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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 18. März 2017

Woche vom 19. bis 25. März

Sonntag: Psalm 34
Montag: Lukas 19, 28-40
Dienstag: Lukas 19, 41-48
Mittwoch: Lukas 20, 1-8
Donnerstag: Lukas 20, 9-19
Freitag: Lukas 20, 20-26
Samstag: Lukas 20, 27-40

Von Jericho, also von der Wüste aus hat der Aufstieg nach Jerusalem begonnen. Wie bei den Vorfahren, als sie nach langer Wüstenwanderung unter Josua von Osten den Jordan überquerten, um das gelobte Land in Besitz zu nehmen. Schon damals gab es die Stadt Salem, aber erst David hat sie für Israel erobert und zur Hauptstadt gemacht. Als Lukas das Evangelium schrieb, war Jerusalem allerdings bereits wieder mal eine zerstörte Stadt. Die gesamte Bevölkerung zersprengte sich, und auch die Urgemeinde wurde zerstreut. Große Teile sammelten sich in Pella, im Ostjordanland. Und für die weitere Entwicklung bedeutete das: Jerusalem konnte nicht die Mitte des Christentums werden.
Jesus weinte über Jerusalem. Die Gemeinde des Lukas kannte jedoch bereits die Auswirkungen dessen, was für die Jünger noch Zukunft war. In den Abschnitten dieser Woche findet man die Antwort auf die Frage, warum es dahin kommen konnte. Aus dem Tempel (wahrscheinlich aus den Vorhöfen) war ein Marktplatz, schlimmer: eine Räuberhöhle, eine Spelunke von Plünderern geworden, wo kein Raum mehr war zum Gebet.
Der Umgang mit dem Rufer in der Wüste spricht ebenfalls eine eindeutige Sprache: Sie glaubten Johannes nicht, so wie sie schon immer Gottes Boten nicht geglaubt hatten. Das Gleichnis von den bösen Weingärtnern ist an Schärfe kaum zu überbieten. Das ist keine sanfte Mahnung in diplomatischer Sprache, sondern eine öffentliche Bloßstellung, wie sie klarer kaum sein könnte. Jesus war nie nur der sanfte Heiland, wie er später auf Bildern dargestellt wurde. In leidenschaftlicher Offenheit hat er die Hand in die Wunden seiner Zeit gelegt. Lukas erkannte die Schärfe dieser Botschaft auch für seine Zeit wie viele nach ihm ebenfalls.
Eine Stolperfalle war natürlich die Frage nach der Autorität der Staatsmacht. Aber mit dem Bild des Zinsgroschen wird klar. Staatliche Ordnung ist nötig, und die kostet auch was. Steuern müssen also sein. Man bezahlt sie seufzend, gar zähneknirschend, aber sie sind eben nicht zu umgehen. Die Spitze liegt jetzt in der Ergänzung: Gebt auch Gott, was Gottes ist!
Die Frage nach der Auferstehung zeigt, dass sie kein Vorfall ist, der in philosophischem Gedankenspielen geklärt (oder zerredet) werden könnte. Die Auferstehung ist wie eine neue Schöpfung, eine Schöpfung voller Leben, für das Leben.

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