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Wim Wenders bei der Verleihung des Hans-Ehrenberg-Preises. Foto: epd

Wim Wenders ausgezeichnet

Hans-Ehrenberg-Preis

18. September 2017

Der Regisseur Wim Wenders ist als erster Künstler mit dem Hans-Ehrenberg-Preis der evangelischen Kirche in Bochum ausgezeichnet worden

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Wim Wenders bei der Verleihung des Hans-Ehrenberg-Preises. Foto: epd

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Bochum (epd). Der Regisseur Wim Wenders ist am Sonntag mit dem Hans-Ehrenberg-Preis der evangelischen Kirche in Bochum ausgezeichnet worden. Der 71-Jährige werde für einen künstlerischen Stil geehrt, «der Freiraum lässt für das, was unverfügbar ist», erklärte der Superintendent des Kirchenkreises Bochum, Gerald Hagmann, in Bochum zur Begründung. Die Bilder, die Wenders schaffe, laden nach seine Worten dazu ein, «das Bilderlose mitzudenken, das Heilige im Weltlichen». Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.

In seiner Laudatio auf den Regisseur, Autor, Produzenten und Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg würdigte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, Wenders' Offenheit eines Weltbürgers, seine politische Wachheit und die Verbindung von Musik, Tanz, Poesie und Fotografie in seinen Filmen. In seinem filmischen Werk leiste Wenders auch Widerstand «mit seinem genauen Blick gegen alle glatten Lügen», gegen «Grenzen und Schablonen des Denkens» und gegen Zynismus, sagte Bedford-Strohm auf dem Festakt in der Christuskirche laut Manuskript.

In Filmen wie «Der Himmel über Berlin» fänden sich auch Anklänge an religiöse Themen wie das Spenden von Trost und Kraft durch Engel, sagte Bedford-Strohm. Der Titel der Dokumentation «Das Salz der Erde» aus dem Jahr 2014 über den Fotografen Sebastião Salgado beziehe sich auf ein biblisches Jesus-Zitat und erinnere an den Aufruf Jesu an die Menschen, aktiv in der Welt zu sein, «sie zu verändern, vielleicht auch, Widerstand zu leisten».

Wim Wenders, geboren 1945 in Düsseldorf, wurde neben seinen fotografischen Arbeiten vor allem für seine Spielfilme und Dokumentationen bekannt. Dazu zählen «Paris, Texas» von 1984, «Der Himmel über Berlin» (1987), «Buena Vista Social Club» (1999), «The Million Dollar Hotel» (2000), «Palermo Shooting» (2008), «Pina (2011) und «Everything will be fine» (2015).

Der Hans-Ehrenberg-Preis wird an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, «die protestantische Positionen in öffentlicher Auseinandersetzung vertreten». Der Preis erinnert an den Theologen und Philosophen Hans Ehrenberg (1883-1958), der als Pfarrer in Bochum wirkte und zu den herausragenden Persönlichkeiten des kirchlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus gehörte.

Ehrenberg stammte aus einem liberalen jüdischen Elternhaus. Er studierte zunächst Rechtswissenschaften und Philosophie. 1909 ließ er sich taufen und studierte später evangelische Theologie.

Der Kirchenkreis Bochum vergibt den Preis in der Regel alle zwei Jahre in Verbindung mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Hans-Ehrenberg-Gesellschaft. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die langjährige Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne), der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der frühere EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock und der Publizist Robert Leicht. Vor zwei Jahren ging die Auszeichnung an den diesjährigen Laudator Bedford-Strohm.

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