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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 7. September 2017

Woche vom 10. bis 16. September

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Sonntag:    Psalm 119, 57-64
Montag:     4. Mose 20, 22-29
Dienstag:     4. Mose 21, 4-9
Mittwoch:     4. Mose 21, 21-35
Donnerstag:     4. Mose 22, 1-20
Freitag:     4. Mose 22, 21-41
Samstag:     4. Mose 23, 1-12

Ein Generationenwechsel bahnt sich an. Nach Mirjam stirbt auch Aaron. Aaron ist der „zweite Mann“ hinter seinem Bruder Mose. Er kann reden und vor allem beraten. Das Segnen ist mit seinem Namen verbunden. Er hat Menschen gelehrt, in allen Widrigkeiten auf Gottes Zusage zu vertrauen. Denn – fast möchte man sagen: natürlich gab es in der Wüstenzeit immer wieder Phasen des Murrens und des Aufbegehrens. Der Glaube war oft genug im wortwörtlichen Sinne „angefochten“.
Häufig bildeten sich neben den äußeren Angriffen bei den Israeliten selbst „Rotten“, Banden, die sich gegen Mose stellten. Die unerbittlichen Lebensbedingungen der Wüste waren eine harte Schule für Israel. Was wiegt dort mehr, die Freiheit oder der leere Magen und der schreckliche Durst, der jeden Tag gestillt werden muss?
Die Geschichte vom Seher Bileam (22-24) ist wunderschön. Ein blödes Tier ist schlauer als sein Herr! So wie später in Darstellungen der Weihnachtsgeschichte Ochse und Esel auftauchen, also die Tiere, denen Dummheit und Sturheit nachgesagt wird, und ausgerechnet die ermahnen: Mensch, schau her, selbst diese Geschöpfe haben doch begriffen, wer ihr Herr ist!

So auch hier. Bileam wird vom König der Moabiter (im heutigen Jordanien) ausgeschickt, um das Volk Israel zu verfluchen. Diese hungrigen Nomadenstämme galten als Bedrohung. Äcker, Brunnen und Weiden waren in Gefahr, sogar den Durchzug über die „Königsstraße“, ein uralter Handels- und Karawanenweg, verweigerte er misstrauisch. Ein solcher Fluch konnte ungeheure Wirkungen bei Freund und Feind entfalten, vielleicht wie eine moderne Medienkampagne in den sozialen Netzwerken, die die Stimmung einer ganzen Gesellschaft beeinflussen kann. Damals stellt sich dem Seher ein Gottesbote in den Weg, ein Engel, der den Auftrag hat, dieses Drohwort zu verhindern.

Aber der verblendete Bileam erkennt diesen Engel nicht und greift – wie üblich – zum Knüppel, zur Gewalt. Aber jener „dumme Esel“, bleibt stehen. Dieses Tier hat nämlich den Engel erkannt und ahnt instinktiv, worum es bei dieser ganzen Angelegenheit geht. Als aber gar nichts nützt und der Mensch wie vernagelt in seinem beschränkten Willen weiter prügelt, geschieht etwas Außergewöhnliches. Das Tier beginnt zu reden. Da erst kapiert dieser Bileam, was Sache ist. Er zieht anschließend zwar weiter auf seinem Wege, aber aus dem Fluchen wird nun ein Segnen. Er „muss“ segnen. Nach dieser Begegnung kann er gar nicht anders, als zum Guten zu reden und Frieden zu schaffen. Wir brauchten solche Tiere auch heute!

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