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So nicht

Glaubens-TÜV

Aus der Printausgabe - UK 51 / 2016

Von Gerd-Matthias Hoeffchen | 19. Dezember 2016

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Es gibt Dinge, da stellt sich die Kirche zu Recht auf die Hinterbeine: Nachträgliche Glaubensprüfung für Getaufte – das geht gar nicht. So sehr man den Ansatz und die Sorge, die dahinterstecken, verstehen kann: Hier wird eine Grenzlinie überschritten. Ein „Glaubens-TÜV“ steht keiner staatlichen Stelle zu. Punkt.
Sicher, man kann nachvollziehen, dass Menschen eine Menge Dinge tun würden, um in Deutschland zu bleiben, wenn ihnen „daheim“ Gewalt, Elend, Krieg drohen. Auch ein Pro-forma-Wechsel der Religion, wie es das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge offenbar befürchtet, mag da im Bereich des Möglichen liegen. Und es muss völlig klar sein: Die Taufe sollte nur bei ernsthaftem Begehren und nach klarer Unterweisung erfolgen.

Aber genau dafür sorgen die Kirchen ja. Wenn der Staat ihnen nicht zutraut, das hinzubekommen, muss er mit ihnen darüber reden – und nicht Getaufte anschließend noch mal prüfen (und dann noch unter zweifelhaften Umständen). So jedenfalls geht es nicht.

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