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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 8. Dezember 2017

Woche vom 10. bis 16. Dezember

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Sonntag:    1. Samuel 2, 1-10
Montag:     Sacharja 5, 1-11
Dienstag:     Sacharja 6, 1-8
Mittwoch:     Sacharja 6, 9-15
Donnerstag:     Sacharja 7, 1-14
Freitag:     Sacharja 8, 1-23
Samstag:     Sacharja 9, 9-12

Die Schriften des Sacharja umfassen in der Buchrolle die Kapitel 1-8 sowie zwei Textsammlungen, deren Autoren unbekannt und zeitlich schwer einzuordnen sind. Es könnte sogar sein, dass diese Sammlungen vor Sacharja entstanden sind, weil die Gesamtsituation, die vorausgesetzt wird (9,1ff.), in der persischen Zeit gar nicht mehr vorhanden war.

Im Mittelpunkt der eigentlichen Sacharja-Verkündigung stehen acht Nachtgesichte: allegorische Visionen, in denen sich Bilder vermischen. Dabei fällt auf: Jahwe, Gott selbst, tritt in seiner unerreichbaren Erhabenheit zurück. Dafür handeln seine Bevollmächtigten, seine Engel. Dabei ist erstaunlich, wie weit Sacharjas Verkündigung gespannt ist. Es geht keineswegs nur um die Wiederherstellung des Tempels, es geht auch nicht nur darum, die noch in Babel Verbliebenen zur Rückkehr nach Jerusalem zu bewegen, sondern Sacharja redet auch von der Hinkehr aller nichtjüdischen Völker zu Jahwe. Es ist fast so, als ob er nach all den leidvollen Fastenzeiten mit Not und Krieg an ein großes Friedensfest aller Völker denkt. Eine überwältigende Hoffnung! Eine Verheißung? Ein Traum?

Zur Prophetie des Sacharja gehört wie bei allen anderen Propheten auch eine scharfe Kritik an der Gegenwart (schon 1,2-6). Es ist leider so gekommen und wird unverändert fortgesetzt, dass die menschliche Unbußfertigkeit Gott geradezu zwingt, im Zorn zu handeln. Und noch einmal wird herausgestellt, worum es Gott bei seinen Ordnungen eigentlich immer ging und in Zukunft geht: Als im Jahre 518 Leute aus dem uralten Heiligtum Bethel nach Jerusalem gesandt werden(7,1ff.), um sich dort zu erkundigen, wie sie es weiter mit den seit vielen Jahren eingeführten Fastentagen halten sollten, bekommt der Prophet Weisung von Jahwe: Diese siebzigjährige Fastenzeit ist zwar ein gutes Zeichen der Trauer gewesen, aber kein ewiges Gottesgesetz.

Zu Gottes Grundanliegen gehören gerechtes Gericht, soziales Verhalten und Glaubwürdigkeit. In der Besserung, ja der Erneuerung des Volkes im Exil ist der Grund dafür zu suchen, dass sich nun auch Jahwe wieder seinem Volk zuwendet. „Gott kehrt zurück!“ als Wort der Gegenwart und der zukünftigen Herrlichkeit bedeutet, dass aus Fastentagen Festtage werden dürfen. Und so kann der Prophet vom neuen Jerusalem sagen: „Es sollen auf den Plätzen wieder alte Männer und Frauen sitzen, jeder mit einem Stock in der Hand von hohem Alter, und die Plätze sollen voll sein von Mädchen und Jungen, die dort spielen“ (8,4). Das ist nicht die gläserne Stadt mit ihren lichten Toren, wie es später von der Ewigkeit erwartet wird. Es ist ein sehr irdisches, liebevolles Bild eines guten Lebensraumes.

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