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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 14. Juli 2017

Woche vom 16. bis 22. Juli

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Sonntag:    Psalm 1
Montag:     Philipper 1, 18b-26
Dienstag:     Philipper 1, 27 – 2, 4
Mittwoch:     Philipper 2, 5-11
Donnerstag:     Philipper 2, 12-18
Freitag:     Philipper 2, 19-30
Samstag:     Philipper 3, 1-11

Das Schreiben an die Philipper ist der persönlichste Brief, den Paulus an eine Gemeinde verfasst hat; kein Rundbrief an mehrere Gemeinden und auch keine Grundsatzerklärung über den christlichen Glauben. Sehr privat ist zwar auch der an Philemon, bei dem es um dessen Sklaven Onesimus geht, der inzwischen Freund des Apostels geworden war, aber dieses zunächst wohl vertrauliche Schreiben ist an eine Einzelperson gerichtet und wurde erst später öffentlich.

Philippi war die erste europäische Gemeindegründung des Apostels, wobei diese Grenze der Kontinente im römischen Reich nicht so trennend war wie später. Paulus kam um das Jahr 50 in diese Handelsstadt, die 148 v. Chr. zur römischen Provinz wurde. Wie in Korinth oder in Tarsus oder in Ephesus gab es hier Anhänger der verschiedensten Religionen und Kulte. Selbstverständlich gab es auch eine Synagoge, aber der Unterschied zu der „heiligen Stadt Jerusalem“ war doch augenfällig und zeigte die neue, offene Situation, in die hinein hier die Frohe Botschaft von Christus wirkte.

In der Apostelgeschichte wird die besondere Rolle der Lydia geschildert, die aber namentlich im Philipperbrief nicht erwähnt wird. Lydia ist Händlerin. Ihr Geschäft sind Textilien (wörtlich: Purpurwolle), aber ganz genau sind die Angaben nicht mehr zu entschlüsseln. Die Begriffe deuten mehr auf die Inhaberin eines größeren Unternehmens als auf einen kleinen Laden für Strickwolle. Auf jeden Fall war Lydia wohlhabend, vielleicht sogar reich, und sie entwickelte sich zur zentralen Persönlichkeit in dieser so wichtigen Gemeinde des heranwachsenden Christentums. Mit ihr hat Paulus wie selbstverständlich zusammengearbeitet, und sie hat in der Gemeinde bestimmt nicht geschwiegen.

Paulus schreibt an die Philipper aus dem Gefängnis. Aber er stellt gleich klar, dass er sich nicht über die Situation beklagen will. Paulus suchte vielmehr den offenen Gedankenaustausch im Prätorium, der Residenz des Provinzstatthalters. Er hat seine juristische Verteidigung genutzt, um über Christus und das Evangelium zu reden. Jesus Christus ist durch den Apostel bei den offiziellen Stellen des Römischen Imperiums gleichsam aktenkundig geworden. Der neue Glaube ist kein Geheimbund! Und Paulus geht mit bewundernswertem Glaubensmut davon aus, dass Gott alles benutzen kann, um seinen Heilswillen geschehen und sein machtvolles Wort in dieser Welt bekannt und offenbar werden zu lassen.

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