesdienst Vorrang am 24. Dezember? Foto: epd

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Gottesdienst am 4. Advent – was sonst eine Selbstverständlichkeit ist, wirft in diesem Jahr Fragen auf: Es kommen ja am Nachmittag noch bis zu vier Heiligabend-Gottesdienste dazu, vielleicht sogar noch eine Christmette um 23 Uhr. Lässt man da den Sonntagsgottesdienst am Morgen nicht besser weg?

Ja, findet Pfarrerin Ramona Winkler-Rudzio aus Lüdenscheid. „Im Presbyterium waren wir uns einig: Morgens sind die Leute so mit sich beschäftigt, da kommt sicher keiner.“ Zwar findet nachmittags nur eine Christvesper in der kleinen Johanneskirchengemeinde statt; dazu kommt aber noch ein Weihnachtsliedersingen mit dem Posaunenchor und eine Weihnachtsessen. Das Krippenspiel, das sonst am 4. Advent stattfindet, wurde diesmal einen Sonntag nach vorn verschoben und zu einem Kinderbibeltag ausgebaut. „Wir haben uns gedacht, dass wir so die meisten Leute erreichen“, erklärt Winkler-Rudzio.

Auch Pfarrer Marco Beuermann aus Rheda-Wiedenbrück sieht die Frage pragmatisch. „Die Erfahrung zeigt doch, dass zu solchen Gottesdiensten nur einige Hartgesottene kommen, und die auch nur aus Pflichtbewusstsein“, meint er. Die große Gesamtgemeinde biete zu Heiligabend rund 20 Gottesdienste an. „Da muss nicht unbedingt auch vormittags noch einer sein“, findet Beuermann. Auch mit Blick auf die anderen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Unsere Küsterin oder der Organist müssten dann ja von morgens 10 Uhr bis nachts nach 12 praktisch durcharbeiten. Das kann man doch niemandem zumuten.“ Beuermann selbst feiert schon morgens um 11 den ersten Weihnachtsgottesdienst als Krabbelgottesdienst für Familien – und einige weitere Gemeindeglieder. „Da kommen auch ältere Gemeindeglieder. Die finden das süß mit den Kindern.“

Pfarrerin Jutta Schorstein aus der Evangelischen Kirchengemeinde Warstein hat eine andere Haltung. „Wir feiern am 4. Advent vormittags Gottesdienst, weil der Sonntag eigentlich ein höherer Festtag ist als Heiligabend“, erklärt sie. „Für mich ist das ganz wichtig.“ Also lädt sie am 4. Advent um 9.30 Uhr in die katholische St. Nikolaus-Kirche in Rüthen ein, wo die Gemeinde zu Gast ist. Und sie ist überzeugt davon, dass es ausreichend Interesse gibt – zum einen, weil die Christvesper am Nachmittag als Familiengottesdienst gestaltet wird, und außerdem, weil ältere Gemeindeglieder lieber bei Tageslicht zur Kirche gehen. Allerdings ist ihre Gemeinde im Kirchenkreis Paderborn die einzige, die am 24. Dezember noch einen Adventsgottesdienst anbietet.

Von Seiten der Kirchenordnung steht nichts dagegen, den Gottesdienst zum 4. Advent ausfallen zu lassen – das hatte Landeskirchenrat Vicco von Bülow schon Anfang November klargestellt. Es sei Sache des Presbyteriums, diese Frage zu entscheiden. Von Bülow selbst hat dazu eine klare Meinung: „Ich halte es für nicht nur vertretbar, sondern auch sinnvoll, an diesem Tag keinen Sonntagvormittagsgottesdienst anzubieten, sondern sich gottesdienstlich auf den Heiligabend zu konzentrieren“, schrieb er auf Nachfrage.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 22. Dezember 2017, 15:54 Uhr


Auch wir haben schon am Ende des letzten Jahres im Presbyterium beschlossen, den Morgengottesdienst am 4. Advent ausfallen zu lassen, um unsere Pfarrer und Mitarbeiter zu schützen. Wir haben fünf Heiligabendgottesdienste an drei Gottesdienststellen, zwei Pfarrer, einen Küster und zwei Organisten. Wir sind für sie verantwortlich und dürfen nicht zulassen, daß sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, zumal Weihnachten damit ja erst beginnt. Es folgen schließlich noch zwei Feiertage. Die Gemeinde hat das in der letzten Gemeindeversammlung ohne Murren, aber mit großem Verständnis aufgenommen.

Das Argument der Warsteiner Pfarrerin kann ich zwar nachvollziehen, aber bei uns geht es einfach nicht. Übrigens gehört Warstein zum Kirchenkreis Arnsberg und ab 2019 zum dann vereinigten Kirchenkreis Soest-Arnsberg! Mit Paderborn haben wir nichts zu tun. Die katholische Kirche, wo der Gottesdienst gefeiert wird, gehört zu Paderborn (allerdings auch nicht zum ev. Kirchenkreis ;) ).
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Atlantica, 22. Dezember 2017, 21:08 Uhr


Hm, Sonntag höherstehend als Heiligabend? - Nein, falsch. Die Kinder freuen sich auf Weihnachten, Sonntag hat man alle Tage, am 24. kann man einen Gottesdienst am hellichten Tage feiern, zusätzlich. Aber er ist eher "weniger".
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Schallblech, 24. Dezember 2017, 10:58 Uhr


Theologisch gesehen wird an jedem Sonntag die Auferstehung Christi gefeiert, und das von Anfang an. Jeder Sonntag ist also ein kleines Ostern. Geboren wird jeder, auferstanden ist nur einer. Das ist der Grund, warum ich die Aussage von Pfrin Schorstein verstehen kann.

Ansonsten wünsche ich allen Mitarbeiter*innen von UK und allen Lesern von UK-online ein Gesegnetes und vor allem weltweit friedliches Weihnachtsfest.
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Hoeffchen, 24. Dezember 2017, 11:23 Uhr


Danke, Schallblech :)
Auch vom UK-Team: Frohe Weihnacht und ein gesegnetes neues Jahr! Dank an alle, die hier mitlesen, mitmachen, uns Input geben und Korrekturen - und manchmal auch Lob ;)
Ein ganz besonders dickes Dankeschön an alle, die dazu noch ein UK-Abo halten, print oder/und digital. Ihr ermöglicht uns diese Arbeit!
Gott gebe Frieden, allen Menschen auf der Erde.
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Atlantica, 28. Dezember 2017, 10:32 Uhr


Die Auferstehungs-Hoffnung ist ja das wesentlichste Element oder Kennzeichen von uns Christen. Merkwürdig, dass die Oster-Gottesdienste viel schlechter besucht sind als die Weihnachts-Gottesdienste. Wobei der eigentliche Höhepunkt ja der 24. Dezember ist. Zu begreifen ist das nicht. Es ist an sich vollkommen unlogisch: das, worauf man am meisten hoffen soll und darf, wird wenig nachgefragt. Sind die Menschen dumm? - Nein, natürlich nicht. Offensichtlich kommt aber die Auferstehungsbotschaft nicht so gut an wie die Weihnachtsbotschaft. Das kann auch daran liegen, dass sie nicht so gut vermittelt wird. Eben die Diskussionsfreudigkeit hier ist ja auch manchmal sehr dürftig. Woran liegt das?
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Atlantica, 28. Dezember 2017, 10:32 Uhr


Die Auferstehungs-Hoffnung ist ja das wesentlichste Element oder Kennzeichen von uns Christen. Merkwürdig, dass die Oster-Gottesdienste viel schlechter besucht sind als die Weihnachts-Gottesdienste. Wobei der eigentliche Höhepunkt ja der 24. Dezember ist. Zu begreifen ist das nicht. Es ist an sich vollkommen unlogisch: das, worauf man am meisten hoffen soll und darf, wird wenig nachgefragt. Sind die Menschen dumm?
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Atlantica, 28. Dezember 2017, 10:32 Uhr


Die Auferstehungs-Hoffnung ist ja das wesentlichste Element oder Kennzeichen von uns Christen. Merkwürdig, dass die Oster-Gottesdienste viel schlechter besucht sind als die Weihnachts-Gottesdienste. Wobei der eigentliche Höhepunkt ja der 24. Dezember ist. Zu begreifen ist das nicht. Es ist an sich vollkommen unlogisch: das, worauf man am meisten hoffen soll und darf, wird wenig nachgefragt. Sind die Menschen dumm?
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