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Matthias Haudel: Gotteslehre. Die Bedeutung der Trinitätslehre für Theologie, Kirche und Welt, Vandenhoeck & Ruprecht/UTB, Göttingen 2015, 333 Seiten – 19,99 Euro.

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Gotteslehre

Buch-Tipp

Von Wolfgang Buchholz | 21. Dezember 2016

Der dreieinige Gott in seiner Bedeutung für Theologie, Kirche und Welt

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Matthias Haudel: Gotteslehre. Die Bedeutung der Trinitätslehre für Theologie, Kirche und Welt, Vandenhoeck & Ruprecht/UTB, Göttingen 2015, 333 Seiten – 19,99 Euro.

Ein theologisches Buch zum Verständnis Gottes und zur Bedeutung des Glaubens auf dem Gabentisch? Aber ja, wenn solch ein Buch lesenswert und sehr kenntnisreich ist, dabei wirklich gut zu verstehen, nicht nur für Pfarrerinnen und Pfarrer.

Der westfälische Pfarrer Prof. Dr. Matthias Haudel, der als Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster und außerdem an der Uni-Bielefeld lehrt, hat eine Gotteslehre geschrieben, die zugleich in die zentralen Gegenstände von Theologie und Kirche einführt: „Gotteslehre. Die Bedeutung der Trinitätslehre für Theologie, Kirche und Welt.“

Haudel zeigt in dem Band, wie die Gottesfrage die Grundfragen des Menschen berührt, etwa die Fragen nach tragfähiger Gotteserkenntnis sowie nach Ursprung, Ziel und Sinn des Lebens. Deshalb erörtert er den christlichen Gottesbegriff im Kontext von Religion, Philosophie und Naturwissenschaft. Er entfaltet das Verständnis der Trinität bzw. des dreieinigen Gottes in seiner Bedeutung für alle Bereiche der Theologie und des Lebens. So erfolgt zugleich eine Einführung in die Grundlagen von Theologie sowie in deren zentrale Gegenstände. Das geschieht in theologiegeschichtlicher und ökumenischer Weite bis hin zu den aktuellen Herausforderungen.

Als Themen sind beispielsweise das aktuelle Verhältnis von "Theologie und Naturwissenschaft" oder die Frage der christlichen Weltverantwortung zu finden. Aber auch die Theodizee-Frage wird kompetent erörtert, also die Frage, warum es Leiden und Ungerechtigkeit in der Welt gibt, wenn Gott doch ein liebender und allmächtiger Gott sein soll. Ferner findet sich das Problem der Prädestination (Vorherbestimmung) bzw. von Glaube und Freiheit oder die Erörterung des angemessenen Opfer- und Sühneverständnisses in der Kreuzestheologie. Auch die Themen leibliche Auferstehung oder Jüngstes Gericht werden neben vielen anderen grundlegenden Themen behandelt, wie etwa die Auseinandersetzung mit den Gottesbeweisen, der Religionskritik oder der Gottebenbildlichkeit des Menschen. Insgesamt erschließt Haudel so die Bedeutung des Glaubens an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist für Theologie, Kirche und Welt.

Dabei entfaltet Haudel, der für seine beiden Hauptwerke „Die Bibel und die Einheit der Kirchen“ und „Die Selbsterschließung des dreieinigen Gottes“ als erster Theologe zweimal den Theologie- und Ökumene-Preis der katholischen Fakultät Regensburg erhielt, die christliche Gotteslehre durchgehend in ökumenischer Weite. Zugleich eröffnet er die Perspektiven für den Dialog mit anderen Religionen.

Der Band ist für alle an Gott und Glauben Interessierten zu empfehlen, da er nicht nur das Verständnis der Dreieinigkeit tiefgehend eröffnet, sondern auch einen sehr guten Einblick in die Bedeutung des christlichen Glaubens gibt sowie einen weitreichenden Überblick über die entscheidenden Themen des Glaubens gewährt.

Aufgrund des großen Interesses soll das Buch, das bald in der 2. Auflage erscheint, in den USA ins Englische übersetzt werden.

Der Autor, Wolfgang Buchholz, ist Pfarrer in Dortmund-Wellinghofen

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 23. Dezember 2016, 20:10 Uhr


Das klingt vielversprechend und wird eine lohnende Lektüre sein - für Menschen mit Zeit! Insbesondere die holistische Perspektive mit Berücksichtigung von Naturwissenschaft, Religion und Philosophie ist der genau richtige Ansatz. Jedoch die Frage nach der leiblichen Auferstehung sollte als erledigt betrachtet werden, nicht wahr.
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