hg
Bild vergrößern
Auf der Wohnplattform mitten in der Nordsee sind bis zu 50 Arbeiter jeweils zwei Wochen lang untergebracht. Foto: NDR

Anzeige

Das Offshore-Hotel

TV-Tipp: NDR, Fr, 21.4., 20.15 Uhr

21. April 2017

Ihr Arbeitsplatz liegt mitten in der rauen Nordsee, 70 Kilometer westlich von Sylt. Für Christof Huss aus Hamburg und Odila Gaertner von der Insel Fehmarn dauert der Bootstransfer in den Offshorewindpark DanTysk vom nächstgelegenen Hafen im dänischen Esbjerg aus bis zu drei Stunden.

Bild vergrößern
Auf der Wohnplattform mitten in der Nordsee sind bis zu 50 Arbeiter jeweils zwei Wochen lang untergebracht. Foto: NDR

Was tun, damit der Chef zweier Windparks, die Servicechefin von DanTysk und die anderen Offshorearbeiter so lange und so oft wie möglich direkt vor Ort sind? Deren Arbeitgeber hat sich etwas in Deutschland Einmaliges einfallen lassen: die sogenannte Offshoreunterbringungsplattform OAP, eine Art „Hotel auf Stelzen“.

Der NDR durfte exklusiv den Alltag 20 Meter über der Nordsee miterleben. Das Kamerateam hat vom Baustart im Sommer 2016 bis zu den ersten Winterstürmen das Leben und die Arbeit auf dem 100 Millionen Euro teuren Offshorehotel miterlebt. Im Schichtbetrieb sind auf der Wohnplattform bis zu 50 Arbeiter jeweils zwei Wochen lang untergebracht. Auf sechs Stockwerken bietet der Stahlkoloss Unterkünfte, Büros, Werkstätten, Kantine, ein kleines Kino, Fitnessraum und ein Bordhospital. „Jugendherbergsstandard zum Preis vom Berliner Adlon Hotel“, scherzen die Offshorearbeiter.

Sie lieben den Wind, hassen ihn aber zugleich auch. Denn Christof Huss, Odila Gaertner und die anderen wissen, dass zu wenig Wind Riesenverluste für ihren Arbeitgeber bedeutet. Und bei zu viel Wind kommen sie nicht zum Arbeiten heraus. Service und Reparatur der Windturbinen müssen ausfallen. Doch die Erwartungshaltung ihres Arbeitgebers ist groß, auch wegen der Gesamtinvestitionen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.

Die raue Witterung hier draußen ist allerdings eine extreme Belastung für die empfindliche Technik. Vor allem bei den Kränen und den Transferschiffen gibt es immer wieder Probleme oder gar Totalausfälle. Das oberste Ziel, die maximale Auslastung des Windparks, ist kaum zu erreichen.

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Per E-Mail empfehlen