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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 1. Dezember 2017

Woche vom 3. bis 9. Dezember

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Sonntag:    Psalm 24
Montag:     Sacharja 1, 1-6
Dienstag:     Sacharja 1, 7-174
Mittwoch:     Sacharja 2, 1-9
Donnerstag:     Sacharja 2, 10-17
Freitag:     Sacharja 3, 1-10
Samstag:     Lukas 12, 22-34

Das Buch Sacharja (=Jahwe gedenkt) gibt eine bis auf den Monat genaue Datierung über das Auftreten des Propheten. Die Angaben sind auf die Regierungszeit des persischen Königs Darius I. bezogen, und das bedeutet, dass es sich um das Jahr 520 vor Christus handelt. Das Exil ist zwar längst vorbei, aber nicht die Macht fremder Völker. Die Perser waren jedoch religiös tolerant und ließen den Tempelbau zu, so dass sich dort eine neue Gemeinde versammeln konnte. Die Rückkehr der Exilanten war wahrscheinlich keineswegs so reibungslos wie man denken könnte. Dafür war zu viel Zeit vergangen. Die Rückkehrer fanden nicht alles wieder so vor, wie sie es verlassen hatten. Familien und Nachbarn mussten sich erst wieder zusammenfinden und notdürftig beieinander wohnen. Jedenfalls war auch – wie wir lesen – die Begeisterung, den zerstörten Tempel wieder aufzubauen, keineswegs einhellig vorhanden. Das Leben schien bedroht und perspektivlos.

Die Geburt Jesu lag in jener Epoche noch in ganz weiter Zukunft. Ein halbes Jahrtausend ist eine Zeitspanne, die kein Mensch vorausdenken kann. Wenn also später diese Prophetie auf Jesus bezogen wird und in ihm die Erfüllung dieser Verheißungen erkannt wird, dann ist das eine Entwicklung, die in der Zeit des Sacharja überhaupt noch nicht im Blick sein konnte.

Vielmehr sind seine „Nachtgesichte“ zunächst einmal unmittelbar in der damaligen Zeit zu verstehen. Etwa die Verheißung des Friedenskönigs in 9,9 war zunächst durchaus mit anderen Namen verbunden. Und auch wenn die dramatischen Visionen von den vier Wagen, die in der Offenbarung des Johannes wiederzuerkennen sind (Offenbarung 6), in eine ähnliche endzeitliche Grundstimmung der Menschen hineingesprochen werden, so waren die Ängste und Erlebnisse jener Zeit anders als zur Zeit Christi. Und das gilt auch, wenn diese Texte heute in der Adventszeit bedacht werden.

Es ist hilfreich, sich diese Zwischenschritte bei der eigenen Lektüre bewusst zu machen. Der Blick in die Vergangenheit und Vorgeschichte ist kein Selbstzweck, sondern will die Augen öffnen dafür, was diese Prophetie heute bedeuten kann.
Das Buch Sacharja blickt zu Beginn ebenfalls zurück: Was die früheren Propheten den Vätern angekündigt haben, ist eingetroffen(1,2-6). Die Vorfahren haben mutwillig und uneinsichtig und selbstherrlich alles einfach so laufen lassen und damit zerstört. Jede Ermahnung haben sie unbußfertig abgewiesen.

Die gegenwärtige Generation wird aufgerufen, diese Wege der Väter zu verlassen und umzukehren, Buße zu tun! Die Zeit drängt. Es sind düstere Nachtgesichte, die der Prophet schaut.

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