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Senderegie des „heute journal“ vom ZDF. Foto: 3sat

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Das manipulierte Bild

TV-Tipp: 3sat, Do 31.8., 20.15 Uhr

31. August 2017

Nie war es einfacher, Bild- und Videoaufnahmen zu fälschen. Nie war die Öffentlichkeit mehr in Gefahr, sich durch manipulierte Bilder fehlleiten zu lassen.

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Senderegie des „heute journal“ vom ZDF. Foto: 3sat

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Vor rund 25 Jahren wurde das elektronische Bildbearbeitungsprogramm „Photoshop“ eingeführt. Seitdem hat es nicht nur Prominente auf Fotos schlanker gemacht, sondern auch den Journalismus nachhaltig verändert.

Die digitale Manipulation macht auch vor Nachrichtenbildern nicht Halt: Dutzenden Fotoreportern wurde in den vergangenen Jahren nachgewiesen, ihre Bilder dramatischer und spektakulärer gestaltet zu haben. Redakteure und Zuschauer müssen sich mehr denn je fragen: Original oder Fake?

Mit Satellitenbildern wollte Russland der Ukraine die Schuld am Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine über der Ostukraine zuschieben. Doch eine forensische Untersuchung internationaler Experten ergab, dass die Aufnahmen gefälscht wurden. Die Raketensysteme wurden – so die Ansicht der Sachverständigen – nachträglich in das Bild montiert.

Derartige Manipulationen sind vor allem in Krisensituationen und internationalen Konflikten an der Tagesordnung. Nachrichtenredaktionen wie das „heute journal“ des ZDF beschäftigen mittlerweile eigens geschulte Mitarbeiter, die die TV-Bilder unbekannter Quellen verifizieren. Anhand von GPS-Daten, Wetterlage, Gebäuden oder Soldatenuniformen versuchen die Experten, den Wahrheitsgehalt der Quellen zu überprüfen.

Längst beschäftigt sich auch die Wissenschaft mit der Manipulation der Bilder – und ihrer Enttarnung. Am Dartmouth College in den USA haben Forscher eine Software entwickelt, die retuschierte Fotos erkennt. Das Programm kann sogar einschätzen, wie stark die Manipulation ausfiel.

Die Dokumentation „Das manipulierte Bild“ lässt die Zuschauer eintauchen in die Welt der digitalen Manipulation und zeigt, welche Auswirkungen sie auf den Journalismus hat. Neueste Forschungsergebnisse machen deutlich, mit welchen Methoden die Fälschungen enttarnt werden können.

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel über ein verwandtes Thema.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 31. August 2017, 21:27 Uhr


Wozu absichtliche Bild-Fälschungen?
Meine Antwort: SEHEN...dieser unserer Sinne steht an erster Stelle. Vor optischer Manipulation gibt es kein Entrinnen. Ihre Wahrnehmung ist so unterschiedlich wie Menschen sich unterscheiden.

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Im-Netz-der-L%C3%BCgen-Der-Kampf-gegen-Fake/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=44858000
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Atlantica, 31. August 2017, 23:49 Uhr


Die verschiedenen Sinne sind kurioserweise im Gehirn miteinander verknuepft: Oma riecht nach Koelnisch Wasser. Dabei kommen mir Bilder des Schlaf- und Wohnzimmers der Grosseltern in den Sinn.

Das Abitur wurde in der Aula gefeiert. Gruene Gummibaeume und festliche Garderobe stehen inhaltlich in keinem Bezug zu Genetik, Demokratie, Amerikanischer Literatur und Bach. Doch erinnert man sich an diese Dinge im vermeintlichen, nicht objektiven, Zusammenhang. Wie schoen ist das Leben!
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Atlantica, 1. September 2017, 19:08 Uhr


Was viele Menschen nicht wissen: Unsere gesamten Vorstellungen von der Welt und auch uns selbst werden zu einem nicht unerheblichen Teil vom Gehirn "konstruiert", selbst erstellt. Täuschung und Manipulation sind in der Natur, man muss es so sagen, ein Normalfall. Weibliche Rundungen zum Beispiel deuten auf Fruchtbarkeit hin. Das kann die Konzentration der Männchen aufs Wesentliche ganz schön beeinträchtigen. Es ist aber auch gut, dass die Natur so funktioniert. Die Vorstellung der vorwissenschaftlichen Zeit ist kurios. Das Gehirn, der Kopf des Menschen sei ein "Kasten", in den man beliebig Inhalte "eintrichtern" könne. Daher auch die Allegorie des sogenannten Nürnberger Trichters bei Bosch. Wir wissen, dass Denken und Fühlen, Empfindungen und Ratio zusammengehören. Früher sagte man, die eine Gehirnhälfte ist für die emotiven, die andere für die rationalen Aspekte des Menschseins zuständig. Heute weiß man, dass alle Bereiche des Gehirns miteinander vernetzt sind.

Zum Foto: objektive Fotografie gibt es nicht. Fotos sind mehr oder weniger subjektive Ereignis-Aufnahmen. Objektiv ist noch nicht einmal das Objekt. Dieses kann durch die Brennweite vergrößert oder verkleinert werden.

So ähnlich stelle ich mir auch die Sache mit Gott vor. Alle haben einen Anteil in ihrem Bewusstsein, der intersubjektiv vermittelbar ist. Darum sind auch die Kinder gestorben, die Friedrich II. isolierte und die in ihrer frühesten Kleinkinderzeit keine Sozialkontakte aufbauen konnten, keine entsprechenden Gehirnstrukturen aufbauen konnten. Das war buchstäblich unmenschlich. Ich denke, der Glaube an Gott ist eine ganz natürliche Sache, dem Menschen "eingepflanzt".

Ich dachte, Herr Scobel ist intelligent genug, um diese Zusammenhänge zu erkennen. Er glaubt an das objektive Bild, und er glaubt nicht an Gott. Gert Scobel hat eine mir unverständliche Denkweise.

Bedeutet dies von mir verwegen Behauptete nicht auch, dass man die Existenz Gottes nicht begründen soll? Man soll ganz einfach in kindlichem Vertrauen von ihr ausgehen. Ein verkrampfter Geist findet nie zu Gott.
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