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Eltern müssen Vorbild sein

«Safer Internet Day»

Von Dieter Sell | 6. Februar 2017

Sicherer Umgang mit dem Smartphone: Medienpädagoge gibt Tipps für Eltern

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Alltägliches Bild: Drei Mädchen spielen mit ihren Handys Foto: epd

Bremen (epd). In der Diskussion um sichere Smartphones für Kinder geht es nach Auffassung des Bremer Medienpädagogen Markus Gerstmann zu oft um Technik und zu selten um Erziehung. Zum Schutz vor Darstellung von Gewalt und Pornografie im Netz seien Sicherheitseinstellungen auf dem Smartphone zwar hilfreich, sagte Gerstmann dem Evangelischen Pressedienst (epd) zum «Safer Internet Day» an diesem Dienstag. «Noch wichtiger sind aber das Vorbild der Eltern und das Gespräch.»

Technische Lösungen versprächen teils eine «trügerische Sicherheit», mahnte er. Im Betriebssystem von Apple etwa lasse sich eine Kindersicherung in den Einstellungen des Smartphones aktivieren, die beispielsweise die Nutzung bestimmter Apps einschränkt. «Die werden mit einem Code aktiviert, den sich Kinder aber sehr schnell abgucken oder über youtube-Tutorials knacken.» In der Android-Welt laufe vieles über Apps wie «Kids Place», die darauf abzielten, eine für Kinder sichere Umgebung zu schaffen. «Aber auch da gibt es Pin-Nummern.»

Apps gemeinsam erkunden

Grundsätzlich seien Kinder neugierig auf die Welt, die ihnen das Smartphone erschließe, sagte Gerstmann. «Das machen ihnen ja auch Eltern und Erwachsene vor, die ständig mit ihrem Gerät hantieren.» Wenn der Nachwuchs also den Sperr-Code geknackt habe, sollten Mütter und Väter das «sportlich» sehen und nicht persönlich nehmen. «Wichtig ist, über Gefahren offen zu reden, das Smartphone zusammen einzurichten und Apps gemeinsam zu erkunden. Am besten wächst man mit den Medien im Team auf und lernt voneinander.»

Bedrohungen durch Cyber-Mobbing, Fake News, Cyber-Grooming und Inhalte mit Pornografie oder Gewalt seien vielfältig, betonte Gerstmann. Eltern sollten versuchen, ihre Kinder stark zu machen, damit sie bei Problemen selbst Lösungen finden könnten. «Kinder gehen ins Risiko und testen ihre Grenzen aus. Das gehört zu ihrer Entwicklung - wir werden sie nicht davon abhalten», sagte der Medienpädagoge. Auch wenn der Eindruck entstehe, Warnungen würden nicht gehört, sei es wichtig, dranzubleiben und miteinander zu sprechen. «Immer und immer wieder.»

Wer darüber hinaus beim Essen Nachrichten schreibe oder auf seinem Smartphone wische, dürfe sich nicht wundern, wenn die Kinder das nachmachten. «Am besten ist es, Regeln zur Nutzung gemeinsam zu entwickeln.

An die müssen sich dann aber auch alle halten.» Weiter empfiehlt Gerstmann mehrere Internetseiten als virtuelle Elternratgeber, beispielsweise klicksafe.de, schau-hin.info und handysektor.de.

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