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Ein belegtes Brötchen – ganz schlicht und gerade deshalb so beliebt. Wenn das dann auch noch geteilt wird, ist schon fast alles vorhanden, was für das Leben notwendig ist: Gutes Essen und Gemeinschaft – Nahrung für Leib und Seele. Darum kann das Brot auch für Jesus zum Symbol für sein Wirken werden: eine Nahrung, die satt macht für die Ewigkeit – bevor wir, wie die Autorin der Andacht schreibt, vor Unterzuckerung in dieser angstgesteuerten Welt umkippen. Foto: underdogstudios
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Viktoria Keil (50) ist Pfarrerin im lippischen Barntrup und Sonneborn.

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Geschmack des Himmels

Andacht

Von Viktoria Keil | 26. März 2017

Über den Predigttext zum Sonntag Lätare: Johannes 6, 55-65

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Ein belegtes Brötchen – ganz schlicht und gerade deshalb so beliebt. Wenn das dann auch noch geteilt wird, ist schon fast alles vorhanden, was für das Leben notwendig ist: Gutes Essen und Gemeinschaft – Nahrung für Leib und Seele. Darum kann das Brot auch für Jesus zum Symbol für sein Wirken werden: eine Nahrung, die satt macht für die Ewigkeit – bevor wir, wie die Autorin der Andacht schreibt, vor Unterzuckerung in dieser angstgesteuerten Welt umkippen. Foto: underdogstudios
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Viktoria Keil (50) ist Pfarrerin im lippischen Barntrup und Sonneborn.

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Predigttext
55 Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. (...) 63 Der Geist ist‘s, der da lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben. (...) 65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben.

Bei Jesus können die Menschen den Geschmack vom Himmel bekommen.
Ein aufregendes Kapitel 6 im Johannesevangelium endet mit dem Predigttext für den Sonntag Lätare:
Es beginnt mit der Speisung der 5000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen. Jesus macht die Menschen satt mit dem, was er ihnen gibt. Die Menge ist überwältigt davon und will Jesus zum König machen. Als er das merkt, zieht er sich zurück.

Jesus bringt in Verbindung mit Gott

Am nächsten Tag sucht und findet die Menschenmenge Jesus. Auf der Suche nach der Wahrheit geben sie nicht leicht auf. Die Menschen wollen von ihm wissen, woher sein Lebensbrot kommt. Die Antwort Jesu gefällt ihnen nicht und löst sogar Streit aus:  Jesus sagt: ‚Ich bin das Brot des Lebens, das vom Himmel gekommen ist.’ Die Menschenmenge kennt doch seine Familie! Wie kann er dann behaupten, er kommt aus dem Himmel? Jesus erwidert: Ich bin aus Fleisch und Blut, und bin zugleich das Brot vom Himmel und damit ein Lebensmittel für euch, das euch in Verbindung mit Gott bringt. Mein Fleisch und Blut, das Brot des Lebens kann euren Lebenshunger stillen. Gott selbst gibt der Welt Leben. Nicht Mose gab den Israeliten Manna in der Wüste und bewahrte sie vor dem Verhungern, sondern Gott selbst! Auch Jesus macht nur das, was Gott will. Seinen Zuhörerinnen und Zuhörern geht das zu weit. Viele wenden sich ab und wollen nicht mehr länger mit Jesus gehen.
Das Kapitel beginnt mit 5000 Begeisterten, und jetzt sind seine zwölf Freunde geblieben. Eine Erfahrung, die wir in den Kirchengemeinden häufig durchmachen. Bei vielen Events der Kirchengemeinden, die Mut machen, sind 5000 zusammen. Plötzlich sind es nur noch zwölf, wenn es um die ernsten Fragen geht. Jesus fragt sie in den dem Predigttext folgenden Versen: Wollt ihr auch gehen? Simon Petrus antwortet: Deine Worte bringen das ewige Leben. Wir glauben und wissen, dass du der bist, in dem Gott uns begegnet.
Jesus als Lebensmittel, das uns endlich mit dem sättigt, das uns wirklich fehlt und was wir brauchen, um zu leben: Das Lebensbrot, das Jesus austeilt, schmeckt nach Furchtlosigkeit und Vertrauen zum Leben. Nicht unsere perfekte Planung macht das Leben zu dem, was es ist.
So wie Jesus 5000 Leute vor dem Verhungern rettet, kann er das auch mit uns tun, im Augenblick des Vertrauens auf Jesus: Vertrauen auf seine Kraft, die uns in Krisen leitet. Vertrauen auf sein Leben, das uns im Tod nicht loslässt. Vertrauen auf seine Liebe, die uns neues Leben ermöglicht.
In den letzten Wochen vor der Konfirmation denken die Konfirmandinnen und Konfirmanden oft nach über das, was sie glauben. Ein paar Mädchen hatten sich auf Folgendes geeinigt: „Ich glaube an Gott, die allgemeine, christliche Kirche, an gutes Essen, die wahre Liebe und ewige Freundschaft.“
Gott, Kirche, gutes Essen, Liebe und ewige Freundschaft! Alles in einem Atemzug, was ihnen wichtig war. Lebenshunger und Lebensfreude stecken in diesem Bekenntnis.

Geschmacksnoten, die man nicht vergisst

Es gibt Geschmacksnoten, die man nicht vergisst, weil sie mit dem Schönen in dieser Welt verbunden sind: Lieblingsgerichte aus der Kindheit, Schulbrote, die uns Kraft tanken lassen, Hühnersuppen, die uns nach Krankheiten wieder fit machen. Grundnahrungsmittel unseres Lebens ist und bleibt Jesus, der uns wie ein Brot sättigt, bevor wir vor Unterzuckerung in dieser angstgesteuerten Welt umkippen. Simon Petrus spricht  aus, welche tiefgreifende Wirkung dieses Brot des Wortes Jesu hat: Deine Worte bringen das ewige Leben. Wir glauben und wissen, dass du der bist, in dem Gott uns begegnet.

Gebet: Jesus, wir danken dir für deine Fülle an Wahrheit. Du bist unser Brot des Lebens, das uns satt macht, wenn die Welt uns Hunger verursacht. Dein Brot stärke uns mit Wahrheit, dass wir mit unseren Kräften Mut finden, und uns einsetzen können für die Menschen, die Hunger leiden, die flüchten müssen. Amen

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