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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 22. September 2017

Woche vom 24. bis 30. September

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Sonntag:    Psalm 20
Montag:     Lukas 13, 6-9
Dienstag:     Lukas 13, 10-17
Mittwoch:     Lukas 13, 18-21
Donnerstag:     Lukas 13, 22-30
Freitag:     Lukas 13, 31-35
Samstag:     Lukas 14, 1-6

Ernste, schwer zu lesende Worte: Wie steht es um das Friedensreich, das Jesus bringen würde? Ganz deutlich ist zu spüren, wie die Erfahrungen der frühen Gemeinde bereits im Hintergrund stehen, als Lukas sein Evangelium schrieb: Die Zerstörung Jerusalems, die ersten schlimmen Verfolgungen, die beruflichen und auch familiären Probleme, die einzelne Gemeindeglieder zu bewältigen hatten, wenn sie es mit ihrem Glauben ernst nahmen. Aber auch die Enttäuschung darüber, wie wenig und wie langsam sich die Realität änderte. Das war nicht anders zu erwarten! so lautet die Botschaft dieser Abschnitte. Das hat Jesus schon vorhergesagt!
Mit der Ankündigung des Gottesreiches durch Jesus veränderte sich die Welt nicht mit einem Schlag. Es galt für die Gemeinde, die „Herausforderung des Wartens“ zu begreifen und die Zwischenzeit bis zur Wiederkunft Christi verantwortlich zu gestalten. Und Christen müssen sich darüber klar sein, dass ihre Werke und Taten in jeder Zeit eine buchstäblich „end-gültige“ Dimension haben. Am Ende werden Bäume abgehackt und Türen verschlossen sein und der Herr wird sagen: Ich weiß nicht wo ihr her seid. Weicht alle von mir, ihr Übeltäter(13,27)!
Die frühe Gemeinde hatte lange Zeit in der Naherwartung gelebt, und es war durchaus eine geistliche Krise, als immer klarer wurde, dass diese Hoffnung ausblieb. Die Antwort in den Jesusworten lautet eindeutig: Der Zeitpunkt ist völlig offen, sicher ist nur, dass er überraschend sein wird. Und das andere: Christen sind bis dahin als Treuhänder mit der Verantwortung für die Güter Gottes betraut, und es steht ihnen am besten an, wenn sie diese Aufgabe für die Welt annehmen und dafür arbeiten und Gerechtigkeit walten lassen. Oder gar auf Kosten anderer leben.

Aber es wird auch Streit geben. Der „Kampf um die Wahrheit“ wird die alten Lebensgefüge auf harte Proben stellen oder sie gar zerreißen. Schon die Jünger, ja Jesus selbst hatten ihre Großfamilien verlassen, und das hieß ja auch, sich außerhalb ihres traditionellen Schutzes zu begeben. Die Gemeinschaft mit Jesus und später die Gemeinde in Jesus wurde zur neuen Familie. Dabei sollen die Gebote Gottes wieder als die Lebenshilfen verstanden werden als die sie ursprünglich gemeint waren. Die Heilungen am Sabbat weisen den Weg. Aber Gemeinden sahen auch: Die Zeichen des Endes sind da! Später wird man das auch so verstehen, dass jede Epoche der Geschichte Endzeitcharakter und damit ihre Zeichen hat und jede Zeit darum auch dringend der Arbeiter in diesem Weinberg Gottes bedarf.

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