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Papst Franziskus begrüßt Präses Annette Kurschus. Foto: epd
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20. Januar 2017

Die Begegnung von Papst Franziskus und der westfälischen Präses Kurschus stand im Zeichen der Ökumene. Franziskus sprach von einer Vertiefung der Gemeinschaft. Kurschus eröffnete die römische Etappe eines Stationenwegs zum Reformationsjubiläum.

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Papst Franziskus begrüßt Präses Annette Kurschus. Foto: epd

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Rom/Bielefeld (epd). Papst Franziskus hat den Willen der katholischen Kirche zu mehr Ökumene bekräftigt. Anlässlich der Teilnahme einer Delegation des Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an der päpstlichen Generalaudienz forderte er am Mittwoch in Rom dazu auf, «unsere Gemeinschaft zu vertiefen und ihr eine immer sichtbarere Form zu geben». Im Geist des gemeinsamen Reformationsgedächtnisses solle vor allem im Fokus stehen, was die beiden großen Kirchen verbinde.

Die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus äußerte sich positiv über die Begegnung und hob die ökumenischen Akzente Roms hervor.

Franziskus bezeichnete die römische Etappe des zum 500. Reformationsjubiläum veranstalteten Stationenwegs unter der Leitung der Präses der Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, als «bedeutsames ökumenisches Zeichen». Bei der Begegnung in der vatikanischen Audienzhalle erinnerte er an seine Reise ins schwedische Lund zur Eröffnung des Reformationsgedenkjahrs am 31. Oktober. Er sei bewegt, wenn er an das gemeinsame Gebet in Lund zurückdenke.

Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise und wachsender Bedrohung durch den Terror nannte der Papst den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus ein «grünes Band der Hoffnung» für Europa. Katholiken und aus der Reformation hervorgegangene Kirchen gehörten zueinander. «Gemeinschaft, Versöhnung und Einheit sind möglich», betonte Franziskus am Beginn der Gebetswoche für die Einheit der Christen.

Die westfälische Präses Annette Kurschus sagte im Anschluss dem Evangelischen Pressedienst (epd): «Das ist sicher eine ganz besondere Etappe auf dem Stationenweg.» Rom als Welthauptstadt des Katholizismus habe auch viele protestantische Traditionen. Rom sei eine Stadt mit einer lebendigen Ökumene, unterstrich die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Am Abend sollte ein ökumenischer Gottesdienst in der dortigen evangelisch-lutherischen Gemeinde gefeiert werden. Der Gottesdienst sollte gemeinsam mit drei finnischen Bischöfen und dem Präsidenten des päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, gefeiert werden.

Der Stationenweg soll an Orte der Reformation erinnern, die vor 500 Jahren begann. In Rom war der Reformator Martin Luther um das Jahr 1510.

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 21. Januar 2017, 12:27 Uhr


Hallo, was ist das?!
Bin überrascht :-)
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Schallblech, 21. Januar 2017, 16:06 Uhr


Bei diesem Papst kann mich eigentlich nichts mehr überraschen.


(Naja, ok, wenn er Frau Kurschus einen Heiratsantrag machen würde, das würde auch mich wundern *feix*)
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Atlantica, 22. Januar 2017, 18:34 Uhr


Warum kommentiert niemand? :-(

???

Also, meine Meinung: ja, es lässt sich ganz nett an. Aber Ökumene geht aus praktischen Gründen nicht so "ohne weiteres".

-Abendmahls-Verständnis: katholische Kirche glaubt an wundersame Wandlung, wir nicht

-Ehe-Sakrament und Wiederverheiratung Geschiedener: sehr viel Gesprächs-Bedarf

-Papst als sukzessiver (in Linie direkter) Nachfolger Petri: unrealistisch und weltfremd

Paperback, 26. Januar 2017, 10:47 Uhr


Ja, Atlantica, Du beschreibst dieses seltsame Ökumene-Gerede sehr treffend. Die Ökumene jedoch findet da statt, wo die Lehre der Katholischen Kirche im Kern nicht angegriffen wird.
Sieht man jedoch, was Du sehr genau beschreibst, ist Ökumene eher ein frommer Wunsch.
Die Katholische Kirche wird genau das nicht aufgeben, was Du an essentiellen Unterschieden herausgearbeitet hast.
Wir aber laufen inzwischen Papst und Rom hinterher, winseln fast um Anerkennung, als bedürfe es der Zustimmung des Pontifex, dass wir dazugehören.
Man kann den Eindruck gewinnen, als rücke unsere Kirche mit jeder neuen Erklärung vom Kern des Protestantismus ab. Das hat kaum übersehbare Zeichen der Unterwerfung.

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Matthäus53, 22. Januar 2017, 20:51 Uhr


Auch darf das Thema Fürbitten - Gebete über die Heiligen nicht in den Hintergrund treten , allein durch Jesus Christus und die Bibel - war schon vor 500 Jahren Luthers Schlagwort.
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Atlantica, 23. Januar 2017, 7:47 Uhr


Ja, Matthäus. In diesen Punkten (Fürbitte für "Heilige") und "sola scriptura" sehe ich allerdings auch Verbindendes. Zumindest ist Ökumene denkbar:

Luther hat die Heiligen-Verehrung/Anbetung mit der fundamentalen Wert-Schätzung der Bibel ausgetauscht. Das war schlau, allein, es kann heute nicht mehr überzeugen:

die Bibel, so schön und lehrreich und spannend und wahr sie ist, sie ist nicht das Wort Gottes im buchstäblichen Sinn. Sie selbst sagt ja aus: der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.

Und so ist es doch mit Sprache im allgemeinen. Das ist auch der Grund, warum sich hier die meisten in die Lyrik flüchten. Der Begriff "Wahrheit" erscheint ihnen nicht wesentlich. Dabei ist Jesus Christus die einzige Wahrheit. Das eint und verhütet Spaltungs-Tendenzen. Man sagt heute immer so schön, LUTHER habe keine Kirchenspaltung gewollt. Ich finde, er musste damit rechnen, dass es soweit kommt.

Nun hast du, Matthäus, aber insofern recht (wie auch die Bibel-Fundamentalisten), dass "Heilige" oft ablenken vom Zentrum Jesus Christus. Wie sieht es demgegenüber mit Engeln aus? Ich kenne mich mit diesen Dingen nicht aus. Der Theologe Klaus Berger behauptet die Möglichkeit von Wundern. Das sind viele Themen, ich weiß. Die Bibel muss ent-mythologisiert werden, nicht, weil die WISSENSCHAFT letzte Wahrheiten bieten könnte, auch nicht die theologische Wissenschaft (oder doch?; nein, eher nicht), sondern weil wir in einer wissenschaftlichen Welt leben, in der wir ohne sie nicht vernünftig und sicher leben können. Ja, wir sind abhängig von der Wissenschaft und doch frei. Gott sei Dank.
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Atlantica, 23. Januar 2017, 7:47 Uhr


Ja, Matthäus. In diesen Punkten (Fürbitte für "Heilige") und "sola scriptura" sehe ich allerdings auch Verbindendes. Zumindest ist Ökumene denkbar:

Luther hat die Heiligen-Verehrung/Anbetung mit der fundamentalen Wert-Schätzung der Bibel ausgetauscht. Das war schlau, allein, es kann heute nicht mehr überzeugen:

die Bibel, so schön und lehrreich und spannend und wahr sie ist, sie ist nicht das Wort Gottes im buchstäblichen Sinn. Sie selbst sagt ja aus: der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.

Und so ist es doch mit Sprache im allgemeinen. Das ist auch der Grund, warum sich hier die meisten in die Lyrik flüchten. Der Begriff "Wahrheit" erscheint ihnen nicht wesentlich. Dabei ist Jesus Christus die einzige Wahrheit. Das eint und verhütet Spaltungs-Tendenzen. Man sagt heute immer so schön, LUTHER habe keine Kirchenspaltung gewollt. Ich finde, er musste damit rechnen, dass es soweit kommt.

Nun hast du, Matthäus, aber insofern recht (wie auch die Bibel-Fundamentalisten), dass "Heilige" oft ablenken vom Zentrum Jesus Christus. Wie sieht es demgegenüber mit Engeln aus? Ich kenne mich mit diesen Dingen nicht aus. Der Theologe Klaus Berger behauptet die Möglichkeit von Wundern. Das sind viele Themen, ich weiß. Die Bibel muss ent-mythologisiert werden, nicht, weil die WISSENSCHAFT letzte Wahrheiten bieten könnte, auch nicht die theologische Wissenschaft (oder doch?; nein, eher nicht), sondern weil wir in einer wissenschaftlichen Welt leben, in der wir ohne sie nicht vernünftig und sicher leben können. Ja, wir sind abhängig von der Wissenschaft und doch frei. Gott sei Dank.
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Atlantica, 23. Januar 2017, 7:47 Uhr


Ja, Matthäus. In diesen Punkten (Fürbitte für "Heilige") und "sola scriptura" sehe ich allerdings auch Verbindendes. Zumindest ist Ökumene denkbar:

Luther hat die Heiligen-Verehrung/Anbetung mit der fundamentalen Wert-Schätzung der Bibel ausgetauscht. Das war schlau, allein, es kann heute nicht mehr überzeugen:

die Bibel, so schön und lehrreich und spannend und wahr sie ist, sie ist nicht das Wort Gottes im buchstäblichen Sinn. Sie selbst sagt ja aus: der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.

Und so ist es doch mit Sprache im allgemeinen. Das ist auch der Grund, warum sich hier die meisten in die Lyrik flüchten. Der Begriff "Wahrheit" erscheint ihnen nicht wesentlich. Dabei ist Jesus Christus die einzige Wahrheit. Das eint und verhütet Spaltungs-Tendenzen. Man sagt heute immer so schön, LUTHER habe keine Kirchenspaltung gewollt. Ich finde, er musste damit rechnen, dass es soweit kommt.

Nun hast du, Matthäus, aber insofern recht (wie auch die Bibel-Fundamentalisten), dass "Heilige" oft ablenken vom Zentrum Jesus Christus. Wie sieht es demgegenüber mit Engeln aus? Ich kenne mich mit diesen Dingen nicht aus. Der Theologe Klaus Berger behauptet die Möglichkeit von Wundern. Das sind viele Themen, ich weiß. Die Bibel muss ent-mythologisiert werden, nicht, weil die WISSENSCHAFT letzte Wahrheiten bieten könnte, auch nicht die theologische Wissenschaft (oder doch?; nein, eher nicht), sondern weil wir in einer wissenschaftlichen Welt leben, in der wir ohne sie nicht vernünftig und sicher leben können. Ja, wir sind abhängig von der Wissenschaft und doch frei. Gott sei Dank.
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Matthäus53, 28. Januar 2017, 14:49 Uhr


Liebe A., dreimal zu antworten ist zwar schmeichelhaft für mich aber versuche doch nach dem Login über den Änderungsbutton oder die Online Redaktion die doppelten Texte zu löschen.
Luther predigte auch schon vor seinem Thesenanschlag und wies auf Mißstände in der Kirche hin . Auch pilgerte er schon nach Rom und hat Mißstände erkannt die schlimmer nicht werden konnten. Aber wer kann schon immer sein Handel vorhersehen ? Wir wissen nicht einmal was in wenigen Stunden oder morgen mit uns sein wird. Deine Anfrage zu Engeln möchte ich eigentlich derart beantworten, daß die meisten Leuten die in der Bibel lesen auch gläubig sind. Genauso wie niemand sehen kann, was passiert wenn der Pfarrer seinen Segen spendet , die Taufe zelebriert oder wenn wir innigst beten , so wird das Handeln von Engeln immer ein Bekenntnis Geheimnis zwischen dem , der es erlebt , und Gott bleiben.
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Atlantica, 28. Januar 2017, 15:10 Uhr


Hallo Matthäus. Wenn man jahrzehntelang in der Bibel gelesen hat, dann ist es irgendwann gut. Man kennt sie schließlich. OK: das AT ist sehr umfangreich, da kann ich noch weiterarbeiten.

Was meinst du mit "Bekenntnis-Geheimnis"? Interessanter Ausdruck.
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Matthäus53, 29. Januar 2017, 20:25 Uhr


Liebe Atlantica , bevor wir das von Dir angesprochene interessante Thema hier nur im Kommentarbereich weiter besprechen, wäre es viel besser in das Forum zu wechseln. Bis bald und Gottes Segen !
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