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Erzbischof Heiner Koch (links) und Bischof Markus Dröge Foto: epd

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Gedämpfte Hoffnung auf ökumenischen Durchbruch

Kirchentag

18. Mai 2017

Die beiden Berliner Bischöfe Markus Dröge und Heiner Koch haben wenige Tage vor Beginn des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages die Hoffnung auf entscheidende Fortschritte in Grundsatzfragen gedämpft.

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Erzbischof Heiner Koch (links) und Bischof Markus Dröge Foto: epd

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Berlin (epd). Mit Blick etwa auf das gemeinsame Abendmahl von Protestanten und Katholiken sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, er glaube nicht, dass der Kirchentag der Ort ist, wo man theologische Grundsatzdiskussionen führt. In dem Doppelinterview des Evangelischen Pressedienstes (epd) und der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) fügte der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch hinzu, bei solchen Fragen könne man "nicht einfach Abstimmungen mit einer knappen Mehrheit herbeiführen". Zugleich betonten beide Bischöfe die ökumenischen Gemeinsamkeiten im Jahr des 500. Reformationsjubiläums.

Gutes Verhältnis der Kirchen

Bischof Dröge zeigte sich optimistisch, dass Protestanten und Katholiken im Festjahr "vieles miteinander erleben". "Die schwierigeren theologischen Fragen wie Amtsverständnis oder Kirchenverständnis müssen anschließend genauer angegangen werden", fügte er hinzu. Das Jahr sei "eine Motivation, wieder an diese Themen heranzugehen, die als Arbeit noch auf uns warten".

Der Katholik Koch ergänzte, das gute Verhältnis der evangelischen und katholischen Kirche in Berlin, aber generell im Osten Deutschlands, sei auch wesentlich dadurch begründet, dass man sich gegenseitig respektiere und "keiner den anderen überfordert oder bloßstellt". Allerdings gebe es in manchen Fragen auch innerhalb der Kirchen sehr unterschiedliche Positionen und Meinungen, erläuterte der Erzbischof. Dies verbiete etwa bei Fragen wie dem gemeinsamen Abendmahl in konfessionsverbindenden Ehen Abstimmungen mit knapper Mehrheit. Koch sagte weiter, man dürfe einen Kirchentag nicht überfordern: "Alle die Diskussionen, die wir auf gesamtkirchlicher Ebene und auch in der Bischofskonferenz leidenschaftlich führen, werden hier in Berlin nicht vom Erzbistum Berlin im Alleingang jetzt zum Kirchentag entschieden."

"Ganz große Gelegenheit"

Beide Bischöfe betonten in dem Doppelinterview die ökumenischen Verbindungen zwischen den beiden großen Kirchen. Erzbischof Koch sieht durch das Christentreffen eine Stärkung der "Gemeinden, die sich gesellschaftlich und kulturell engagieren". Bischof Dröge zeigte sich "sehr davon angetan, wie groß in Berlin das Interesse am Kirchentag ist". Für die Ökumene sei der Kirchentag "eine ganz große Gelegenheit, auch öffentlich zu zeigen, wie wir unser Christsein in unterschiedlicher Profilierung, aber eben doch in großer Gemeinsamkeit leben". Auf diese Weise könne gezeigt werden, dass es zwar unterschiedliche Färbungen von Christentum geben, aber auch einen "gemeinsamen Geist, in dem wir uns den gegenwärtigen Herausforderungen stellen".

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 18. Mai 2017, 21:43 Uhr


Erzbischof Koch: Man koenne nicht einfach Abstimmungen mit einer knappen Mehrheit herbeifuehren.

Wenn der Wille dazu vorhanden ist, SEHR WOHL!
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Matthäus53, 19. Mai 2017, 22:18 Uhr


Wenn das Kirchenvolk Kirchenleben praktizieren dürfte ,
wie es empfunden wird, wäre bestimmt viel mehr Ökumene sichtbar.
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Paperback, 20. Mai 2017, 19:16 Uhr


Hier wird wieder sichtbar, was sich im Kleinen wie im Großen beobachten lässt: Die katholische Kirche akzeptiert Ökumene nur insoweit, wie es ihr nützlich erscheint.
In den grundlegenden Unterschieden in Bekenntnis und Amtsverständnis trennen uns Meilen.

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