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Der Lippische Landessuperintendent Dietmar Arends. Foto: gmh
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Jubiläum hat Kirchen zueinander gebracht

Gespräch

Von Holger Spierig | 30. Oktober 2017

Das 500. Reformationsjubiläum hat nach Einschätzung des Lippischen Landessuperintendenten Dietmar Arends die ökumenische Zusammenarbeit gestärkt.

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Detmold (epd). Das 500. Reformationsjubiläum hat nach Einschätzung des Lippischen Landessuperintendenten Dietmar Arends die ökumenische Zusammenarbeit gestärkt.

Nun müssten weitere konkrete Schritte aufeinander zugegangen werden, sagte der oberste Repräsentant der Lippischen Landeskirche in Detmold dem Evangelischen Pressedienst (epd). Innerhalb der evangelischen Kirche habe das Jubiläumsjahr zudem eine kritische Bestandsaufnahme gefördert. Positiv wertete der Landessuperintendent, dass sich viele Menschen durch die unterschiedlichen Veranstaltungen für die Reformation interessieren ließen.

Was sind für Sie die wichtigsten Ergebnisse des zu Ende gehenden Reformationsjubiläums?

Arends: Das wichtigste Ergebnis: Es ist gelungen, dieses besondere Jahr in einem ökumenischen Geist zu begehen. Viele sind sich einig: Das Reformationsjubiläum hat die großen Kirchen näher zueinander gebracht. Das war nicht immer zu erwarten gewesen.

Ein zweites wichtiges Ergebnis: Wir haben erlebt, dass sich die Menschen haben interessieren lassen für die Reformation. In unserer Landeskirche konnten die Menschen im Schnitt öfter als jeden zweiten Tag eine Veranstaltung zum Reformationsjahr besuchen - einen Gottesdienst, ein Konzert, einen Vortrag und vieles andere mehr.
Große Ausstellungen kamen hinzu. Und obwohl es so viel war, nehmen die Menschen es wahr, besuchen die Veranstaltungen und Ausstellungen.

Darüber hinaus haben sich viele auch nicht kirchliche Institutionen zur Mitwirkung gewinnen lassen und sich an der Gestaltung des Reformationsjubiläums beteiligt.

Hat das Jubiläum zu einer neuen Sicht auf die Reformation geführt?

Arends: Ja, wir haben zu diesem Jubiläum noch einmal sehr intensiv darüber nachgedacht und diskutiert: Was war die Reformation? Was hat sie hervorgebracht und was auch nicht? Wo lagen ihre großen Errungenschaften und wo lagen ihre Schattenseiten und ihre Defizite?

Wir haben einen differenzierteren Blick auf die Reformation gewonnen. Dazu gehört auch, dass wir die Vielfalt der Reformation als eine europäische Bewegung wahrnehmen.

Mit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre durch die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen im Sommer in Leipzig wurde uns zudem vor Augen geführt: Was in der Reformationszeit trennend war, trennt uns heute nicht mehr.

Lutheraner, Katholiken, Methodisten und Reformierte bringen ein gemeinsames Verständnis in einer der zentralen Frage der Reformation zum Ausdruck.

Dabei wurde zugleich in der reformierten Tradition etwas Wesentliches deutlich gemacht: Die Rechtfertigung des Menschen durch Gott ist nicht zu trennen von einem Eintreten für Gerechtigkeit in dieser Welt.

Was bleibt über den 31. Oktober hinaus von dem Reformationsjubiläum?

Arends: Nach unserem Verständnis ist Reformation gerade nicht nur etwas, an das man sich erinnert, sondern noch viel mehr etwas, das immer auch vor uns liegt. Reformation ist nie abgeschlossen. Sie ist bleibende Aufgabe.

Das spüren wir in den Herausforderungen, die wir sehen, sehr deutlich.

Deshalb war es gut, das Reformationsjubiläum mit der Diskussion um den zukünftigen Weg unserer Kirche zu verknüpfen. Diese Diskussion geht auch nach 2017 weiter.

Wie soll es weitergehen?

Arends: Wir haben das Jahr 2017 als ein Geschenk für die Ökumene erlebt.

Es ist gut, dass wir das in gemeinsamen Aufrufen in Nordrhein-Westfalen unterstrichen haben und uns zugleicht zu einer vertieften ökumenischen Zusammenarbeit verpflichtet haben. Diesen Schwung gilt es mitzunehmen; diese Verpflichtung gilt es, mit konkreten Schritten zu mehr Gemeinsamkeit einzulösen.

Dies darf sich zudem nicht auf die großen Kirchen beschränken; vielmehr müssen wir auch mit den anderen Konfessionen, mit denen wir zusammenleben, die Vertiefung der Gemeinsamkeiten suchen. Kirche sind wir immer gemeinsam mit anderen.

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Leser-Kommentare öffnen

ellybe, 8. November 2017, 12:33 Uhr


In meiner Gemeinde hat es im Jubiläumsjahr kein Einander-Näherkommen der Gemeinden gegeben, im Gegenteil. Am 31. Oktober feierte der Pfarrer dann sogar eine Ein-Mann-Show, in der sich alles um ihn drehte. Die Lieder, die gesungen wurden, hätten so auch vor 60 Jahren gesungen werden können. Kein "Vertraut den neuen Wegen" (EG 395) oder "Er lasse uns Geschwister sein" (EG 265,3) oder "Du hast vereint in allen Zonen" (EG 609) oder "Der Himmel geht über allen auf" (EG 611).
Die Kirche war voll, der Gesang war kläglich. In den Gebeten kamen die beiden anderen Gemeinden (rk und bapt.) "natürlich" nicht vor. Entsprechend waren auch weder der (allseits beliebte) katholische Ortspfarrer noch ein/e Vertreter/in der baptistischen Gemeinde am Gottesdienst beteiligt. Ersterer wurde (obwohl anwesend!) nicht einmal begrüßt. Und das nach über 30 Jahren (früher) intensiver Zusammenarbeit! Wir gingen enttäuscht und verärgert nach Hause.
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Glybyrne, 8. November 2017, 12:45 Uhr


das klingt aber echt übel
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ellybe, 8. November 2017, 13:25 Uhr


War es auch. Und das bei dem hohen Anspruch des "Alleinunterhalters". Wir haben uns geschämt.
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