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Prinzipienritt

Jamaika-Aus

Von Uwe Herrmann | 21. November 2017

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Mit dem Jamaika-Aus so kurz vor der Ziellinie nach dem absehbar sehr schwierigen Verhandlungsmarathon hatte wohl keiner mehr gerechnet. War bis dahin doch der Eindruck, dass alle Beteiligten im Wissen um die politische Gesamtverantwortung imstande sind, dem Ziel einer soliden Regierungsbildung Eigeninteressen unterzuordnen.

Auf dem steinigen Weg dahin war auch schon manche Wahlkampf-Bastion verlassen, die eine oder andere bittere Pille geschluckt worden. Parteikalkül musste im Zweifel eben zurückstehen. Die Stimmverteilung nach der Bundestagswahl ließ bei der gegebenen Konstellation nichts anderes zu. Das wusste auch FDP-Chef Christian Lindner.

Nach acht Wochen Sondierungsgesprächen nun zu sagen, bevor man sich gezwungen sähe, die eigenen Grundsätze aufzugeben, wolle man lieber nicht regieren, als falsch regieren, wirkt auf Außenstehende unglaubwürdig. Und unverantwortlich. Zu groß sind die Herausforderungen, die tragfähiger politischer Lösungen bedürfen, als dass hier noch Raum wäre für diese Art Prinzipienritt zu später Stunde.

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