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Schweinchen mit vierblättrigem Kleeblatt und Hufeisen aus Marzipan als Glücksbringer. Dem Aberglauben wird zu keiner Zeit des Jahres so vielfältig gehuldigt wie am letzten Tag des Jahres. Foto: epd: imageBROKER/Dr. Wilfried Bahnmüller

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Das kleine bisschen Aberglaube

31. Dezember 2016

Feuerwerk, Glückssymbole und Silvesteressen – am Ende des Jahres geht es noch einmal so richtig rund

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Schweinchen mit vierblättrigem Kleeblatt und Hufeisen aus Marzipan als Glücksbringer. Dem Aberglauben wird zu keiner Zeit des Jahres so vielfältig gehuldigt wie am letzten Tag des Jahres. Foto: epd: imageBROKER/Dr. Wilfried Bahnmüller

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Saarbrücken (epd). An Silvester hat der Aberglaube Hochkonjunktur.Die Menschen hoffen und bangen, was die nächsten 365 Tage ihnen wohl bringen mögen. Das mehr als hundert Millionen Euro teure Feuerwerk, das alleine die Deutschen in Form von Böllern und Leuchtraketen jedes Jahr in den Himmel schießen, soll nach altem Volksbrauch etwa die bösen Geister vertreiben.

Ob Christen, Muslime, Juden oder Menschen anderer Weltanschauungen: Etwa die Hälfte der Deutschen, so wird laut Meinungsumfragen vermutet, sind in irgendeiner Weise abergläubisch.

«Aberglauben ist nach dem Grimmschen Deutschen Wörterbuch durch übermäßiges Glauben verkehrter Glaube, also falscher Glaube», erklärt Gunter Altenkirch vom Museum für dörfliche Alltagskultur und Aberglauben im saarländischen Gersheim-Rubenheim.

Altenkirch hat sich in seinem kleinen Museum, das nur jeden dritten Sonntag im Monat öffnet, sowie in zahlreichen Volkskunde-Schriften auch mit Silvesterbräuchen beschäftigt.

Schließlich wird dem Aberglauben zu keiner Zeit des Jahres so vielfältig gehuldigt wie am letzten Tag des Jahres, der an den am 31. Dezember 335 gestorbenen Papst Silvester I. erinnert.

Dem für Sekten- und Weltanschauungsfragen zuständigen Landespfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland, Andrew Schäfer, geht es bei den Silvesterbräuchen aber «nicht darum, falschen Glauben zu entlarven». Zwar stelle sich die Frage, ob man ein Großteil der Riesensumme für das Silvesterfeuerwerk nicht besser zum Beispiel für die Obdachlosen in Deutschland verwenden könne, sagt Schäfer. Doch die Silvesterbräuche seien in aller Regel weder grundsätzlich gefährlich noch okkult belastet und machten den Menschen ja auch großen Spaß.

Entscheidend sei auch nicht, ob ein solcher Brauch an sich oder durch den bloßen Vollzug problematisch sei, sondern mit welchem Verständnis man ihn ausübt, erklärt der rheinische Pfarrer in Düsseldorf. Wer einen Brauch tatsächlich magisch interpretiere, der glaube dann vielleicht wirklich, beim Bleigießen die Zukunft erkennen oder gar beeinflussen zu können.

Den Schornsteinfeger als Glückssymbol erklärt Volkskundler Altenkirch damit, dass sich in früheren Jahrhunderten nur die reichen Leute so einen schwarzen Mann leisten konnten, der ihren rußbesetzten Kamin säuberte und dann oft am letzten Tag des Jahres auch die Rechnung dafür präsentierte. Ärmere hatten nur die Möglichkeit, an einem Seil eine Gans in den engen Schornstein herab zu lassen, so dass die flatternden Flügel des bedauernswerten Federviehs wie eine Putzbürste wirkten.

Das Schwein galt schon bei den alten Griechen als Opfertier für die Fruchtbarkeitsgöttin. Dass es zum Glückssymbol wurde, liegt auch daran, dass es kein besonderes Futter braucht und schon nach sechs Monaten schlachtreif und nutzbar für den Menschen ist. Der zum Start in den Reichtum dienende Glückspfennig ist in den Euro-Ländern zwar dem etwas argwöhnischer betrachteten Glückscent gewichen, wird aber im Handel gerne weiterhin zusammen mit einem Marzipanschwein samt Münze in der Schnauze und einem vierblättrigen Kleeblatt oder einem kleinen goldigen Hufeisen verkauft. Ein nach rechts offenes Hufeisen soll dabei nach altem Brauch ein C für Christus darstellen.

Bis heute bekannt ist das Bleigießen zu Silvester, bei dem Blei auf einem Löffel unter heißer Flamme geschmolzen und dann schwungvoll in kaltes Wasser befördert wird. Die dabei entstehenden teils bizarren Formen werden dann verheißungsvoll als Glück und Liebe (bei einem ringähnlichen Gebilde), als Unglück (bei einer Flamme) oder auch nur als drohendes Übergewicht (bei einem Nilpferd-ähnlichen Gebilde) gedeutet.

Ein weiterer alter Brauch ist - je nach Gegend - auch das Essen von Sauerkraut oder Blutwurst am letzten Abend des alten Jahres.

Hintergrund ist der Glaube, dass man dann im nächsten Jahr immer Geld haben wird, beziehungsweise eine Art Garantie auf Gesundheit und Wohlbefinden hat. Auf keinen Fall, so der alte Volksglaube, sollte man dagegen am letzten Tag des Jahres einen Apfel verzehren. Denn, so gesund der auch ist, so steht er doch im Zusammenhang mit dem Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 1. Januar 2017, 21:31 Uhr


Ob in der Bevölkerung nur wenig Aberglaube vorhanden ist oder ob er doch tiefer im Unterbewußtsein schlummert darüber muß viel öfters kritisch nachgedacht werden. Die Tageszeitungen , viele Zeitschriften sowie Firmen/Kundenzeitungen fördern durch den regelmäßigen Abdruck von fast nichts sagender, sehr oberflächiger Horoskope diesen schlummernden Aberglauben. Es gibt bundesweit leider nur noch wenige Tagesblätter die z. B. einen Bibelvers abdrücken, wie z. B. die Rheinz. Koblenz . Wer noch andere Zeitungen kennt, sollte sie hier eintragen , um solche Zeitungen als besonders Kirchenfreundlich anzupreisen. Obwohl die Aussagen der Horoskope so unwahr sind wie Bohnenstroh, wollen die Verleger und die Redaktionen darauf wohl nicht verzichten. Vielleicht sollte ergründet werden wer letztendlich dafür verwortlich ist, Redaktion oder Verlag ?
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Atlantica, 2. Januar 2017, 5:57 Uhr


Hallo Matthäus, letztendlich verantwortlich ist der Leser. Er kauft die Zeitschrift mit dem Horoskop. Die Verleger wissen das. Es geht immer ums Geld. Du schreibst, dass Horoskope unwahr sind. Die Astrologie behauptet aber das Gegenteil und ein ganzer Berufszweig lebt von diesen "Lehren".
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